Hier und jetzt. Wann verlernen wir das eigentlich?

Die Staten Island Ferry ist vielleicht der beste Weg, um mit Kindern nach Manhattan zu kommen. Drüben parken und dann in der gebotenen Langsamkeit der Silhouette von sich gegenseitig übertrumpfenden Hochhäuser entgegenschippern. So kann man nach und nach die Dichte verstehen und die Höhe erfassen. Und die Freiheitsstatue gleitet vorbei, morgens an Backbord im Licht, abends an Steuerbord vor dem Abendhimmel.

Dass die Fähre nicht kippt, wundert mich fast. Alle stehen auf einer Seite, viele fotografieren. Kinder kucken einfach. Hier und jetzt.

 

[Alleingang II] WNYC Transmitter Park

Am selben Ort zur selben Zeit. Entspanntes New York. Ein Panorama mit Querflöte. 

[Alleingang I] East River, Brooklyn, Kent Street

Treiben lassen. Einen Tag lang war ich alleine in New York unterwegs. Ziele im Kopf. Orte und Bilder. Mikroserien. Eine davon (natürlich!) waren diejenigen Bilder, die hierzulande immer schwieriger werden: New York gilt ja nicht umsonst als eine Heimat der Straßenfotografie. Als ich unterwegs war merkte ich aber, dass ich zwar ins Ausland fahren kann, dass mein Respekt vor dem Selbstbestimmungsrecht des Abgebildeten aber nicht an der Grenze zurückbleibt. Ich habe fotografiert, wie ich es auch in Deutschland täte.

In Brooklyn habe ich ganz zufällig den winzigen WNYC Transmitter Park entdeckt. Ein toller Ort. Vielleicht ist das noch ein Geheimtipp für New-York-Reisende, offenbar ist er erst seit und 5 Jahren eröffnet. Über ein winkliges Pier kann man dort auf den East River hinauslaufen. Ein ruhiger Ort mit einem überwältigenden Blick.

[Taschenspieler] Kein Kummer, ausser mit Hummer

Ein Reisebericht, ein Taschentest, eine Lebensmittelallergie.

Wir waren also in den USA. Und wie immer, stand am Anfang die Frage, welche Kameras, welche Objektive und welches Zubehör mit auf diese Reise dürfen. Ich hatte allerlei halbgare Ideen im Kopf, was ich dort wohl fotografisch alles machen wollte (am Ende – das hab ich schon angedeutet – ist das Gefühl geblieben, vieles nicht gemacht zu haben und gleichzeitig habe ich 3000 Fotos auf den Karten). Mit im Gepäck hatte ich eine Camslinger ‚Streetomatic +‘ von Cosyspeed. Und natürlich gibt es einen Grund dafür, dass ich schon wieder über eine Tasche von Thomas berichten kann:

Seit Juni gehe ich nicht mehr zu Fuß zur Arbeit, jetzt fahre ich. Mit dem E-Bike. Sehr schnell bin ich auf die Idee gekommen, für den täglichen Kleinkram einfach meine alte Camslinger 160 zu verwenden. Schlüssel, Geldbeutel, Brille, Smartphone und das Bedienteil vom Bike, passt locker alles rein und belastet beim Fahren null. Nichts rutscht auf dem Rücken hoch, nichts schlenkert oder zerrt an der Schulter. Die einzige Merkwürdigkeit besteht darin, dass man Räder und Pferde schon immer von links besteigt. Deswegen muss auch die Tasche nach links, sonst stört sie. Damit ist die Gürtelschnalle dann hinten. Damit kann ich leben, man spürt es kaum. Als ich Thomas Ludwig davon erzählt habe, hat er mir direkt die ‚Streetomatic +‘ zum Test angeboten*. Long Story short: Statt über das Pendeln mit dem Rad wurde das hier nun ein Test als Tasche für die Reisefotografie, für die Stadt, für die Wanderung, für den Strand!

