[last order] Der letzte Rest vom amerikanischen Traum

Mein Amerika 2017 in vierundvierzig letzten, nur chronologisch sortierten und unkommentierten Bildern. Nur das erste ist eigentlich aus Kopenhagen.

[Pentax KP] The raw and the cooked – too close to call

Seit 10 Jahren fotografiere ich regelmäßig im (auch) RAW-Format, seit ich mit der Samsung GX10 (aka Pentax K10D) zum ersten Mal eine Kamera mit einem Sensor im APS-C-Format in den Händen hatte. Wobei es das RAW-Format bekanntlich gar nicht gibt. Jeder Hersteller kocht sein eigenes Süppchen und diese internen Datenformate unterliegen überdies auch noch einer Veränderung von Kamerageneration zu Kamerageneration und von Kameratyp zu Kameratyp. Die Interpretation des digitalen Negativs erfolgt erst über einen RAW-Konverter und auch die unterschiedlichen RAW-Konverter am Markt bringen jeweils einen eigenen Input in die Bilder mit, beeinflussen mit Ihren Möglichkeiten und Beschränkungen das Endergebnis bis tief in die Farbigkeit und die Detailauflösung hinein.

Mein Werkzeug für die RAW-Bearbeitung ist Adobe Lightroom, zur Zeit in Version 5. Das funktioniert selbst mit der neueren Pentax KP weitgehend, weil Pentax die Rohdaten wahlweise im Format .dng abspeichern kann, einem Format, das von Adobe stammt und zumindest etwas allgemeingültiger ist als ein normales (proprietäres) RAW. Spezialanwendungen der Kamera, wie Mehrfachbelichtungen und Pixelshiftaufnahmen werden jedoch offenbar nicht unterstützt. Und der Importvorgang sortiert ausserdem immer wieder Bilder als nicht lesbar aus, ohne dass ich ein durchgehendes Muster für die Ursache erkenne. Mit Kameras, die meine ältere Version von Lightroom offiziell unterstützt ist das früher jedenfalls nicht vorgekommen. Eine hundertprozentige Kompatibilität mit der neuen Kamera ist nicht gegeben.

Adobe hat für Lightroom mittlerweile bekanntlich den Weg in ein Software-Abo gewählt, käuflich zu erwerben sind die neueren Versionen nicht mehr. Für mich ist das ein Anlass, Lightroom zu hinterfragen. In das Abo werde ich nicht einsteigen. Und mit dem Programm hinterfrage ich letztlich auch meine ganze bisherige Vorgehensweise: Bislang schiebe ich den Inhalt jeder Speicherkarte durch den Importvorgang von Lightroom. Dort werden die Dateien umbenannt (dem Dateinamen wird das Datum hinzugefügt) und dann in einer Verzeichnisstruktur Jahr -> Monat -> Datei auf der Netzwerkplatte verstaut. Die Daten liegen in der Regel als jpg und RAW vor, im Katalog von Lightroom ist anschließend nur das RAW sichtbar. Innerhalb das Katalogs (der auch für jedes Jahr neu angelegt wird), werden die Bilder grob verschlagwortet und dann mit allerlei Bewertungssystemen bedarfsorientiert sortiert (abgelehnt/ausgewählt, Sterne, Farben). All diese Maßnahmen sind – ebenso wie die durchgeführten Entwicklungs- und Bearbeitungsschritte – ausschließlich mit Lightroom sichtbar. Wenn man mit einem anderen Gerät auf die Festplatte zugreift, sind dort lediglich die Dateien in der besagten Ordnerstuktur auffindbar. Alle nachfolgenden Schritte fehlen. Meine Frau greift im Zweifel also immer auf die unbearbeiteten jpg-Dateien aus der Kamera zu. Und sollte ich mich in Zukunft von Lightroom lösen, so wäre die Arbeit von Jahren mehr oder weniger futsch. Eine unbefriedigende Situation.

