[Coverfoto] Mordschwarzwald

Es ist schon einfach toll, wenn das Telefon klingelt und sich jemand vorstellt, weil er ein Bild für ein Hörbuch verwenden will. So ging es mir letzten Herbst und der ‚jemand‘ war Mike Maas, der … Weiterlesen →

Eine Aufnahme meiner Syltbilder hat es ins ‚Kwerfeldein Varieté‘ geschafft. Freut mich natürlich. Hier ist der Link. Da passt es ja, dass ich in den letzten Tagen meine Bannerbilder ausgetauscht und die Navigation mal ein bisschen aktualisiert und entstaubt habe.

[been to] Sylt in 13 Bildern

[been to] Sylt-5

Es waren nur drei Tage auf Sylt. Nur zwei lange Spaziergänge. Die Fotografie eigentlich Nebensache. Aber ich hatte das Gefühl, mein Speicher war leer und meine Augen waren offen. Ich will gar nicht lange kommentieren. Alle Bilder entstanden mit der Samsung NX 300. Alle mit dem 2.4 / 16 mm:

[been to] Weststrand Westerland

Nach unserer Reise nach Schillig ist es ruhiger geworden, hier auf dem Blog. Der Grund ist offensichtlich: Es geschieht viel Neues. Neues, das aber nicht direkt in die Fotografie mündet sondern eher erst mal ein paar Freiheitsgrade kostet. Aber toll ist: Mein Sohn geht zur Schule. Das bedeutet neue Wege, neue Termine, Umbauten in der Wohnung, Umbauten in den Prioritäten.

Nun hatte ich Gelegenheit, zum Ende des Herbstes noch einmal ein paar kurze Tage Nordseeluft zu schnappen. Das hat dann doch auch mal wieder gut getan. Und es hat mir sozusagen die Kamera zurück in meine Hände gedrückt. Ich mache dort weiter, wo ich vor 3 Monaten stehen geblieben war. Walter Niedermayer geht mir nicht aus dem Kopf. Und auf Sylt hatten wir schon Winterlicht. Weiss. Mit Sand wie Schnee. Die erste Serie vom Weststrand:

[been to] Weststrand-1

[been to] Weststrand-2

[been to] Weststrand-3

[been to] Weststrand-4

[been to] Schillig

Schill, das sind zerbrochene Muscheln. Sie gaben dem Strand bei Horumersiel seinen Namen, Schillig. Schillernd ist aber auch das blendende durchdringende Licht dort. Ich hatte mein Fotohirn noch bei Walter Niedermeyer, als ich diese Bilder … Weiterlesen →

[been to] Seestücke aus dem Wattenmeer

IMG_5001

(Foto (c) Stefan Senf)

Hiroshi Sugimoto ist ein Künstler, über den man nicht viele Worte verlieren muss. Seine ‚Seascapes‘ stehen seit über dreissig Jahren für seinen serienhaften und reduzierten Ansatz. Neben dieser Serie sind es für mich insbesondere seine Architekturaufnahmen, die mich immer wieder faszinieren. Ich verstehe seine Projekte als sehr konzeptionell und trotzdem sprechen Sie mich als Betrachter auch auf einer ganz unmittelbaren ‚Bauchebene‘ an. Ausserdem sind sie so grundsätzlich, dass man sie einfach nicht wieder vergisst, wenn man einmal ‚infiziert‘ wurde.

Er selbst schreibt auf seiner Website zu den ‚Seascapes‘:

Seascapes

Water and air. So very commonplace are these substances, they hardly attract attention―and yet they vouchsafe our very existence. The beginnings of life are shrouded in myth: Let there water and air. Living phenomena spontaneously generated from water and air in the presence of light, though that could just as easily suggest random coincidence as a Deity. Let’s just say that there happened to be a planet with water and air in our solar system, and moreover at precisely the right distance from the sun for the temperatures required to coax forth life. While hardly inconceivable that at least one such planet should exist in the vast reaches of universe, we search in vain for another similar example.

