[3162,2 km] Via Umberto – vom angeschlossen sein

Ich freue mich über Kommentare, wie kurz sie auch sein mögen.

Mit Gültigkeit der DSGVO am 25. Mai habe ich meine Statistik abgeschaltet. Gleichzeitig habe ich damit aufgehört, automatisch die ‚Fanpage‘ Motivprogramm bei Facebook zu füttern. Und Christoph Boecken hat sich dazu entschieden, f5punkt6 vom Netz zu nehmen. Das deutsche Fotoblogverzeichnis schlechthin. Weg. Diesmal vielleicht für immer.

Es ist erstaunlich, wie sehr man sich daran gewöhnt hat, zu sehen, ob man Selbstgespräche führt oder ob da draußen noch jemand mitliest und wer das ist. Unter den 600-700 Zugriffen, die mein Webhoster (inzwischen anonymisiert) verzeichnet, werden wohl die meisten von Suchmaschinen sein. Mich interessieren keine Suchmaschinen. Mich interessieren Menschen! Du interessierst mich! Ich freue mich darauf, von Dir zu lesen. Gerade jetzt, mit der DSGVO!

:-)

[3162,2 km] Il cielo è blu, annäherungsweise

Das Wetter war untypisch, in Calasetta. Die Einheimischen meinten, es sei sehr regnerisch, der Betreiber des Strandrestaurants in Maladroxia stöhnte sogar über einen existenzbedrohenden Mai. Aus unserer Sicht war es herrlich, ab und an eine Dusche, sonst T-Shirt-Wetter, das man aushalten kann ohne zu zerfließen.

Auch heute und in den nächsten Tagen: Bilder einer Annäherung über Details. Das war eine der Ideen, die sich mir fotografisch aufgedrängt hatten.

[3162,2 km] Annäherungsweise

Im Süden läuft vieles anders als bei uns hier in Nordeuropa. Natürlich spielt es eine Rolle, dass dort in der Wirtschaft und in den öffentlichen und privaten Haushalten weniger Geld und Umsatz vorhanden ist als hierzulande. Und man sollte sich hüten, zu romantisieren und zu verklären, was man in einem fremden Land sieht. Gleichzeitig geht es mir jedesmal unglaublich gut damit, zu sehen wie es auch geht. Wie einfach. Wie unaufgeregt. Ohne Perfektionismus. Ohne durchzudrehen. Komisch genug, dass wir Nordmenschen so gerne Urlaub im Süden machen und doch nicht im Stande sind, die erlebte Gelassenheit mit nach Deutschland zu nehmen. Ich befasse mich auch schon wieder vorrangig mit Normen und Regeln der Technik und Fristen und Kosten…

In den Urlaub geht man, um sich zu erholen, um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen. Wenn es gut läuft, nähert man sich dabei einem anderen Alltag an, während man von seinem eigenen Alltag Abstand gewinnt. Dann kommt man nach Hause und ist vielleicht ein Stückchen leichter. Also im Kopf. Nicht auf den Hüften. :-D

[3162,2 km] Nachbars Dachterrasse und die Piraterei

Bevor ich zu den fotografierten Motiven wechsle, heute noch ein Blick über Nachbars Dachterrasse. Calasetta ist malerisch und freundlich. Eine Stadtgründung mit besonder Geschichte. Die ersten Einwohner von Calasetta waren norditalienischstämmige Siedler, die zunächst im 16. Jahrhundert eine Insel vor Tunesien besiedelt hatten. Diese Insel, Tabarka, wurde jedoch zunehmend von Piraten heimgesucht und ging schließlich im 18. Jahrhundert an den Herrscher von Tunis verloren. Die Bewohner wurden versklavt. Später gelang es dem Haus Savoyen aus Turin, die Freilassung dieser Sklaven zu erwirken und die Familien in der neuen Stadtgründung Calsetta und auf der Nachbarinsel in Carloforte unterzubringen. Die Stadt Calasetta dokumentiert dies durch Ihre ungewöhnlich strenges, schachbrettartiges Straßenraster und einen festungsartigen, kleinen Wachturm, der künftig vor nordafrikanischen Piraten schützen sollte.

Heute erwägt man, Calasetta und Carloforte wegen der einzigartigen Geschichte und der norditalienisch und tunesisch geprägten tabarkanischen Sprache gemeinsam in den Schutz des Weltkulturerbes zu führen.