Mein Jahresprojekt 2018 ist es, mich rückwärts durch 10 – 15 Jahre digitaler Fotografie zu wühlen, Bilder zu sortieren, auszuwählen, nachzubearbeiten und in Fotobüchern zu fassen. Jedes Buch erhält ein neues Verzeichnis auf dem Server mit allen fertig entwickelten und exportierten jpg-Dateien, jeweils eine Kopie davon kommt auf DVD und auf einer Speicherkarte mit ins Buch. Danach bin ich frei, was die Abhängigkeit von Lightroom angeht. Was kommt dann?

Ich habe einen gewissen Anfangsverdacht, dass ich gerade auf dem langen Weg zurück zum jpg bin. Der Markt für neue Alternativen zu Lightroom ist in Bewegung. Manche Programme habe ich oberflächlich ausprobiert über viele habe ich vieles gelesen. Ein Werkzeug, das ähnlich intuitiv bedienbar wäre wie Lightroom, habe ich dabei noch nicht entdeckt. Für jpg-Bilder gibt es ein solches Programm dagegen: Der jpg-Illuminator ist nach wie vor erste Wahl! Gleichzeitig merke ich, welche Fortschritte Pentax mit den kameraseitig erzeugten jpg-Dateien gemacht hat. Eine RAW-Entwicklung der Bilder aus der KP kann zwar im Einzelfall – besonders bei niedrigen Empfindlichkeiten – noch einige Extra-Details herauskitzeln, im High-ISO-Bereich allerdings sind die Bilder ohne Nacharbeit schon super: Ein bisschen narbig, ähnlich wie ein iPhone Bild (bei weit geringerer Empfindlichkeit, natürlich). Gedruckt wird das – falls überhaupt erkennbar – wie Korn wirken.

Jedenfalls habe ich in der Kamera nach einigem Testen nun einen Look gefunden, der vieles von dem vorweg nimmt, was ich bisher erst nach der Aufnahme verändert habe. Als ‚User-Mode‘ abgespeichert sind das momentan die folgenden Einstellungen:

Spritzlichtkorrektur ‚on‘
Schattenkorrektur ‚Auto‘
Bildstil ‚Natürlich‘ mit
Sättigung 0
Farbton 0
Hi-Key +1
Kontrast +2
Feinschärfe +1

Dazu noch Auto-ISO auf 100-12800. Die so mit jedem Klick erzeugten jpg-Dateien wirken hell und natürlich aber mit viel Zeichnung und Details in den Lichtern und in den Schatten. Kein übertriebenes Tonemapping, keine Überschärfung. Ein unaufgeregtes Bild, das man in vielen Fällen einfach so lassen kann. Falls ich an den Einstellungen noch was ändern muss, werde ich das hier im Artikel nachführen! Was man übrigens ganz und gar nicht nutzen darf, ist die falsch mit dem Wort ‚Schärfe‘ übersetzte Klarheits-Funktion (Info-Menü). Nicht nur ruiniert sie komplett die Zeichnung in den Lichtern (in der Nähe dunkler Flächen), nein, noch dazu bremst sie die Kamera so aus, dass sekundenlang keine weitere Aufnahme möglich ist. Schrott. Egal. Bleibt ausgeschaltet.

Ein 1:1-Ausschnitt einer Zooaufnahme vom Wochenende mit dem Sigma 18-300 C. Links: jpg aus der Kamera, in der Mitte: eine Entwicklung in Lightroom, wie ich sie dort vielleicht ungefähr machen würde (aufgehellt, Klarheit, Schärfe, Lichter abgesenkt, Weißpunkt angehoben – insgesamt ein bisschen zu bunt, mein Fehler) und rechts: Die jpg-Datei, leicht nachgeschärft mit jpg-Illuminator. Das Bild ist 1:1 verfügbar. Klicken, runterscrollen, dort ist der Link 😉

Es liegt mir fern, vom Saulus zum Paulus zu werden. Für mich gehört ein Bild bearbeitet, wenn man es veröffentlicht oder es an die Wand bringt. Daran ändert sich nichts. Allerdings nimmt mir die KP mit diesen Einstellungen oft weite Teile der Bearbeitung ab. Die Bilder für’s Album sind damit hoffentlich weitgehend gegessen oder brauchen nur noch ein paar Handgriffe mit jpg-Illuminator. Von den RAWs werde ich mich nicht trennen können. Aber vielleicht reicht mir dann tatsächlich das nur noch halb kompatible Lightroom 5 mit dem ich mich zum Ausgleich einigermaßen gut auskenne. Jedenfalls muss ich vorerst nicht nach einem neuen RAW-Konverter suchen. Die KP passt mir!