Mystery of mysteries, water and air are right there before us in the sea. Every time I view the sea, I feel a calming sense of security, as if visiting my ancestral home; I embark on a voyage of seeing. – Hiroshi Sugimoto

Ja, und nun waren eben auch wir wieder mal an der See. Was mich angeht, so war ich sogar das erste Mal im/am Wattenmeer. Der erste fotografische Reflex dort (ganz albern und unwillkürlich) war, ein bisschen ‚auf Sugimoto zu machen‘ 😉 . Und weil das ein Gedanke von der Art ’schnell und schlampig‘ war, musste das alte iPhone dafür herhalten. Nach jeder Aufnahme bekam das Bild gleich vor Ort eine Bearbeitung, die mir in diesem Moment passend erschien. Einheitlich sind dabei nur der quadratische Beschnitt und der mittige Horizont.

Parallel habe ich natürlich auch ‚richtig‘ fotografiert aber diese kleine, von einem übergroßen Vorbild inspirierte (und vielleicht gerade deshalb ganz ungezwungen aufgenommene) Serie hat’s mir rückblickend so angetan, dass ich ihr hier erst mal den Vortritt lassen will:

(alle Bilder in diesem Beitrag: iPhone 4 und Google Snapseed, (c) Stefan Senf)

[Schwarz(weiss)wald] Familie fotografieren

Der Schwarzwald ist unser Fixpunkt im Urlaubskarussell. Seit fünf Jahren ist für uns eine Woche in Triberg/Schonach ‚gesetzt‘, egal, was wir sonst noch planen. Im letzten Jahr habe ich dort erstmals eine Bildstrecke versucht, die das ‚Sagenhafte‘, den ruhigen, mythischen Schwarzwald zum Thema hatte. Das Fotobuch, das daraus entstand ist über ein reines Familien-Reisefotoalbum hinaus in meinen Augen fotografisch dicht und einheitlich. Damit ist der ‚Chronistenpflicht‘ und der Leidenschaft für die Fotografie gleichermaßen Rechnung getragen 😉 .

[Schwarz(weiss)wald] Behutsam-1

Natürlich habe ich auch dieses Jahr überlegt, wie eine Serie aus dieser entspannten Woche aussehen kann. Der Wasserfall und der schwarze Wald sind dieses Jahr nicht zentral. Die Entspannung selbst ist es. Das Miteinander. Familie. Alltagsszenen, wenn auch abseits unseres ‚echten‘ Alltags.

Ich habe mich für eine schwarzweiße Ausarbeitung der Bilder entschieden. Seit ich in Turin mit schwarzweißen, schrägen und verrissenen Bildern meine Verfassung ganz bewusst mit in die Bilder geschleppt habe, entdecke ich dieses Medium wieder mal neu. Auf die Farbe zu verzichten macht es zunächst mal einfacher. Farben die nicht da sind, können sich nicht ‚beissen‘, können den Blick nicht (ab)lenken. Ohne Rücksicht auf die Lichtfarbe kann man auch am hellen Tag entspannt blitzen. Und ausgebrannte oder abgesoffene Bildflächen verlieren vollends jeden Schrecken (Das Wetter dieses Jahr war nicht das beste. Weisse Himmel sehen in schwarzweiß ungleich freundlicher aus als in Farbe).

Es bleibt Licht und Schatten, Struktur und Oberfläche. Vor allem bleibt Ausdruck und Bewegung.

Ich bin eher zurückhaltend, wenn es darum geht Bilder meiner Familie zu veröffentlichen. Mit dieser Serie mache ich eine kleine Ausnahme. Ich hatte mir Anfang des Jahres im Stillen vorgenommen, mein Hobby dazu zu nutzen, eine Jahresserie über den Alltag meiner Kinder zu machen. Über Geborgenheit und Lachen, Langeweile und Protest, Neugier und das Ausprobieren. Nicht für den Blog sondern nur für uns. Bislang habe ich das nicht geschafft. Diese Bilder bestärken mich aber darin, dazu noch mal einen Anlauf zu nehmen. Vielleicht doch öffentlich, zwecks anhaltender Motivation 😉 . Vielleicht auch nicht 😛 .

