[Wert und Wertigkeit] Cewe-Fotobücher im Vergleich

[Wert und Wertigkeit] CEWE-Vergleich-1

[Wert und Wertigkeit] CEWE-Vergleich-2

Ich habe mal wieder Bücher machen lassen. Ein Fotobuch aus dem Schwarzwald. Und da ich ohnehin mehrere Exemplare des Buches drucken lassen wollte, hat mich die Neugier gepackt. Wie fällt wohl der Unterschied zwischen teuer (Hardcover, Belichtung auf Fotopapier) und preiswert (Softcover, Druck auf Normalpapier) aus? Ich mach es kurz: Ich werde für den Eigenbedarf nie mehr gedruckte Bücher bestellen.

26 bedruckte Innenseiten kosten mit Softcover derzeit 21,95 EUR (A4 quer). Das selbe Buch auf Fotopapier belichtet kostet 32,95 EUR. Mehr als 50% Aufpreis also, in diesem Fall. Das gedruckte Buch kam zwei Tage früher und hatte also die Chance, nicht gleich im direkten Vergleich antreten zu müssen. Für sich genommen, kann es durchaus gefallen. Da ich schwarze Seitenhintergründe verwendet habe, kann ich über eine sehr schöne satte Tonung berichten. Die Bilder sind auch in den Schatten sehr schön durchgezeichnet und entsprechen farblich und tonal dem, was ich vom Bildschirm her erwartet hatte. Das Cover ist ein bisschen überhart in der Schärfe (obwohl ich eigentlich jede Optimierung ausgeschaltet hatte), wirkt aber frisch und hochwertig, etwa wie ein gut gemachtes Taschenbuch.

Als dann aber das Buch auf Fotopapier kam, war das ein Unterschied, der größer kaum sein könnte. Dass das Buch über die viel dickeren Seiten und den Hardcovereinband drei mal so dick ausfällt, hätte ich wissen können. Wenn es dann vor einem liegt, überrascht es dennoch. Und wie es vor einem liegt! Durch das andere Fertigungsverfahren blättert das Buch auf jeder Seite vollkommen flach auf. Kein Bundsteg. Ich weiß zwar nicht, wie oft das Papier diese Bewegung aushält, im Neuzustand ist es aber beeindruckend.

Was die Bildwiedergabe angeht, so gibt es zwei Erkenntnisse: Die gedruckte Version ist (bei normalem Betrachtungsabstand) gut. Wenn Bilder im Miniaturformat verwendet werden, wird allerdings das Druckraster sichtbar, einfach weil man näher ran geht und genauer hinsieht. Dieses Problem kennt das Buch auf Fotopapier nicht. Allerdings reproduziert es die Bilder ein kleinen Bisschen dunkler, was schnell mal zu mehr abgesoffenen Bildteilen führt, als geplant. Für ein CEWE-Buch auf Fotopapier ist es also besser, eine halbe Blende heller nachzubearbeiten oder die Schatten ein bisschen anzuheben (immer vorausgesetzt, die automatische Optimierung ist deaktiviert).

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Mein Fazit stand schon in der Einleitung. Das Buch auf Fotopapier ist seinen Aufpreis wert. Punkt. Eine Gedruckte Version ist aus meiner Sicht nur interessanter, wenn es um größere Auflagen geht (Kosten). In diesem Fall sollte man darauf achten, keine zu kleinen Bilder abzusetzen, im Layout einen reichlichen Bundsteg einplanen und natürlich keine Bilder über zwei Seiten strecken.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Als Pixelpieper am Monitor fand ich auch Drucke aufm Papier schon immer nur „okay“. Photobücher als Photo, da kann ich nur zustimmen. Ausnahme für die Ausgabemethode: Kalender. Da wellt sich Photopapier meist und ist zudem nur mit Filzer beschreibbar. Evtl. noch FineArt auf irgendwelchen dicken Papieren, deren Struktur und Weißton man mag. Aber ne gute Photoausbelichtung ist schon was. Muß da aber auch noch mehr probieren … denn selbst die sind mir oft nicht zureichend. Muß da mal n Vergleich machen zwischen Agfa dLab, Durst Lambda, usw. Ich hätte z. B. unterm Spiegelstereoskop auch unter Vergrößerungsglas gern noch Schärfe … hab immer den Eindruck, die versprochenen dpi verschmelzen auch n My zu Brei. Selbst bei exakter Anfertigung und eigener Skalierung …

  2. Hey Ritter!

    Wir unterscheiden uns offenbar in einem zentralen Punkt: Für mich sind Bilder erst auf Papier ‚fertig‘. Leider ist es eine Tatsache, dass ich das zwar von mir weiss, es aber dennoch viel zu selten umsetze.

    Wenn ein Bild aber erst mal auf Papier ist, verwende ich dann aber in aller Regel (dieser Artikel hier ist die Ausnahme) keine Hilfsmittel mehr, um die Qualität zu prüfen. Dort geht es mir einfach um den Augenschein.

  3. Ich wollte ja nur ausdrücken, daß ich – ähnlich wie am Monitor – eben auch auf Papier gern genau hinsehe. Und nicht nur, um die Qualität um ihrer selbst Willen zu prüfen, sondern um die Bilder neu erleben zu können: in Körperfarben (statt in Lichtfarben). Ich lasse zwar nur fertige Bilder ausbelichten, aber eben fertig im Sinne der Bearbeitung. Das Papierphoto selbst ist für mich nicht das fertige Endstadium, sondern nur ein Präsentationsmedium … sprich: gäbe es e-Ink-Color-Tabletts in guter Qualität, ich hätte wohl in der Tat bis auf ein paar Poster an der Wand keine Photoalben/-bücher mehr. 😉

    Bis die Technik soweit ist, lasse ich auch ausbelichten und bin da eben wieder auf der Jagd nach guter Qualität. Ich denke, der wichtigere Unterschied zwischen uns liegt im Skalaren … ich hab Schwierigkeiten mein Motiv auf 13×19 cm zu wissen und zu sehen, da für mich nicht das große Ganze (Hund, Katze, Gesicht) im Bild das alleinige Motiv ist, sondern die Farbe der Regenbogenhaut der umherstehenden Leute, welche sich im Auge eines Portraitierten wiederspiegeln. 😉 Ist wirklich so ein Wunsch nach exaktem unverwaschenem, echten und nahezu beliebig skalierbaren Detail … da ist leider eh viel Wunschdenken und praktisch gesehen ist man dann dem derzeit nur gering möglichen Detail wenigstens noch bestmöglich hinterher.

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