[Gear acquisition syndrome] Sunsniper ‚The Pro‘ Steel and Bear

Sunsniper 'The Pro' im Einsatz

Tja, heute mal wieder was zum Thema ‚G.A.S.‘. Wer kennt nicht den Verdruss mit den herstellerseitig gelieferten Kameragurten. Um den Hals hängen ist schon mal ziemlich doof. Zum ersten mag ich es nicht, wenn mir die Kamera am Nacken zerrt, und dann baumelt das Ding auch noch bei jedem leichten Beugen des Oberkörpers haltlos in der Luft. Wenn man dagegen aufrecht geht, trägt man die Kamera in bester Touristenmanier ultraprominent vor sich her: ‚Schaut her, ich mache Fotos!‘. Die Kamera lässig über eine Schulter werfen ist auch nicht besser, zumindest bei mir rutscht die andauernd ab und das ‚Baumelproblem‘ ist noch ausgeprägter. Also war meine Lösung bisher immer, mir den Gurt mehr oder minder kunstvoll mehrfach ums Handgelenk zu winden und die Kamera einfach in der Hand zu tragen. Viel besser aber nicht gut. Eine Hand ist dadurch immer ‚belegt‘ (die rechte, noch dazu…) man wickelt den Gurt also ständig auf und ab, wenn man irgendwas tun will (Objektiv wechseln, etwas trinken, einem Kind beim Balancieren helfen, egal…) und das Sicherheitsgefühl ist trotzdem nicht toll. Außerdem ist das ganze buchstäblich ein Krampf mit den Gurten, die irgendwo diagonal über das Kameragehäuse spannen.

Also musste was geändert werden. Nach etwas ‚Studium‘ war mir schnell klar, dass ich einen Slinggurt wollte. So was wie den R-Strap oder eben den Sunsniper. Das Prinzip: Ein diagonal getragener Gurt, der in stabiler Position am Körper bleibt und auf dem die Kamera an der Hüfte hängt bis man sie greift und sie auf dem Gurt zum Auge hochgleitet. Sunsniper und R-Strap unterscheiden sich in groben Zügen dadurch, dass der R-Strap eine starre Öse in das Stativgewinde schraubt, an der dann ein recht konventioneller Karabinerhaken eingehängt werden kann, der auf dem Gurt gleitet. Beim Sunsniper schraubt man dagegen ein Kugellager an das Stativgewinde, an dem direkt der Bügel befestigt ist, durch den der Gurt verläuft. In beiden Fällen ist also das Stativgewinde ‚besetzt‘ (ohne weiteres Zubehör ist das lästig, wenn man häufig ein Stativ nutzen will) und im Falle des Sunsnipers ist noch dazu die Kamera nur durch Abschrauben vom Gurt zu lösen (beim R-Strap reicht es, den Karabiner zu öffnen). Insgesamt scheint es mir beim R-Strap mehr Zubehör zu geben (z.B. Stativplatten mit Karabineröse 😉 , einen aufklettbaren Diebstahlschutz oder zusätzliche Fixiergurte, die den Gurt fester auf der Schulter halten und ein verrutschen verhindern). Der Sunsniper bringt dafür direkt ein eingenähtes Stahlseil mit (Diebstahlsicherung) und hat dazu noch ein Federungselement, das den Tragekomfort verbessern soll. Mir hat er besser gefallen, weil er m.M.n. in allen Belangen ‚kompakter‘ und filigraner daherkommt. Außerdem ist er etwas billiger, wobei ‚billig‘ für diese Gurte ein sehr relativer Begriff ist.

In der Praxis muss sich der Gurt erst noch ausführlich bewähren. Was ich nach dem Auspacken und einigen ersten Streifzügen mit dem Gurt schon sagen kann, ist dass der Tragekomfort und die Benutzung sehr genau meinen Erwartungen entsprechen. Die Kamera hängt recht stabil und ‚baumelfrei‘ hinter der Hüfte und ist mit einem Griff vor dem Auge. Mit der Kamera herumzulaufen fällt plötzlich kaum noch auf, die Kamera fühlt sich viel leichter an und man hat beide Hände frei. Mein Vertrauen in die Verschraubung im Stativgewinde muss erst noch wachsen, vorläufig habe ich noch zusätzlich eine ‚Fangleine‘ (die Handschlaufe einer Kompaktkamera) zwischen der linken Kameragurtöse und dem Gleitbügel eingehängt. Wenn sich die Verschraubung lösen sollte, wird sie hoffentlich den Sturz der Kamera verhindern oder zumindest abbremsen. Nach einigen Tagen Nutzung gibt es allerdings keinerlei Hinweise darauf, dass das passieren würde.

OK. Zum guten Schluss: Hier kann man das Ding übrigens bestellen. Da fällt dann ein kleiner Teil für meine Serverkosten ab. Mehr kosten tut der Gurt dadurch nicht. Aber deswegen habe ich diesen Artikel nicht geschrieben. Wer übrigens lieber dem Forum www.digitalfototreff.de helfen will, auch dort gibt es einen Link zu Amazon. Das freut dann den Patrick und das ist auch gut 😉

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