[Wasser] Hafenstadt

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Im Herbst hatte ich mich auf die Suche nach dem Wasser in Stuttgart gemacht. Gefunden hatte ich es in blauen Rohren, die mit leichten Anklängen an den Film Brazil durch die Innenstadt Stuttgarts verlegt wurden, um das Grundwasser in den Bauphase des Tiefbahnhofs abzuleiten.

Heute bin ich erneut auf die Suche gegangen. Auch Stuttgart ist eine Hafenstadt. Der Hafen ist nicht romantisch und schon gar nicht schick. An den meisten Stellen ist er nicht mal verfallen oder verlassen. Er ist einfach ein Industriestandort. Dort wird Schrott umgeschlagen, Bauschutt verladen, halbfertige Werkstücke oder Rohstoffe verschifft oder gelöscht. Vieles davon in Containern. Wie überall.

Und doch hat so ein Hafenbecken Ausstrahlung. Die Luft schmeckt ein bisschen nach Ferne. Zwischen Enten, Tauben und Krähen treiben sich auch ein paar Möwen herum. Und das Wasser. Selbst der trübe Neckar lässt mich Durchatmen. Auch zwischen Verladekränen und Müllsäcken, zwischen Rangiergleisen und Containerburgen. Erstaunlich. Ich kenne das, seit ich mal eine Saison regelmäßig dort Rudern war. Aber es überrascht mich trotzdem immer wieder.

Gefunden habe ich aber nicht nur Wasser. Gefunden habe ich an einem wechselhaften Tag auch Häuswände, die von Schrott und Schutt in Gemälde verwandelt wurden. Ich bin erst zwei mal dran vorbeigestolpert, bevor ich mein Geschenk entdeckt hatte.

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[Heimatfilm unltd.] Wasser

Dass Stuttgart eine Stadt am Wasser ist, merkt man erst wenn man gräbt. Es gibt hier kaum Gewässer. Die Stadt liegt an einem weitgehend verrohrten Rinnsal namens Nesenbach. Es mündet in den Neckar. Der Neckar … Weiterlesen →

[Von Lücken, Löchern und anderen Mythen] Dallmayr ohne Kaffee

Gestern habe ich zwei Artikeln von zwei Leuten gelesen, deren Blogs ich verfolge. Von Conny Hilker und von Martin Gommel. Und zu beiden Artikeln gab es viel Feedback. Conny schreibt darüber, dass sie ihr ‚Jahresprojekt‘ fallen lässt (in ihrem Fall hätten es 52 x 7 Bilder werden sollen). Und Martin schrieb ein Statement dazu, sich mit seinen Bilder selbst genug zu sein. Einen Artikel über (seinen) Umgang mit Öffentlichkeit und Reaktionen in ’sozialen Medien‘. Nicht umittelbar zwei zusammengehörige Artikel aber letztlich kreisen beide – und vor allem viele Kommentare – um die ‚Kreativität‘ und den Umgang damit. Bei Martin speziell auch um das Thema ‚Disziplin‘. Ich will gar nicht direkt auf die beiden Artikel eingehen. Sie haben mich einfach positiv angeregt, diesen kleinen Exkurs zu versuchen:

‚Kreativität‘ ist ein Mythos.

Für (Berufs-) Fotografen setze ich ähnliches voraus wie für Architekten: ‚Kreativität‘ ist kein Schmetterling sondern eine Kuh. Sie kriegt regelmäßig Futter und wird gepfegt aber sie muss auch jeden Tag Milch geben. Sonst kann man den kreativen Berufszweig an den Nagel hängen und sich eine andere Nische im Berufsbild suchen. Nur rumflattern und manchmal gut aussehen reicht nicht. Aber wie ist das bei Amateuren?

In vielen der Kommentare (zu beiden Artikeln) wird über Lücken und Löcher geschrieben. Ich selber hatte ja vor zwei Wochen auch einen kleinen Hinweis darauf in einem Bildtext versteckt. Klar, Amateure können sich Löcher erlauben. Viele versuchen sich ‚Leitern‘ zu bauen, indem sie neues Zeug anschaffen (ich hab schon mehrfach erwähnt, dass ich mich dem allgemeinen Heulen und Zähneklappern über das ‚Gear Acquisition Syndrome‚ nicht anschliessen mag. So lange man sich oder seine Familie damit nicht in Schwierigkeiten bringt, ist das als Teil des Hobbies absolut in Ordnung. Andere Hobbies sind teurer). Leider führen die Leitern nicht immer aus dem Loch. Manchmal führen sie nur in ein neues. Andere Leute schaffen es, ihr Zeug einfach in den Schrank zu legen und stattdessen Fahrrad zu fahren (oder so). Wenn sie später zur Fotografie zurückkehren (…wenn…) stellen sie womöglich nach einiger Zeit fest, dass sich nichts verändert hat. Leider auch das Loch nicht.

Vielleicht hilft also der Blick auf die ‚Berufskreativen‘: Gute Entwürfe (gute Bilder) sind immer auch Arbeit. Also geht man eben arbeiten. Just do it. Ich würde behaupten, dass der weitaus größte Teil unserer gestalteten Umwelt und unserer Bilder – unabhängig von der Qualität! – eher durch Arbeit als durch Geistesblitze entstanden ist.

