[Pflichtprogramm] Phnom Penh in Stuttgart

[Kambodscha] Ausstellung ifa-1

Hier habe ich schon einige Fakten über die Situation im Kambodscha unserer Tage zusammengetragen. Das Land hat mich (uns) seit unserer Reise nie mehr ganz losgelassen. Schon deswegen war die Ausstellung in der ifa-Galerie in Stuttgart, ‚Pflichtprogramm‘. Aber keine lästige Pflicht. Aus den Exponaten hervorheben möchte ich die Objekte von Sopheap Pich und die Fotografien von Khvay Samnang.

Sopheap Pich baut großartige Skulpturen, häufig aus Rattan / Bambus. In Stuttgart zu sehen war als Großskulptur seine Arbeit ‚Floß‘ (zu sehen im Foto oben), die direkten Bezug auf die Zerstörung seines Ateliers am Ufer des Boeung-Kak-Sees nimmt.

Der Fotograf Khvay Samnang war mit seiner Serie ‚Human Nature‚ vertreten. Die großformatigen Bilder führen einen gleichzeitig in den intimen Wohnbereich der Bewohner des ‚Weissen Hauses‘ in Phnom Penh (soweit ich verstanden habe, ist das das ehemalige olympische Dorf des wichtigsten kambodschanischen Architekten der Moderne, Vann Molyvann) und setzten doch auf verwirrende Weise eine Grenze, indem alle Portraitierten Masken tragen. Das Plakat der Ausstellung nutzt dagegen ein Motiv aus seiner Serie über die Zerstörung des Boeung-Kak-Sees.

[Kambodscha] Ausstellung ifa-2

Mich hat die Unmittelbarkeit in den ausgestellten Arbeiten beeindruckt. Obwohl ich nur kurz Gast in Kambodscha war und als Tourist vieles nur von der Oberfläche her sehen konnte, habe ich dort dennoch eine verblüffende Offenheit der Leute vor dem Hintergrund der teilweise bedrückenden Geschichte wahrgenommen. Auch die im ifa ausgestellten Künstler vermitteln eine Offenheit und Zugänglichkeit in Ihren Arbeiten, die geradezu entwaffnend wirkt. Und das ist in aller Doppeldeutigkeit eine gute Sache.

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