Also zurück zur Amerikareise.  Mein Bordgepäck im Flieger war mein alter Kamerarucksack mit der Pentax DSLR, drei Objektiven, der Samsung DSLM und Akkus, Ladegeräten, Kabeln, Karten, einem Tablet, dem Skizzenbuch und natürlich dem notwendigen Dokumentenkrempel für die ganze Familie. Ich hab mich also echt auf das Nötigste beschränkt. So etwa. Na ja. 🙂 Den Rucksack habe ich auch unterwegs verwendet. Immer wenn ich mich nicht entscheiden konnte, welche Kamera heute richtig wäre. In diesem Satz versteckt sich auch die Crux mit Rucksäcken und Messengerbags: Man drückt sich um Entscheidungen herum. Entschieden relaxter war ich also mit der ‚Streetomatic +‘ auf der Hüfte. Sie macht mich in jeder Hinsicht leicht.

Cape May ist nicht unbedingt eines der Ziele, die Amerikareisende automatisch auf dem Zettel haben. Unser ganzer Aufenthalt in den USA war aber darauf gemünzt, das etwas alltäglichere Amerika zu erleben. Amerikanische Ziele, sozusagen. Das viktorianisch anmutende Städtchen markiert den südlichsten Zipfel von New Jersey. Es war von Anfang an vor allem ein Urlaubsort für wohlhabende Bürger aus New York und Philadelphia und auch heute lebt die 4000-Seelen-Gemeinde vorrangig vom Tourismus. Der dünengesäumte und mit Weltkriegsbunkern gespickte Strand erinnerte mich sehr an Sylt, das Niveau der vor den Häusern geparkten Autos auch. Nur heißer ist es in Cape May und die Architektur strahlt Leichtigkeit und Lässigkeit aus, wo Sylt eher trutzig und gesetzt daher kommt. Trotzdem: Gerade die kleine Fußgängerzone (Washington Street) könnte man mitsamt den klassischen Zuckersachenläden auch mit einem friesischen Städtchen verwechseln. Es ist schön dort. Sehr sogar. Und es gibt leckere Hummersandwiches, speziell bei „Quincy’s Original Lobster Rolls“ . Dass Hummer irgendwie mit Hausstaubmilben verwand sind, hab ich erst später gelesen. Kreuzallergie. Immerhin hat mir diese Erkenntnis auch einen Einblick in das amerikanische Gesundheitswesen verschafft. Ich weiss jetzt, wie eine „Urgent Care“ von innen aussieht (wie im Film) und funktioniert (auch wie im Film). Und am Ende des Tages hatte Dr. Cramer meinen Kreislauf auch wieder im Griff, es hörte auf am ganzen Körper zu jucken und die Blasen und Flecken auf der Haut gingen auch wieder weg. 😀











Cape May, New Jersey. Der älteste Badeort der Nation.

Vor dem Hummerkummer war noch genug Zeit um zu fotografieren. In einer heißen Stadt macht ein Rucksack keinen Spaß. Trotzdem sollte (nicht nur in Cape May) oft meine universellste Kamerakombi mit. Und es ist tatsächlich überhaupt kein Problem, die DSLR mit angesetztem Sigma 18-300 in der der ‚Streetomatic +‘ zu verstauen! Plus Ersatzakku und SD-Karte. Plus Smartphone. Plus Geld und Kreditkarten. Das Paket ist dann nicht mehr leicht, lässt sich aber selbst an langen Tagen immer noch leicht tragen. Weil es nicht an der Schulter um am Rücken zerrt. Noch viel lockerer wird es, wenn nur die Spiegellose dran (und drin) ist. Wie das dann ‚von außen‘ aussieht, kann man auf den Bildern sehen, die unsere Freunde oder meine Kinder von mir gemacht haben: In meinen Augen sieht die Tasche aus veganem Leder (formerly known as ‚Kunstleder‘) einfach im besten Sinne unauffällig aus. Und zwar unabhängig davon, ob man jetzt durch New York schlendert oder in Turnschuhen zwischen Boulderfelsen herumklettert. Ich bin ein großer Fan des Magnetverschlusses mit dem Sicherungsgummi. Der kommt fast an den (für mich unerreichten) Verschluss der originalen Camslinger 105 und 160 heran. Und beim Sicherheitscheck (den es in den USA selbst in Bibliotheken und Museen gibt) verzweifeln die Sicherheitsleute daran. Das lässt hoffen, was Taschendiebe angeht.