[im Netz verfangen] schwarz auf weiss

Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik Hohenheim, smc DA 2.8/35 mm Limited @ Blende 16

[un/Limited] Noch ein ’neues‘ Objektiv

Die Pentax KP ist eine kleine Kamera. Oder eine Kamera die zumindest klein wirkt und sich klein anfühlt. Jedenfalls macht sie sich besonders gut mit den kleinen Objektiven der Pentax Limited DA Serie.

Sonnensterne trotz abgerundeter Blendenlamellen. Pentax KP, HD DA 15 mm Limited @ Blende 11

Die DA (also APS-C) Limiteds gibt es mit den Brennweiten 15, 21, 35 (Makro), 40 und 70 mm. Das 35er habe ich schon sehr lange, es war die erste Festbrennweite, die ich mir vor etwa 10 Jahren mit meiner ersten DSLR gekauft habe. An der KP läuft es plötzlich zu Höchstform auf, während es an der K-5 ein bisschen zickig war. Das (extrem kleine) 40 mm hat sich dadurch für mich eigentlich erledigt. Auch das 70er ist momentan kein ‚dringliches‘ Thema für mich, weil ich für Portraits das lichtstarke und (bei offener Blende) wunderbar ’smoothe‘ 1.4/55 mm habe. Das 21er dagegen habe ich mir ja bereits mit der KP gekauft und mir damit endlich den Wunsch nach dem ‚guten alten‘ Blickwinkel eines 35 mm Objektivs (@Kleinbildfilm) erfüllt. Nun bin ich nochmal schwach geworden und habe mein drittes Limited gefunden: das 4.0/15 mm in der neueren ‚HD-Version‘ als junges gebrauchtes Glas.


Ein Abendspaziergang im Frost

Das 15 mm Limited steht im Ruf, bei ohnehin schon etwas weichen Rändern (Randunschärfe durch Bildfeldwölbung) auch noch gerne etwas dezentriert zu sein (Serienstreuung). In sofern war ich etwas beunruhigt, als ich festgestellt habe, dass mein Objektiv schon zwei Vorbesitzer hatte. Ausnahmsweise habe ich mich deswegen zu einem kleinen Test durchgerungen (der hier erklärt wird). Ergebnis: Alles gut. Abgehakt.

Aber warum habe ich es überhaupt gekauft? Mein 10-17 mm Fisheye Zoom bildet bei 17 mm ab wie ein 15 mm Objektiv. Die Fisheye-typische Verzeichnung ist bei dieser Brennweite schon sehr gering, nicht schlimmer als zum Beispiel beim 16-50 mm für Sony NEX / E. Mit einem Klick in Lightroom sind alle Linien gerade, ein weiteres Häkchen beseitigt die Farblängsfehler, also grüne und magentafarbige Ränder an starken Kontrastkanten. Wenn man Vergleichsaufnahmen des 15er Limited und des 10-17 mm Fisheye (nach dieser Entzerrung) ansieht (ja, auch das habe ich gemacht, siehe unten), sind die Unterschiede nicht groß.

Im Vergleich zum Fish ist das HD Limited kontrastreicher in der Mitte und schärfer an den Rändern und in den Ecken. Und gleichzeitig sind die Unterschiede selbst an 24 MP so gering, dass die geringe Größe, das Gewicht, und die edle Haptik schon als Argument gebraucht werden, um zu rechtfertigen, dass man beide Objektive hat. So nahe beieinander hätte ich die beiden nicht erwartet. Der 6-strahlige Blendenstern des Fishs gefällt mit tatsächlich sogar besser als der des HD Limited. Wobei das eine Geschmackssache ist und sich von Fall zu Fall ändern kann. Ein paar Bilder dazu (alle bei f11 aufgenommen, rechts ist das 15 mm Limited und links das 10-17 Fish, alle Ausschnitte 1:1):

Ein letzter – vielleicht der wichtigste – Punkt für mich ist aber die Tatsache, dass mir mit einem entzerrten Glas die Bildkomposition leichter fällt. Und dass für mich (!) die Festbrennweite oft zur konzentrierteren Auseinandersetzung mit dem Motiv führt. One lens a day.