Kreativität hat aber oft den Nimbus des Genialen, man wartet drauf, dass sie einen förmlich anspringt, oder man glaubt, dass sie (anderen) angeboren ist. Ich würde ‚Kreativität‘ mal mit ‚gestalterische Intelligenz‘ übersetzen. Damit kommt man schon recht weit. Jeder hat sie, in unterschiedlichen Ausprägungen. Und wie Intelligenz lässt sich die Kreativität auch schulen. Wenn man sie aber nicht verwendet, rostet sie ein. Arbeiten gehen.

Ein anderer Aspekt ist immer auch die Frage, was ich eigentlich tue und warum. Diese beiden Fragen betreffen aber tatsächlich vorrangig den den freien Künstler (egal, ob er davon leben will oder ob er es als Amateur betreibt). Sein Thema zu finden empfinde ich persönlich als den schwersten Part. Im Beruf habe ich einen Auftrag. Die Lösung liegt immer in der Aufgabe. Man kann sofort anfangen, danach zu forschen. In der freien Fotografie muss ich meinen Auftrag selber finden. Komm, Kreativität, spring mich an!

Macht sie aber nicht (bei mir zumindest). Also auch wieder arbeiten. Fotografieren. Bilder sichten, eigene und fremde, Bücher lesen, aufmerksam mit den eigenen Reaktionen umgehen. Aufmerksam mit den Reaktionen Dritter umgehen, ja, auch mit denen bei flickr und Co. Was ist mir wichtig? Und warum? Welche Bedeutung hat das für mich? Das ist der Grund, warum ich dieses Jahr die 4 x 13 Bilder machen wollte. Vier Serien. Vier Anläufe. Vier mal was fallen lassen und das Werkzeug an einem neuen Punkt ansetzen.

Jedes Bild ein Selbstportrait.

[life is thirtyfive] italienische Augenblicke

Dieses Bild hab ich ‚[life is thirtyfive] Dallmayr ohne Kaffee‘ genannt. Bei flickr hab ich ausserdem dazu geschrieben:

‚Ein italienischer Augenblick. Mitten in Stuttgart. Mit dem Cosina 2.8/24, offen. Ein Selbstportrait. Da kommt alles zusammen: Heimatfilm. Weltreise Stuttgart. Life is thirtyfive. Selbstportrait eben. Und im Bild bin ich auch noch.

Ich mag den Blick des klassischen 35-Millimeter-Objektivs (hier am Cropsensor muss eben ein 24mm-Glas ran). Deswegen ist hier auch nix geschnippelt oder gedreht. Echt jetzt.‘

Den Bildtitel kann man vielleicht gar nicht verstehen, der ist fünf mal um die Ecke gedacht. Es gibt/gab da diese Dallmayr-Werbung, in der München aussieht wie eine beliebige norditalienische Stadt. Da kurvt der Kunde dann mit seiner Vespa rum, damit der Kaffee, den er schließlich kauft ein bisschen mehr nach Aroma aussieht als nach Alltag.

Aber warum ich dieses Bild gemacht habe, das verstehe ich. Und das liegt daran, dass ich mich seit ein paar Jahren ‚zwinge‘ in Serien zu denken und zu fotografieren. Also weg von der Hoffnung auf spontane Kreativitätsanfälle, hin zur Arbeit. Noch mal: just do it. Und so kommen in diesem Bild gleich eine ganze Latte von Themen zusammen, die in dieser ‚Arbeit‘ entstanden sind:

‚Heimatfilm‘, mein Kopfkino über meine Heimat. Eine Foto- und Beitragsserie an der ich jetzt im zweiten Jahr dran bin.

‚Life is thirtyfive‘, vielleicht eine künftige Serie. Mal sehen. Momentan ist es der Verweis auf einen Blogbeitrag, in dem ich den Blickwinkel des ‚alten‘ 35ers abgefeiert habe.

Und ‚Weltreise Stuttgart‘ greift noch weiter zurück. Eine Serie über Fernweh. In jedem Bild – oder zumindest in jeder der kleinen Serien – erkennt man aber, wo man wirklich ist. Hier in Stuttgart. Das war sozusagen der Vorläufer zum Heimatfilm.

Kreativität ist ein Mythos, Löcher sind normal, (s)ein Thema zu finden ist die eigentliche Arbeit. Während dessen einfach (weiter) zu arbeiten ist ein eine gute Idee. Gute Ideen kommen dann von selbst. So etwa.

[Eine Weltreise durch Stuttgart] Dschungeltrek im Amazonasbecken

Weltreise Stuttgart Amazonas-1

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[fortgesetzt] Eine Weltreise durch Stuttgart. Cincinnati, OH, USA

Eine neue Dreierreihe aus meiner kleinen Serie, die ich nicht vergessen habe. Diesmal habe ich nach Motiven gesucht, die für das ‚amerikanische‘ unserer Städte stehen. Fast ein eigenes Thema, auf jeden Fall aber ein dankbares Motiv, das ich sicher noch öfter aufgreifen werde.

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[angetreten] Eine Weltreise durch Stuttgart

Yunnan 1

Weltreisen sind ja mit Kindern so eine Sache. Objektiv betrachtet, finden sie auf absehbare Zeit nicht statt. Mit einem Objektiv betrachtet, kann man sie aber auch zu Hause antreten. Eine Weltreise also. Mein Verkehrsmittel ist dabei die Stuttgarter U-Bahn und meine Kamera. Die ersten Stationen waren Volterra/Italien, die Provinz Yunnan/China und Paris…

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[geknipst] Weltreise via U-Bahn

Nein, das ist nicht Asien, logischerweise. Die Wilhelma. Ein schöner sonniger Sonntag im Orbit.