Und so schafft die Tasche das wichtigste: Dass man den Kopf nicht bei der Technik und nicht mal bei seinen ’sieben Sachen‘ haben muss. Dass man spontan und mobil bleibt. Ein Griff und die Kamera ist da. Und genau so schnell sind die Hände auch wieder frei. So schlederten wir nicht nur durch Cape May. Auch in Washington war es brütend heiss. Ein Kopf der nicht bei der Technik ist (und dem die Hitze zusetzt), kann natürlich auch mal auf leicht unbeholfene Ideen verfallen, wie man zum Beispiel eine partielle Sonnenfinsternis fotografieren könnte. Macht aber nix, wenn dank der schnellen Tasche später die Kamera sofort zur Hand ist, sobald die Natur einem freiwillig mit einer dekorativen Wolke zum gewünschten Foto verhilft. 😉

Die Tasche ist sozusagen das edelste Stück bei Cosyspeed. 129,- EUR sind schon ein Wort. Dafür kommt aber mit der Tasche auch noch das auch komplette Zubehör, bestehend aus der Regenhaube, der Gurtverlängerung (mit der man die Tasche auf der Schulter tragen kann), der Fingerschlaufe und natürlich den 4 Abteiltrennern, um die Tasche so einzurichten, wie man es gerade braucht. Zum Beispiel wenn man nicht mehr reist. Sondern wieder E-Bike fährt. Zur Arbeit :-D.

*Die Tasche für diesen Bericht wurde mir von Cosyspeed kostenlos zur Verfügung gestellt.

3118 (vorläufige Gesamtzahl zu sortierender Fotos aus den USA)

Wieder nach Hause kommen. Wo der Sommer kühl und feucht zum Herbst überleitet. Was OK ist. Nach Hause nach Stuttgart. Aus den Vereinigten Staaten. Aus einem ungewöhnlichen Urlaub in Suburbia, im ‚Urban Sprawl‘ New Jerseys, zwischen New York, Philadelphia und der atlantischen Küste.

Wir haben liebe Freunde bei Princeton besucht. Sie gaben uns die Gelegenheit, in Ihrem Haus 3 Wochen den amerikanischen Alltag auszuprobieren. Natürlich eine Zeitrafferversion davon, mit Ausflügen in die umliegenden Großstädte, ans Meer und nach Washington. Aber eben auch mit der Gelegenheit, dort zu Leben wo man als Tourist sonst eher nicht hängen bleibt, mitten im städtebaulichen Ausdruck des amerikanischen Traums, wie er sich seit über 50 Jahren rund um die Ballungszentren erstreckt: In der Vorstadt. Im Falle New Jerseys kann und muss man wohl davon sprechen, dass weite Teile des Landes hauptsächlich als Vorstadt funktionieren.

Es wird manches zu berichten geben, wenn ich mich erst mal durch die gut 3000 Bilder gewühlt habe, die ich mitgebracht habe. 1000 davon sind nur ‚geliehen‘ von André, unserem Gastgeber. Aber trotzdem: Da liegt ein bisschen Arbeit vor mir, obwohl ich vor Ort mal wieder das dringende Gefühl hatte, viel zu wenig zu fotografieren und gar nicht richtig ‚in den Fluss‘ zu kommen. Heute also melde ich mich erst mal zurück. Mit Bildern des Heimwegs. Naturgemäß sind die von einiger Schwermut getragen, denn natürlich ist das Reisen immer viel zu schön, um freiwillig wieder damit aufzuhören. Die Aufnahmen entstanden mit dem Handy (Huawei P8 lite, nix besonderes) während des stundenlangen Umstiegs in Kopenhagen. Der Regen und die Müdigkeit hielten uns davon ab, in die Stadt zu fahren (genug Zeit wäre gewesen). Müde und verregnet sind also auch die Bilder. Wie immer sind sie auch ein Spiegelbild.

[G.A.S.] Und noch ’ne Kamera?

Ja. Noch eine. Aber sozusagen unfreiwillig.