Nachlese des letzten Jahres. Mein Fotoprojekt 2018 sind Fotoalben, Bücher der vergangenen Jahre, aus Dateien Bilder machen. Dabei findet man dann auch mal so was: Urlaub, ein Käfer, ein Teller, ein Reisezoom. Klick.

[Life is thirtyfive] Die Kamera zur Tasche

Schwache Momente. Da war zum Beispiel der, als ich mir damals die NX1000 ins Haus geholt hatte. Und dann die NX300. Wunderbare kleine Kameras. Da lag die große Pentax erst mal schwer in der Schublade und lag und lag. Aber alles neue wird irgendwann wieder normal und die K-5 war einfach immer noch da und immer noch toll! Ich liebe optische Sucher. Meinen Samsungs habe ich längst Aufstecksucher verpasst aber an das Pentaprisma einer Pentax kommt (in dieser Klasse) nichts heran. Und dann kam letztes Jahr die KP auf den Markt und ich war ein bisschen verloren.

Eine Kamera, kaum größer als die klassische Leica, ohne diesen monströsen Handgriff, den alle digitalen Spiegelreflexkameras aus der Kameramode der 90er Jahre mitgenommen haben und nie mehr los wurden. Eine Form, nahe an meiner alten Nikon F301, die immer noch mit Film geladen in der Vitrine steht. Eine moderne spiegellose Systemkamera – nur mit Spiegel und echtem optischem Sucher. Ich habe ein Jahr lang widerstanden. In den USA hätte ich sie fast gekauft, bin aber vor den Zollformalitäten und der fehlenden internationalen Garantie zurückgeschreckt. Erst zum Jahreswechsel war es nun so weit. Mein schwacher Moment war erreicht.

Ich hatte die Kamera erst wenige Tage, da war klar, dass ich zumindest die Galaxy NX mit Ihrem Mäusekinosucher direkt verkaufe. Die beiden kleineren Gehäuse bleiben. Für die Tage an denen jedes bisschen Gewicht zählt. Und für das rauhe Leben in der Satteltasche des Fahrrads. Für das pure Fotografieren ist aber nun die KP da.

Für einen echten Erfahrungsbericht ist es noch zu früh. Bereits in meinem Beitrag vom 9. Januar waren erste Bilder aus der KP enthalten aber Gelegenheit für wirklich intensives Fotografieren mit der Pentax war noch wenig. Also ist dieser Bericht eher ein Auftakt. Ein ‚Hands-on‘, wie man auf Internetdeutsch so schön schreibt.

Wie man auf den Bildern sieht, ist bei mir gerade eine Leica M4 zu Gast. Das gute Stück ist so alt wie ich und ich fotografiere gerade eine Spule Film voll. Ein Schmuckstück. Anderes Thema. Hier ist sie nur zu sehen, um einen Maßstab für die Pentax zu liefern. Denn die Größe und Form ist natürlich ein Kernpunkt bei dieser Kamera. Die KP stammt entfernt von der K-5 ab (die ich wie die Galaxy NX mittlerweile ebenfalls verkauft habe). Sie trat vor einem Jahr im Grunde die Nachfolge der K-3 II an (zumindest mit Blick auf den üblichen 2-Jahres-Rhythmus, auf das AF-System, den Sensor und den Bildprozessor und auf das Magnesiumgehäuse), wendete das Konzept aber in eine ganz andere Richtung. Das Heulen und Zähneklappern im Pentaxlager war groß, denn die Kamera verzichtete auf allerlei Features, die an der K-3 II noch zu finden waren. Auf der Soll-Seite stehen:

– der ‚langsamere‘ Verschluss (max 1/6000 sek statt 1/8000) mit geringerer Auslegung (100.000 wie bei der K-5-Serie statt 200.000 wie bei der K-3-Serie)
– geringere Serienbildgeschwindigkeit und kleinerer Puffer
– kein HDMI-Port
– kein Schulterdisplay
– keine IR-Fernbedienung
– USB 2 statt USB 3
– kleinere Akkus mit ensprechend geringerer Zahl von standardisierten Auslösungen
– nur noch einen Kartenslot

