[L] Stuttgart bewegt

Woche 10 Kürzlich haben wir uns hier über Instagram unterhalten. Dass Instagram bei mir eine andere Art zu fotografieren auslöst, dass ich aber womöglich falsch liege, was das Thema Bildserien angeht. Sie sind auch dort … Weiterlesen →

[L] Capitol Hill, Stuttgart


Woche 7.

„Die Liebe höret nimmer auf“. Das steht über der Tür der Grabkapelle auf dem Rotenberg in Stuttgart. So ein schöner Satz! Hier liegt König Wilhelm I von Württemberg neben seiner Frau Katharina, für die er das Mausoleum errichtet hat. Der Innenraum der Grabkapelle – obwohl nicht wirklich groß – entfaltet eine wunderbare Wirkung. Obwohl mir als Architekt da zuerst Palladio einfallen müsste, hat mich die Halle heute vor allem an den Innenraum des Kapitols in Washington erinnert.

Bilder der Halle. Alle aufgenommen mit dem DA 4.0/15mm Limited auf der Pentax KP:

(L) Instagram

Woche 5 ‚L‘, das steht für 50. Auf meiner Geburtstagsfeier wurde ich darüber informiert, mit 50 sei ich nun kein gealterter Jugendlicher mehr. Stattdessen sei ich ein jugendlicher Alter. Schönen Dank auch. Aber OK, dann … Weiterlesen →

[L] Zentralperspektive

Woche 3 Wenn man sich also wieder auf seine Umgebung, auf das Spielen und Experimentieren einlässt (Conny), wenn man den Ballast des Wollens und Sollens einfach liegen lässt, dann kann man sich im positivsten Sinne … Weiterlesen →

[L] Angebunden

Woche 2: Eine Miniserie. Eine Fingerübung. Ein ambivalentes Wort.

Ich war im Urlaub. Abstand vom Alltag ist das Ziel und es ist mir gut gelungen obwohl unsere Urlaubsziele diesmal wenig exotisch waren: Wir haben eine Woche im eigenen Garten gezeltet und in der zweiten Woche waren wir – wie jedes Jahr ein Mal – auf dem Sigmundenhof im Schwarzwald. Dort gibt es einen leisen Ort (der ganze Hof ist ein leiser Ort) am Waldrand. Eine hölzerne Hängematte lädt dazu ein, die Ruhe aufzunehmen und wirken zu lassen. Ich hatte die Kamera dabei – aus einer Laune heraus mit dem Lensbaby drauf – und habe mich an einer bewährten Übung versucht, um herunter zu kommen und den Blick zu trainieren: Einfach mal zehn, fünfzehn Minuten lang nur noch eine Sache fotografieren. Noch besser wäre eine halbe Stunde, was ich hier aber nicht geschafft habe. Nach den ersten Aufnahmen denkt man, „das war’s, ich hab’s im Kasten“. Aber wenn man sich wirklich drauf einlässt, dann findet man vielleicht plötzlich in ein Thema, zu einem Label, einem Gedanken: „Angebunden“. Ein Wort mit Spannweite. Und wenn man dann mit dem Wort im Kopf weiter fotografiert, dann verändert das Thema plötzlich den Blick. Und ein paar Spielereien lernen, ein klein wenig zu fliegen.

[L] Woche 1

Seit einer Woche bin ich wieder mal ein Jahr älter. Nichts besonderes, man fühlt sich am nächsten Morgen nicht anders als am Abend davor. Aber die Zahl! Symbolträchtig. Und so beginne ich dieses Jahr mit einem Rückblick. Weit zurück und ohne Bilder. Nein, ohne Fotos.

Als mein Vater 50 wurde, war ich 18 und er war alt. Heute bin ich der Vater und hab meinen Kindern scherzend angekündigt, auch ich würde jetzt alt. Mein Sohn nahm es mit Gelassenheit und offensiver Langeweile: ‚Papaaaaa‘. Meine Tochter ist jünger. Sie verbot mir mit unsicheren Anflügen von echter Sorge das Tragen von beigefarbener Kleidung aller Art. Ich müsse so bleiben, wie ich sei. Ein schöneres Geschenk kann man sich ja kaum wünschen.