Das Online-Fotomagazin Kwerfeldein hat vor einiger Zeit damit begonnen, zur Refinanzierung des kostenlosen Blogs Kisten mit Fotokram zu schnüren und unter dem Titel #kwerbox zu verscherbeln. Der Witz daran: man bekommt für 30 Euro eine Kiste voll mit Sachen, die man sich sonst wahrscheinlich nie gekauft hätte. Und der Wert des Inhalts ist immer höher als jene 30 Euro (auch wenn das meist durch das Beilegen von gerade nicht mehr ganz taufrischen Print-Magazinen oder von Gutscheinen für irgendwelche Dienstleistungen zustande kommt). In meinem Schrank harrt deshalb inzwischen der Platikbausatz einer TLR und eine Lochkamera aus Pappe darauf, von den Kindern und mir gebastelt zu werden. Die Diesmal enthaltene ‚Hauptsache‘ muss man dagegen nicht erst zusammenkleben. Das einzige was ich tun musste, war einen der raren Pocketfilme besorgen. Nun ist er da. Nun darf sie los, in die freie Wildbahn. 

Also, was ist das für ein Ding? Die Diana Baby ist so süß, dass sie schon allein als Vitrinenkamera ein echter Hingucker ist. Sie belichtet auf Pocketfilm 110, den man – soweit ich das überblicken – nur von Lomo bekommt. Was es kosten wird, den Film zu entwickeln, darüber denke ich jetzt einfach mal nicht nach. Ob man den einfach bei ‚dm‘ abgegeben kann? Wie früher? Egal. Das Negativformat von Pocketfilm entspricht dem Sensorformat (micro) Four Thirds, die Kamera nutzt davon aber nur einen quadratischen Ausschnitt. 

Die Filmkassetten stehen im Betrieb seitlich aus dem Gehäuse heraus, Lichtdichtung könnte ich keine entdecken aber dafür) kann ich jedes Bild so oft belichten, wie ich will. Einfach den Auslöser wieder und wieder benutzen. Und das schwebt mir jetzt auch vor… 

Das kleine Ding kommt sogar mit 2 Objektiven, einmal 12 und einmal 24 Millimeter. Ich geh mal davon aus, dass das echte Brennweiten sind. Also entsprechend einem Weitwinkel (mit rundem Bild) und einem Normalobjektiv.

Wie auch immer, jetzt heißt es Lomografieren gehen. Wenn dabei irgendetwas scannbares herauskommt, werde ich das natürlich hier zeigen. 😉 

[Schwarzwald 2017] Annäherungen

Seit sieben Jahren werfen wir ein Mal pro Jahr unseren Anker im Schwarzwald, lassen uns dort sozusagen am Radius der Ankerkette eine Woche lang treiben und atmen dabei Langsamkeit und Erholung. Ein Reiseziel über das ich hier, hier und hier und dann noch (ganz anders) dort schon ziemlich viel geschrieben, an dem ich schon ziemlich viel fotografiert habe.

Zum fotografieren ist nun schon seit einiger Zeit das Zeichnen hinzugekommen. Bisher habe ich davon hier auf meinem Blog weniger gezeigt als zum Beispiel bei Facebook, in der Gruppe Urban Sketchers Stuttgart. Bisher habe ich damit gezögert, weil das hier ja doch ein Fotoblog ist und eigentlich auch bleiben soll. Ob ich das in Zukunft offener handhabe, weiß ich nicht. Vielleicht. Wahrscheinlich. Jedenfalls handhabe ich es heute offener. Heute möchte ich über Annäherung schreiben. Über die Annäherung an ein Motiv. Und dafür sind die Zeichnung und die Fotografie gleichermaßen geeignet. Vielleicht (das müsst Ihr als Betrachter entscheiden) ergänzen sie sich sogar.

Wie erfasst man diese Zerbrechlichkeit, dieses urtümliche, organisch gewachsene und nun ebenso ‚verwelkende‘ Stück gebauter Geschichte? Ohne allzu tief in die Kiste der Urban Exploration, der Lost-Places-Fotografie zu greifen? Mit Zuneigung?

Die Annäherung erfolgt in der Fotografie und der Zeichnung auf unterschiedliche Art und Weise. Die Zeichnung bietet Freiheiten, die der Fotografie zunächst mal fremd sind. Sie erlaubt es, noch stärker zu priorisieren. Um etwas im Foto wegzulassen, muss man Perspektiven ändern, hinunter auf die Knie gehen oder sich auf wackligen Hilfsmitteln weit nach oben strecken, den Vordergrund benutzen um den Hintergrund auszublenden oder Details sammeln, wenn die Totale zu unruhig wird. Um in der Zeichnung etwas wegzulassen, muss man es nur weglassen! Um etwas zusammenzuführen, was zusammengehört muss man es nur auf einem Blatt nebeneinander zeichnen.