Es gibt aber auch eine Haben-Seite:

+ Verbesserter Sensor mit verbessertem Rauschverhalten in RAW und jpg und erweitertem nutzbarem ISO-Bereich (und deutlich erweitertem ISO-Bereich der nur für Testaufnahmen sinnvoll ist – zum Beispiel bei der Nachtfotografie, bevor man dann wirklich die Langzeitbelichtung macht…)
+ 5-Achsen-Stabi
+ Prime IV CPU statt Typ III (die vermutlich gleichermaßen für die besseren RAWs als auch fpür die etwas gesunkene Geschwindigkeit verantwortlich sein dürfte)
+ Eingebauter Blitz
+ Autofokus bei Videoaufnahmen (per Taste) und Stereoton
+ Elektronischer Verschluss für die wirklich schnellen Belichtungszeiten und lautloses Auslösen
+ Neues Bedienkonzept mit 3 Rädern wie die K-1
+ Schwenkmonitor
+ leichtere und kompaktere Bauweise im Stil klassischer analoger SLR bzw. spiegelloser Retro-Kameras.
+ eingebautes WiFi mit einer wirklich funktionierenden App (Fernauslöser, Tethering, Remote-Sucher)

Natürlich hätte man manches davon auch in eine K-3 III einbauen können. Aber insgesamt ist das ein stimmiges Paket, auch mit den nun weggelassenen Punkten. Stimmig, wenn man davon ausgeht, dass das eine Kamera für Reise, Reportage, Straße und Alltag und Familie ist. Wenn man die KP mit einem Limited drauf neben die alte Leica oder (gedanklich) neben eine neue Fuji X-T2 legt, geht einem ein Licht auf. Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass die KP perfekt zur Cosyspeed Streetomatic+ passt, die mich seit unserem Sommer in Amerika begleitet.

Neben dem neuen Gehäuse habe ich mir noch einen zweiten Wunsch erfüllt, der mich seit Jahren begleitet. Mein zweiter schwacher Moment. Ende 2013 hatte ich schon mal eine kleine Ode an den Bildwinkel von 35 mm (@ Kleinbildfilm) verfasst. Und an dieser verhinderten Zuneigung hatte sich seither nichts geändert. Nun bin ich endlich den Schritt gegangen, mir das Objektiv zu kaufen, das bei Pentax der 35-mm-Perspektive am nächsten kommt: Das 3.2/21 mm Limited. Es passt perfekt zum Charakter der KP und macht sie endgültig zu einem leichten Begleiter für Bilder vom Echten und Wichtigen im Leben. Life is thirtyfive. Und ich freu mich halt. Merkt man, oder? 😉

[Steilvorlage] Stillgestanden

Das Jahr beginnt mit einer Auszeit. Advent, Heiliger Abend, Sylvester und Dreikönigstag stemmen gemeinsam eine Zäsur ins Jahr, der so leicht niemand entkommt. Schön war’s, dieses Mal. Ein knapper Advent hat dem eigentlichen Fest noch Raum zum Atmen gelassen und das überlange Weihnachtswochenende hat (bei mir) wirklich ein Stück Ruhe geschaffen.




Die erste Woche des neuen Jahres hat viel von einem landesweiten Stillstand. Erst langsam kommt alles wieder ins Rollen. Ich kann nicht sagen, dass ich viel Leerlauf gehabt hätte aber nichts davon war Alltag. Also war es gut. Denn was bei mir ins Rollen kam, war auch mein ganzes Foto- und Zeichending. Man könnte es unter ‚gute Vorsätze‘ einsortieren, damit hätte ich kein Problem. Tatsächlich arbeitet es schon länger in mir dass ich mit der Wucht des Jahreswechsels wieder zu einem regelmäßigeren Tritt finden will. Ich habe mir also tatsächlich vorgenommen, dieses Jahr jeden Tag entweder die Kamera oder den Skizzenblock zu bemühen. Was ich nicht vorhabe, ist, das Zeug täglich in die ’sozialen Medien‘ zu spülen. Im Gegenteil. Wenn ich meinen inneren Schweinehund im Griff behalte, will ich eher weniger als mehr bei Facebook und in meinen Foren aufschlagen. Was nicht heißt, dass ich dort ‚entsage‘, dafür kenne ich mich viel zu gut und dafür mag ich die Freunde dort zu sehr. Für Flickr, Twitter und Instagram gilt – mindestens vorerst – ähnliches. Aber das ist ja nicht unbedingt neu. Da bin ich eh lahm oder nie richtig warm geworden.

