[Landschaftssehnsucht – Sehnsuchtslandschaft] Mond über Sant’Antioco

Ich trau‘ mich kaum zu (be)schreiben, wie das entstanden ist: Nach der Fototour an der Küste spontan ins Inselinnere abgebogen. Erste Motivsuchen wurden durch Schwärme von Stechmücken vereitelt, die mich innnerhalb von Minuten wie einen Tetrapack leersaugen wollten. Dann dieses Sträßchen, dieser Mond, diese Weite, dieses Licht. Kein Verkehr. Anhalten, zurücksetzen , zentimeterweise hin und her rollen. Kamera anlegen. Seitenscheibe runter lassen. Abdrücken. Wieder hoch, sieben Mücken im Auto erschlagen, weiterfahren. Und trotzdem mag ich dieses Bild sehr.

[Landschaftssehnsucht-Sehnsuchtslandschaft] Eine Star Trek Kulisse

Nach der Annäherung in Details wird der Blick nun weiter. Landschaft! Das erste Bild heute ist direkt am Hafen, direkt in Calastta entstanden und sieht trotzdem aus, als würden sich jeden Moment James Tiberius Kirk samt seinem Kollegen Spock vor dem Felsen materialisieren, um dann mit Ihren Tricordern die weissliche Masse im Vordergrund zu analysieren.

 
Tatsächlich lässt sich die Größe des Steines auf dem Bild kaum abschätzen, er ist rund 1,5 m hoch. Das Felsmaterial der Küste ist teilweise so weich, dass der Wind uns das Meer sich gemeinsam bildhauerisch betätigen können und wilde, überraschende Formen geschaffen haben, die den Naturschönheiten auf anderen Erdteilen allenfalls in der Größe nachstehen.

 

Das Material im Vordergrund ist kein Stein, noch weniger ist es aber Müll. Das sind tausende gestrandete und gestorbene Segelquallen. Faszinierende Wesen, die genausogut ebenfalls einem Science-Fiction-Film entsprungen sein könnten. Die Tiere sind selbst in besserem Zustand kaum als solche erkennbar. Eher Samen oder Pflanzenteile, bestenfalls vielleicht noch Larven oder Eier kamen mir in den Kopf, bevor ich mich schlau gemacht habe. Unsere Welt ist einfach faszinierend und schön.


PS: Der krasse Schärfesprung zwischen Vordergrund und Hintergrund ist natürlich. Die Schärfungsränder um das Hauptmotiv natürlich nicht. Die stören mich. Und gleichzeitig kann ich nichts dagegen tun, denn sie stammen aus der Kamera. Ich hatte vergessen, auch ein RAW abzuspeichern. Das ist aus der Samsung NX 1000, sonst inzwischen die Kamera meiner Kinder oder meiner Frau.

[3162,2 km] Im Fährhafen


Ein Schild, ein Festmacher, ein Parkplatz. Erst mal das letzte Detail aus Calasetta, bevor ich den Blickwinkel aufweite…

44 Follower hat das ‚Motivprogramm‘ drüben bei Facebook. 44 Menschen, denen mindestens ein Mal einer meiner Blogposts gut genug gefallen hat, um dort anschließend auf ‚folgen‘ zu klicken. Danke dafür!

Ein hoffentlich letztes Wort zum Themenbereich Datenschutz und Rückbesinnung auf das Wesentliche für mein ‚Motivprogramm‘, dann will ich davon eigentlich nichts mehr hören:

Meinen Blog hier habe ich in den vergangenen Wochen fit für die DSGVO gemacht. Zumindest gehe ich davon aus. Dieser Maßnahme ist unter anderem der Automatismus zum Opfer gefallen, alle neuen Beiträge automatisch auch drüben bei Facebook ’spiegeln‘ (passt das nicht toll zu diesem Foto aus dem Fährhafen in Calasetta? ;-). Ausserdem geht mir Facebook nicht erst seit gestern damit auf den Zeiger, ich solle doch meine Reichweite erhöhen, in dem ich dafür bezahle, Euch zu erreichen. Nein, das werde ich nicht tun und ich bin sicher, daß seht ihr genauso.

Nun kommt das Urteil des EuGH zu ‚Fanpages‘ dazu und wirkt als letzter Tropfen. Ich werde auf Facebook (nur dort) meine Zelte abbrechen. Die Facebook-Version von ‚Motivprogramm‘ wird es in Kürze nicht mehr geben.

Als Person (https://www.facebook.com/stefan.senf.3) werde ich bei Facebook bleiben. Dort werde ich meine Blogbeiträge in der Regel öffentlich teilen. Auch mein Blog hier wird – logisch – weitergeführt. Hier gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit des guten alten RSS-Feeds, um auf dem Laufenden zu bleiben (den Link findet ihr ganz unten und unter jedem Artikel). Um in Kontakt zu bleiben, habe ich ja auch wieder die Kommentarfunktion aktiv, jetzt DSGVO-konform, denke ich. Denn Kommentare sind Bloggergold :-D.