Mein Vater also war alt. Aus meiner damaligen Sicht. Er pflegte seine Hobbys, in dieser Zeit war das bei Ihm vorrangig die Angelei. Er angelte so oft sich Gelegenheit bot und war aus unserer Sicht in dieser Zeit vor allem einfach nicht da. Denn geangelt wurde am frühen Morgen und danach verschlief mein Vater die Mittagszeit auf dem Sofa. Nachmittags war dann oft genug Vereinsarbeit angesagt oder er ackerte mit meiner Mutter im Garten und kämpfte im Winter mit einem elektrischen Heizlüfter in der Garage dagegen, dass die selbst erzeugten Kartoffeln von Frost verderben. Mein Vater kaufte in dieser Zeit ein neues Auto, das sich schnell zu meinem neuen Auto mauserte (wie gesagt: ich war 18). Er wechselte einen Job, zum letzten Mal. Gut 10 Jahre später ging er in Rente. 45 Beitragsjahre. Er kleidete sich (vorsichtig ausgedrückt) sehr konservativ, Musik in unserem Haus kam aus dem Fernseher in der nussbaumfurnierten Wohnzimmerschrankwand oder aus einem Transistorradio in der Küche und war volkstümlich. Immerhin noch wirklich traditionell: Zither, Akkordeon, mehrstimmiger Gesang in weitgehend unverständlichem Dialekt. Das sind so Erinnerungen an meinen Vater mit 50.

Natürlich fühle ich mich jünger als er mir im Rückblick erscheint. Meine Kinder sind jünger, mein Musikgeschmack ist jünger, mein Berufsleben ist jünger und meine Hobbys kommen ohne Verein aus. Auch dieses hier: die Fotografie und das Bloggen. Aber natürlich bin ich nicht wirklich jünger und an so einem symbolträchtigen Datum holt einen die Zukunft in Form von Erinnerungen ein. Ja, das geht. Erinnerungen an meinen Vater, der nur wenige Jahre nach seinem Ruhestand mit einem schweren Schlaganfall zumindest den Teil seines Lebens verlor, der mit Erinnerung und mit dem zu tun hatte, was ihn ausmachte. Was ihm Spaß machte. Wenn wir ihn später im Rollstuhl am Wasser entlangschoben und ihm die stehenden Fische unter überhängenden Zweigen zeigten, reagierte er nur mit Traurigkeit.

Erinnerungen sind ein Stichwort, das mich seit langem beschäftigt. Das ‚Liebeslied‘, das ‚Haushaltsbuch‘, das sind Serien, die sich unmittelbar mit Erinnerung befassen. Die erste mit Menschen, die andere mit persönlichen Dingen. Bei ‚Lichtseen und Schattenpfützen‘ bezieht sich das Erinnern auf Räume und Licht, nicht auf Momente und Menschen oder konkrete Gegenstände. Meine größte Serie, ‚Heimatfilm‘ spielt schon im Titel mit Wörtern, die einem auch im Kontext von ‚Erinnerungen‘ einfallen könnten. Tatsächlich schwang bei dieser Serie immer mit, eine Sammlung von Bildern zu schaffen, die den Ort der Kindheit meiner Kinder einfängt. Wenn die sich in 20 Jahren mal fragen, warum sie eigentlich in einem Hochhaus aufgewachsen sind. Und wie das mal war. Bilder formen die Erinnerung in der Zukunft. Diese Last und diese Macht tragen sie in sich.

Ich hab auch mal dargelegt, warum nur Bilder wichtig sind, die mir wichtig sind. Daran hat sich dem Grunde nach nichts geändert. Was sich ändert, sind die eigenen Prioritäten. Die eigene Meinung, was denn nun wichtig sei, was kennzeichnend sei für unsere Zeit, unser Leben, mein Leben, mich. An was möchte ich mich erinnern. An was möchte ich erinnern. Wie möchte ich erinnert werden?

Ich habe mir vorgenommen, daran (wieder) intensiver zu arbeiten. Ich kann und will nun kein großes neues Projekt ausrufen, denn ein eng umgrenztes Konzept habe ich nicht. Vielleicht werde ich dort hin finden, in den letzten Jahren hat mich die Suche nach einem solchen Konzept aber nicht immer vorwärts gebracht. Manchmal hat sie mich auch gelähmt. Aber laut zu denken, hier, das hilft mir immer. Und Feedback zu bekommen natürlich. Vor allem aber hilft es aber auch, zu fotografieren oder zu zeichnen. Kleine Serien, kleine Reisen, kleine Fluchten. Mal als Fingerübung oder Experiment, mal als beständiges Kreisen um meine Themen: Heimat, Liebe, Raum, Erinnerung. Neues und Vertrautes. Allgemeines und Besonderes. Regeln und Ausnahmen. Überblick und Details. Medienwechsel.


[im Netz verfangen] schwarz auf weiss

[Liebeslied] Glücksache

Ich war nie ein besonders ausgefuchster Schachspieler. Mehr als 2-3 Züge versuche ich selten im Voraus zu planen und meine Strategie besteht am ehesten darin, meinem Bauchgefühl zu folgen. So ein Glück! Mein Sohn hat … Weiterlesen →