My home is my castle, mein Blog ist mein Blog.

Der Stilpirat Steffen Böttcher hat eben das Bloggen zum Arschgeweih im Portfolio der eigenen Karriere erklärt. Das halte ich aus (er ja auch). Zumal die Fotografie und Zeichnerei keiner Karriereplanung unterliegen. Ich bin Architekt und das ist gut so.




Meine Bilder der ersten Woche sind aufgesammelte Szenen des Innehaltens. Mal städtisch, mal näher an meinem alten ‚Heimatfilm‘. Ich habe lange nach einem Label, nach einem Projekttitel für das kommende Jahr gesucht. Ich habe keinen. Zumindest noch nicht. Das Ergebnis ist offen, ich weiss nicht wo es hingeht. Macht mir nichts, momentan. Fühlt sich gut an.

Imaging Media House ist ein klassischer Zeitschriftenverlag, der mit den Publikationen ‚fotoPRO‘, ‚Photopresse‘ und ‚PhotoKlassik‘ ein alter Hase am Markt ist. Die jüngste Idee des Verlags ist ganz anders: Das Magazin ‚Photo-Weekly‘ sieht zwar aus, wie die Online-Version eines Printmagazins, ist aber tatsächlich gar nicht auf Papier verfügbar. Stattdessen handelt es sich um ein für das Lesen am Smartphone optimiertes Magazin, das kostenlos gegen Registrierung einer E-Mail-Adresse angesehen oder heruntergeladen werden kann. Wenn man sich morgens oder abends mal in die U-Bahn oder einen Bus verirrt, kann man sehen, dass das möglicherweise gar keine blöde Idee sein könnte.

Ich hatte es schon erwähnt und die letzten 5-6 Artikel in meinem Blog kreisen ja schon um dieses Thema: Von ‚Photo-Weekly‘ habe ich eine Theta V zum Test erhalten (und kann sie jetzt behalten). Mein erstes Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr. Unerwartet und nicht nur deshalb sehr schön 🙂 . Nun ist der Artikel zum Lesertest erschienen und auch mein bisheriges Lieblingsfoto mit der Theta V mit an Bord.

Ich war nie ein besonders ausgefuchster Schachspieler. Mehr als 2-3 Züge versuche ich selten im Voraus zu planen und meine Strategie besteht am ehesten darin, meinem Bauchgefühl zu folgen. So ein Glück! Mein Sohn hat noch nicht mehr als eine Hand voll Schachspielen absolviert (aber immerhin ein Buch mehr als ich darüber gelesen) trotzdem muss ich mich nicht verstellen, nicht künstlich schwach spielen. Ich helfe ihm ab und zu, wenn er sich einen Bauern holen will und mit einem Springer oder Läufer dafür büßen müsste aber das reicht schon, um die Spiele lange offen zu halten.

Little Planet Projektion mit um 180° gedrehter Blickrichtung, Theta V, Theta+, Lightroom, wie immer

(Buchstäblich) ganz nach innen gekehrt ist dieses Bild vom Schachspiel mit meinem Sohn. Obwohl es auf den ersten Blick vielleicht einfach ein witziger Effekt zu sein scheint: Diese Konzentriertheit erzählt ja auch vom Spielen. Der Kreis der Wahrnehmung engt sich ein, man taucht in das Spiel ein, eine Außenwelt gibt es nicht mehr. Die Möglichkeiten der Vollsphärenfotografie sind überraschend. So wie ein Schachspiel, wenn man kein besonderer Schachspieler ist.