Für die Hütte habe ich mich dafür entschieden, störendes wegzulassen und stattdessen die wichtigen Details sozusagen in die geometrische Ordnung der Perspektive einzubetten. Dazwischen, daneben, dahinter und davor fehlt viel, was aus dieser Perspektive fotografisch gestört hätte.

Im zeichnerischen Collage- oder Comicstil finden dagegen selbst Motive zueinander, die fotografisch ein 360° Panorama erfordern würden und überhaupt nur noch aus Nebensächlichkeiten bestehen würden. Klar, Collagen gehen mit Fotos auch. Trotzdem treten zwei Zeichnungen auf einem Blatt in eine engere Beziehung zueinander als zwei Fotos. Dafür muss man Fotos zumindest zu einem (gedruckten) Diptychon zusammenfügen, beispielsweise. Obwohl es ein anders Motiv ist, möchte ich als Beispiel für eine solche Beziehung zwischen zwei Bildern ein Skizzenblatt von der ‚Lourdes-Grotte‘ zeigen. Dieser Ort ist rund 200 m vom Hof entfernt und auch noch so ein sich wiederholender Ruhepol in unserem Schwarzwälder Koordinatensystem:

Beides, das Weglassen und das Zusammenführen sind zeichnerische Annäherungen an das Motiv selbst. An meine Sicht auf das Motiv zumindest. In der Fotografie sind dafür andere Techniken nötig. Selektive Schärfe, das Abwarten (oder das Setzen) des richtigen Lichts, die Wahl ungewöhnlicher Perspektiven, die Konzentration auf Details, die Inszenierung oder die Arbeit in Bildserien zum Beispiel. Und das sind nur die Wege, die ich so halbwegs als mein Instrumentarium bezeichnen würde, die ich zumindest schon mal ausprobiert habe. Es gibt natürlich noch viel mehr, für das es mir an Können, Wissen, Technik, Phantasie oder auch nur am Interesse daran mangelt. Weiterlesen →

[Heimatfilm] Wieder

Wieder Frühling, wieder mal da, wieder ein Bild im ‚Heimatfilm‘.

Ja, ich schreibe wenig. Viel zu wenig, wenn’s nach mir geht. Ja, das hat einen Grund. Letztlich sogar mehrere. Ja, ich werde Euch und mir die Aufzählung ersparen, jeder von uns kennt sie, jeder erlebt sie selbst.

Die Kamera trage ich jeden Tag bei mir. Ernsthaft. Eine hab ich immer bei mir und damit meine ich nicht das Smartphone. Und dann plötzlich. Eine halbe Stunde ohne Plan. Im richtigen Augenblick. Einfach endlich in den Rucksack greifen und das Ding aus dem Neoprentuch wickeln. Einschalten. Gar kein Ziel haben. Kein Projekt ausser den alten, fast vergessenen Serien. Gar nicht weglaufen. Einfach zur Seite drehen. In den Wald sehen, in ein Treppenhaus schauen, die wild blühenden Bäume beachten und ins Knipsen kommen. Ist ein gutes Gefühl. Sollte ich öfter machen. Sollten wir alle öfter machen. Weiterlesen →

[Liebeslied] Bro

‚Liebeslied‘. Eine tolle Ausrede, einfach die zu fotografieren, die man liebt (als ob man dafür eine Ausrede bräuchte…).

Heute: Ein Zufallstreffer. Eigentlich haben wir eine Einladungskarte fotografiert, für ein Fest. Aber mein Großer mag nicht so gerne auf Bestellung lächeln. Auf Bestellung ernst zu schauen, fällt ihm leichter. Und das muss jetzt an die Wand. Weil ich das jetzt schon unheimlich mag. Allen Widrigkeiten zum Trotz, die in Wirklichkeit keine Rolle spielen: Ja, die Halle war zu dunkel. Nein, ich hatte keinen Blitz dabei. Nein, ich hatte auch kein anderes Objektiv als das 18-300 dabei. Und deshalb sind das jetzt ISO 6400 und das Ergebnis ist dann auch noch um eine Blende gepushed. Stört das? Nein. Kein bisschen. Den Blick zu verpassen, den Moment, das hätte gestört.