[Galaxy NX] Zurück in die Zukunft 

Da gab es mal ein Stück Kamerazukunft, das hatte keiner so recht verstanden. Das hinterließ die Testredaktionen ratlos und lag offenbar in den Regalen wie Blei. Es war radikal und irritierend und weit davon, perfekt … Weiterlesen →

[Samsung NX] Ein Abgesang

Nach allem was man in der Presse findet, hat Samsung sein NX Bajonett für spiegellose Kameras aufgegeben. Offiziell hat man sich zwar nur aus einigen (wichtigen) Märkten damit zurückgezogen, so richtig glauben will das aber … Weiterlesen →

[Gear acquisition syndrome] Durchblick

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Hoodman Compact Hoodloupe CH32. Gummi und Glas gegen Reflexe und dunkle Monitore.

Ein bedeutender Strickfehler der kleinen spiegellosen Kameras ist das Fehlen eines Suchers. Speziell bei Samsung NX hat man zwar die Wahl zwischen Kameras mit und ohne einem solchen ‚eye level viewfinder‘, die Möglichkeit einen Sucher als Zubehör bei den kompakteren Modellen nachzurüsten, gibt es aber nicht. In den meisten Fällen stört das nicht weiter, vielleicht bemerkt man es nicht mal. Bis man dann im Urlaub auf den Monitor der Kamera starrt und schlichtweg nichts mehr darauf sieht. Ist mir passiert, letztes Jahr mit der NX 1000. Dann versucht man sein Glück mit dem Schatten einer Hand oder man hält einfach blindlings drauf. Spray and pray: Irgendeines der Bilder wird schon passen. Unbefriedigend.

Der Reiz der spiegellosen Kameras liegt für mich in Ihrer Größe und mehr noch in ihrem Gewicht. Elektronische Sucher zum Aufstecken machen die Kameras wieder sperriger, verbrauchen Strom und wiegen auch noch mehr als 100 Gramm. Ganz billig sind sie auch nicht. Bei Olympus geht der Spaß z.B. bei gut 150,- EUR los, das aktuelle Modell kostet etwa 300,- EUR. Fest eingebaute Sucher bedeuten dagegen meist, dass die Kamera von vornherein wieder in einem DSLR-artigen Design daherkommt. Auch hier: größer, schwerer und teurer.

Durch einen Zufall bin ich jetzt an eine Hoodloupe CH32 geraten. Ich glaube nicht, dass ich sonst auf die Idee gekommen wäre, so ein Ding zu kaufen. Die Hoodloupe setzt man – ganz ohne irgendwelche Magnete, Klettverschlüsse oder sonst was – auf den Monitor der Kamera auf und schaut dann durch das Okular. Das bedeutet, man muss die Lupe zusätzlich festhalten, was erstmal abschreckend klingt. In der Praxis ist das aber ziemlich schnuppe. Das Okular ist so groß, dass man es einfach mit dem Auge selbst fixiert. Die linke Hand bleibt trotzdem frei. Hoodman wirbt damit, die verwendete Optik bestehe aus ‚deutschem optischem Glas‘, was auch immer das konkret bedeutet. Jedenfalls ist das Okular mit +/- 3 Dioptrin einstellbar (verdreht sich leider sehr leicht, muss man häufig nachstellen).

An der Hoodloupe befindet sich eine dünne Schlaufe, mit der man sie sich an sonnigen Tagen einfach um den Hals hängen kann (ich denke, ich werde das Band eher am Rucksack fixieren oder die Lupe in eine Tasche stecken). Die kritisierten 100 Gramm bringt Hoodman allerdings auch auf die Waage. Das Modell CH32 kann man einfalten. Es passt dann etwas besser in kleine Taschen. Riesig ist der Effekt aber nicht und der Gummi scheint an den Faltstellen auch schmerzlich dünn zu sein. Mal sehen, wie dauerhaft das ist.

Der Blick in die Hoodloupe ist dann aber tatsächlich beeindruckend. Das Monitorbild ist pixelscharf, hell und klar zu sehen und die Größe des Sucherbildes übertrifft jede Kamera, die ich besitze (abgesehen mal vom Lichtschacht der 6×6, den kann man schwer vergleichen). Pralle Sonne verliert ihren Schrecken, ich möchte fast behaupten, das Ding macht irgendwie Spaß. Mal sehen, was davon bleibt, wenn man den Spieltrieb abzieht und die Routine addiert. Jedenfalls macht es mir jetzt noch Spaß…

Preislich ist so eine Lupe irgendwo im Bereich der Schmerzgrenze angesiedelt. Die nicht faltbare Variante liegt im Onlinehandel bei rund 110,- EUR, die faltbare muss man im Auktionshaus erwischen.

Mein Fazit: Ich freue mich, mit der Hoodloupe jetzt auch vor ungünstigen Lichtverhältnissen mit der ‚kleinen‘ Kamera keine Sorge mehr haben zu müssen. Da es sich also um etwas handelt, das ich nur gelegentlich einsetzen muss, macht es sogar Spaß. Seine Funktion erfüllt es in meinen Augen zu 100%. Ich finde das Ding aber saftig teuer, ein bisschen sperrig und weiß noch nicht so recht, was ich von der Materialqualität halten soll. Aber ganz klar: Für Samsung NX und andere Kompaktkameras oder Spiegellose ohne Sucheroption ist das eine geniale Lösung. Viel besser, als ich auf den ersten Blick erwartet hatte.