[Samsung NX] Ein Abgesang

Nach allem was man in der Presse findet, hat Samsung sein NX Bajonett für spiegellose Kameras aufgegeben. Offiziell hat man sich zwar nur aus einigen (wichtigen) Märkten damit zurückgezogen, so richtig glauben will das aber niemand. Schon bei der Aufgabe des Spiegelreflexsystems, das damals (nicht nur) das Bajonett von Pentax übernommen hatte, hat Samsung (soweit ich das weiß) niemals ein offizielles Statement abgegeben. Jedenfalls stehen (wiederum: nicht nur) meine beiden NXen offenbar ohne System da. Sind sie nun Fehlinvestitionen gewesen? Oder sind sie dazu geworden?

Angefangen hatte alles mit dem Sonderangebot einer Supermarktkette. Da wurde die NX 1000 am Ende ihres Produktzyklus für unverschämte 200,- € verramscht. Ich konnte nicht widerstehen (dieser Satz zieht sich sinngemäß durch meine ganze Geschichte mit Samsung NX). Dazu kamen mit der Zeit eine kleine Halbtasche, ein paar Adapter für meine alten Objektive, und schließlich eine große ‚Schwester‘ zur kleinen 1000er, eine (kaum) gebrauchte NX 300, wieder für rund 200,- und wieder mit allerlei Zubehör. Schließlich kaufte ich auch noch (gebraucht) das 2.4/16 mm und später (neu) das winzige 3.5-5.6/16-50 mm Objektiv. Ein gar nicht mehr so kleines Sortiment.

[Samsung NX] Ein Abgesang

Dass Samsung nun sein Engagement im Kamerasektor herunterfährt, fiel zeitlich damit zusammen, dass mir an diesen Kameras zunehmend der ‚Eye-Level-Viewfinder‘ fehlte. Oder deutsch und knapp: der Sucher – sei er nun optisch (was ich bevorzuge) oder elektronisch. Was Samsung versäumt hatte, habe ich nun mit fremdem Zubehör wett gemacht, da innerhalb des Systems nun wohl keine Alternative (im Stile eine Sony Alpha 6000 / 6300) mehr zu erwarten ist. Die NX 1000 erhielt also einen optischen Sucher von Sony, der (fast) perfekt zum 16 mm Pancake Objektiv passt. Für die NX 300 mit dem 16-50 mm PZ fand ich nach einiger Suche einen uralten Finder von Zeiss (Zeiss IKON 426). Er zeigt Leuchtrahmen für 20, 30 und 50 mm (APS-C) und das gesamte Bild (außerhalb der Rahmen) passt so etwa für 16 mm. An beiden Kameras wechsle ich das Objektiv eigentlich gar nicht mehr. Die großen hellen Sucher machen mächtig Spaß, selbst wenn sie keinerlei zusätzliche Informationen liefern und der Bildausschnitt nicht so präzise vorhersagbar ist wie bei einer DSLR oder bei einem elektronischen Sucher. Ein Aufstecksucher ist dafür unübertroffen unmittelbar. Nicht mal eine Mattscheibe, geschweige denn ein Monitor und Elektronik steht zwischen Motiv und dem Auge. 

[Samsung NX] Ein Abgesang-2
Sucherbild am Zeiss IKON 426. 60 Jahre alt und trotzdem wie gemacht für die NX 300 mit dem 16-50 PZ

Das Ergebnis sind nun zwei ‚Kompaktkameras‘ mit großem Sensor und Revisionsöffnung um diesen Sensor sauber zu halten, jeweils mit passendem Sucher und passender Halbtasche, eigentlich zwei ganz schicke Dinger. Wenn man diesen beiden zum Beispiel die Ricoh GR oder die Panasonic Lumix LX100 gegenüberstellt, dann ist zwar klar, dass das die charakterstärkeren Kameras sind, gleichzeitig stellt man aber fest, dass die Samsungs in der Ausstattung und Bildqualität mindestens ebenbürtig sind. Und trotz der zusätzlichen Objektive und Sucher, die den Preis für die 1000er auf rund 350,- und für die 300er auf rund 400,- angehoben haben, sind sie preiswert geblieben. Es wäre nicht einfach, etwas vergleichbares zu diesem Preis zu finden. Auch nicht als junge Gebrauchte. Umgekehrt ist es aber so, dass man eine Samsung – unabhängig von jeder Logik – zur Zeit gebraucht praktisch nicht mehr verkaufen kann. Außer man würde sie fast verschenken. Also muss man sie wohl behalten. Besonders schwer fällt mir das zum Glück nicht.

Nun ist bei all dieser ‚Umgestaltung‘ das sehr gute 20-50 mm-Objektiv übrig geblieben, das damals bei der NX 1000 im Karton lag. Und die Adapter für Pentax und Nikon. Tja, was soll ich sagen. Wider jede Vernunft kommt nun noch mal eine NX-Systemkamera dazu, das ehemalige Topmodell, die Galaxy NX. Ich konnte nicht widerstehen… 😉 (Fortsetzung folgt…)

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