Porto Pino

[3162,2 km] Nachmittags am Anleger

Gute Freunde haben uns nach Calasetta gelockt, in dieses verschlafene Städtchen auf der Insel Sant’Antioco, tief im Süden Sardininiens. Christine und Stefan haben dort Ihre kleine alte Yacht liegen, seit sie vor 4 Jahren ein halbes Jahr durch das Mittelmeer geschippert sind. Den Schwarzwald haben wir also diesmal mit der Macchia getauscht, den Triberger Wasserfall mit dem Mittelmeer. Pfingsten 2018 war auch hierzulande sommerlich, das weiss man ja aber nie im Voraus. In Südsardinien herrschte dagegen noch eine frühe Sommerfrische, die man als Reisender nur schwer ‚erwischt‘, die man nicht planen kann: Alles blühte, alles war grün als wir ankamen. Der Wind war kräftig, sogar ein wenig Regen gab es. Fast könnte man von Nordseewetter sprechen. Allerdings vom Hochsommer an der Nordsee. Und wir Landratten durften etwas Seeluft schnuppern.

Eine frühe Sommerreise. Ich beginne mit Bildern, die ohne Fotoapparat entstehen.

[ohne Dach und Boden] Ich baue um für den 25. Mai

Am 25. Mai 2018 ändert sich aufgrund der Datenschutzgrundverordnung einiges für Fotografierende und für Blogger. Außerdem ächze ich gerade etwas unter einer Welle von Kommentarspam und von Brute-Force-Anmeldeattacken auf das Backend meines Blogs. Ich nehme beides zum Anlass, meinen Blog zu renovieren und auf Stand zu bringen, auch wenn ich hier eine rein private Website als Hobby betreibe und von daher nach meinem Verständnis eigentlich nicht viel machen müsste*.

 Kloster Hirsau – Ohne Dach und Boden seit 1692. Ich hoffe mal, meine Aktion hier endet nicht so. Obwohl – schön ist es dort ;-)

Vorübergehend sind deswegen beispielsweise alle Kommentare deaktiviert. Für die Beiträge will ich die später wieder einschalten, für die Medienseiten (Bilder) bleiben Sie auf Dauer aus. Geschafft habe ich es schon, die ganze Website auf https umzustellen. Theoretisch solltest Du jetzt also ein grünes Schlösschen in der Adresszeile des Browsers haben?! Gut. Falls nein, freue ich mich über eine E-Mail!

Ebenfalls auf Dauer verschwunden sind die Social-Media-Buttons. Wenn Du was teilen willst (was mich immer freut), musst Du das jetzt eben von Hand machen. Die Buttons nutzen eigentlich nur den großen Datenkraken, weil sie auch dann aktiv sind, wenn man sie gar nicht nutzt. Weg damit. Genau wie Askimet (schon lange) und Jetpack (nun auch) aus meiner Installation verbannt sind.

(Update 10. Mai 2018:) Mittlerweile habe ich die Buttons von ‚Shariff Wrapper‘ für mich entdeckt. Sie stellen keine Verbindung zu den verlinkten Diensten her, bis man aktiv darauf klickt / tippt und sind damit nach allem was man lesen kann DSGVO-konform.

Deaktiviert habe ich das Nachladen von Google-Schriftarten, das bei WordPress tief verwurzelt ist. Ausserdem habe ich die Gravatare an Kommentaren abgeschaltet und auch die ebenfalls tief eingebetteten Emojis. Alle diese Funktionen würden sonst von dritter Seite Daten nachladen, was dem Schutz der Privatsphäre nicht unbedingt dient.

(Immer noch der 10. Mai:) Eines der Themen, die man in den Hinweisen zur DSGVO selten findet ist der Referrer. So weit ich das verstanden habe, funktioniert das wie ein Staffelstab. Wenn jemand von meiner Seite aus kommend eine andere Website ansteuert, dann erhält die andere Website als Info immer meine URL, weiss also, woher der neue Besucher gerade kommt. Im Sinne des Datenschutzes: doof. Lässt sich aber mit einer zusätzlichen Zeile im Header abschalten. Was ich jetzt getan habe. Danke für den Tipp an Sebastian!

(10. Mai, kurz vor Mitternacht:) Kommentare für künftige Artikel (und für diesen hier) sind wieder online. Ab sofort muss man halt nochmal die Datenschutzerklärung abnicken.

Wundere Dich nicht, wenn in den nächsten Wochen manches vorübergehend ein bisschen komisch aussieht. Hier ist momentan Baustelle. Danach ist alles hübsch und neu und hoffentlich auch sicher für uns alle.

*Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Er gibt nur meine Meinung wieder. Klar, oder?