Viele liebe Grüße: Stefan

[3162,2 km] Via Umberto – vom angeschlossen sein

Ich freue mich über Kommentare, wie kurz sie auch sein mögen.

Mit Gültigkeit der DSGVO am 25. Mai habe ich meine Statistik abgeschaltet. Gleichzeitig habe ich damit aufgehört, automatisch die ‚Fanpage‘ Motivprogramm bei Facebook zu füttern. Und Christoph Boecken hat sich dazu entschieden, f5punkt6 vom Netz zu nehmen. Das deutsche Fotoblogverzeichnis schlechthin. Weg. Diesmal vielleicht für immer.

Es ist erstaunlich, wie sehr man sich daran gewöhnt hat, zu sehen, ob man Selbstgespräche führt oder ob da draußen noch jemand mitliest und wer das ist. Unter den 600-700 Zugriffen, die mein Webhoster (inzwischen anonymisiert) verzeichnet, werden wohl die meisten von Suchmaschinen sein. Mich interessieren keine Suchmaschinen. Mich interessieren Menschen! Du interessierst mich! Ich freue mich darauf, von Dir zu lesen. Gerade jetzt, mit der DSGVO!

:-)

[3162,2 km] Il cielo è blu, annäherungsweise

Das Wetter war untypisch, in Calasetta. Die Einheimischen meinten, es sei sehr regnerisch, der Betreiber des Strandrestaurants in Maladroxia stöhnte sogar über einen existenzbedrohenden Mai. Aus unserer Sicht war es herrlich, ab und an eine Dusche, sonst T-Shirt-Wetter, das man aushalten kann ohne zu zerfließen.

Auch heute und in den nächsten Tagen: Bilder einer Annäherung über Details. Das war eine der Ideen, die sich mir fotografisch aufgedrängt hatten.

[3162,2 km] Annäherungsweise

Im Süden läuft vieles anders als bei uns hier in Nordeuropa. Natürlich spielt es eine Rolle, dass dort in der Wirtschaft und in den öffentlichen und privaten Haushalten weniger Geld und Umsatz vorhanden ist als hierzulande. Und man sollte sich hüten, zu romantisieren und zu verklären, was man in einem fremden Land sieht. Gleichzeitig geht es mir jedesmal unglaublich gut damit, zu sehen wie es auch geht. Wie einfach. Wie unaufgeregt. Ohne Perfektionismus. Ohne durchzudrehen. Komisch genug, dass wir Nordmenschen so gerne Urlaub im Süden machen und doch nicht im Stande sind, die erlebte Gelassenheit mit nach Deutschland zu nehmen. Ich befasse mich auch schon wieder vorrangig mit Normen und Regeln der Technik und Fristen und Kosten…

In den Urlaub geht man, um sich zu erholen, um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Wenn es gut läuft, nähert man sich dabei einem anderen Alltag an, während man von seinem eigenen Alltag Abstand gewinnt. Dann kommt man nach Hause und ist vielleicht ein Stückchen leichter. Also im Kopf. Nicht auf den Hüften. :-D

[3162,2 km] Nachbars Dachterrasse und die Piraterei

Bevor ich zu den fotografierten Motiven wechsle, heute noch ein Blick über Nachbars Dachterrasse. Calasetta ist malerisch und freundlich. Eine Stadtgründung mit besonder Geschichte. Die ersten Einwohner von Calasetta waren norditalienischstämmige Siedler, die zunächst im 16. Jahrhundert eine Insel vor Tunesien besiedelt hatten. Diese Insel, Tabarka, wurde jedoch zunehmend von Piraten heimgesucht und ging schließlich im 18. Jahrhundert an den Herrscher von Tunis verloren. Die Bewohner wurden versklavt. Später gelang es dem Haus Savoyen aus Turin, die Freilassung dieser Sklaven zu erwirken und die Familien in der neuen Stadtgründung Calsetta und auf der Nachbarinsel in Carloforte unterzubringen. Die Stadt Calasetta dokumentiert dies durch Ihre ungewöhnlich strenges, schachbrettartiges Straßenraster und einen festungsartigen, kleinen Wachturm, der künftig vor nordafrikanischen Piraten schützen sollte.

Heute erwägt man, Calasetta und Carloforte wegen der einzigartigen Geschichte und der norditalienisch und tunesisch geprägten tabarkanischen Sprache gemeinsam in den Schutz des Weltkulturerbes zu führen.

Porto Pino