[L] Angebunden

Woche 2: Eine Miniserie. Eine Fingerübung. Ein ambivalentes Wort.

Ich war im Urlaub. Abstand vom Alltag ist das Ziel und es ist mir gut gelungen obwohl unsere Urlaubsziele diesmal wenig exotisch waren: Wir haben eine Woche im eigenen Garten gezeltet und in der zweiten Woche waren wir – wie jedes Jahr ein Mal – auf dem Sigmundenhof im Schwarzwald. Dort gibt es einen leisen Ort (der ganze Hof ist ein leiser Ort) am Waldrand. Eine hölzerne Hängematte lädt dazu ein, die Ruhe aufzunehmen und wirken zu lassen. Ich hatte die Kamera dabei – aus einer Laune heraus mit dem Lensbaby drauf – und habe mich an einer bewährten Übung versucht, um herunter zu kommen und den Blick zu trainieren: Einfach mal zehn, fünfzehn Minuten lang nur noch eine Sache fotografieren. Noch besser wäre eine halbe Stunde, was ich hier aber nicht geschafft habe. Nach den ersten Aufnahmen denkt man, „das war’s, ich hab’s im Kasten“. Aber wenn man sich wirklich drauf einlässt, dann findet man vielleicht plötzlich in ein Thema, zu einem Label, einem Gedanken: „Angebunden“. Ein Wort mit Spannweite. Und wenn man dann mit dem Wort im Kopf weiter fotografiert, dann verändert das Thema plötzlich den Blick. Und ein paar Spielereien lernen, ein klein wenig zu fliegen.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Fingerübungen. Gute Übungen. Man sollte öfters einfach mal eine Serie um der Serien Wille machen. Einfach nur so.

  2. Ich mag diese Art von „Übung“ auch. Für mich ist „Ein-Sich-Verlieren“ in Zeit und Raum. Aus dieser Art Fotos wird bei mir dann hier und da ein Thema, was mich lange verfolgt.
    Und ich bin dann immer wieder erstaunt, was da so raus kommt.

  3. Das ist oft das, was passiert, wenn ich mich einlasse auf meine Umgebung und nicht nach einem bestimmten Foto suche. Aber ich bin nicht so gut darin wie du, dem Kind dann auch einen Namen, eine Klammer zu geben. Passt.

    LG, Conny

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