Entstanden sind die Bilder wieder alle mit der NX300, zu großen Teilen sogar nur mit dem 20-50 mm Kitobjektiv, das erstaunliche Schärfe und ein fast noch erstaunlicheres Bokeh liefert. Die Kamera hatte ich auf Schwarzweiß eingestellt, um gleich ein Sucherbild ohne ‚Ablenkung‘ zu haben. Das war auch schon bei den Bildern aus Turin eine große Hilfe bei der Bildgestaltung. Alle hier gezeigten Bilder sind zwar aus dem RAW entwickelt aber die schwarzweißen jpgs aus der Kamera waren bereits sehr sehr gut. Hätte man auch nehmen können. Wieder eine Serie, die mich ein Schrittchen von meiner DSLR entfremdet hat.

Den wirklichen Schritt, den ich gehen musste, war aber das übliche Urlaubsfototschema aus dem Kopf zu bekommen. Hintergrund ist nur Beiwerk. Der Ausdruck, die Situation oder die Bewegung machen das Bild. Ein weinendes, müdes oder trauriges Gesicht erzählt nicht weniger als ein lachendes. Ein gutes Bild entsteht nicht, wenn man gerade Zeit hat und die Kamera in der Hand. Besser, man nimmt sich die Zeit und die Kamera, wenn der Moment entsteht.

Das gelingt nicht immer. Oft bin ich zu spät. Aber ich merke, dass man es üben kann. Das schöne dabei ist, dass man es übt, indem man im Kopf bei seinen Kindern ist. Nicht bei der Kamera oder irgendeiner abstrakten Idee 🙂 .

 

[been to] Torino bianco e nero

Eine Genussreise. Eine Quälerei. 4 Tage schwarz und weiß.

[been to]torino bianco e nero-10

Turin und das Piemont. Reiseziele etwas abseits der ausgetretenen Pfade. Ich war eingeladen in eine Stadt voller Arkaden, die hier kaum jemand wirklich kennt. Zu einigem gutem Essen und in das alte Fiatwerk Lingotto, das in den 90ern von Renzo Piano mit neuem Leben gefüllt worden war. Leider legte sich für mich schon nach wenigen Stunden, nach dem Flug und gerade mitten im ersten Museumsbesuch eine Schwärze über die vier Tage: Hexenschuss.

Wer das schon mal hatte, der weiss: es ist eine Quälerei. Man mag nichts mehr an sich haben: keine Jacke, nichts in der Hand, kein Rucksack. Man wird hart und steif und selbst kaum sichtbare Bewegungen können lähmende Schmerzen verursachen. Undenkbar, selbst die kleine NX noch rumzuschleppen. Man schleppt plötzlich an sich selbst genug.

Wie sieht so ein Trip in Bildern aus? Die ersten farbigen Bildern zeigen das, was ich vor hatte. Eine Reisereportage, wie schon im letzten Jahr aus Graz.

Und nun: Ich hab seit einigen Tagen ‚Hueless‚ auf dem iPhone, die einzig wahre Schwarzweißfotoapp, die ich bisher gefunden habe: statt sinnlose Retrofilter, Rahmen und Tönungen auf die Bilder zu klatschen erlaubt sie eine freie Formatwahl, frei einstellbare Farbfilter (im Sinne der Filter, die man bei der Schwarzweissfotografie vor die Linse schraubt) und die Ausgabe von jpgs mit minimaler Kompression. Mein Entschluss war schnell gefasst: Meine Bilder dieser Reise müssen zu meiner veränderten Wahrnehmung dieser Reise passen. Sie können nur aus der Hüfte entstehen, sie können nicht mehr gerade sein, nur Quadrate, nur subjektiv. Und schwarzweiß, so wie meine Tage es auch waren. Mehr ging auch nicht:

Ich bin ein bisschen gespannt, wie das auf Euch wirkt. Alle Bilder mit Orangefilter, etwa 75%, der die Gesichter hell und die Himmel dunkel macht. Das iPhone hat übrigens etwa 35mm Brennweite. Life is thirtyfive.

[been to] Bildungslücke, oder: wie eine Stadt Lust auf Stadt macht

Paris war eine Bildungslücke von Format. Und Paris motiviert, auch zu Hause wieder die Stadt zu suchen.

Ich war noch niemals in Paris. Als Architekt ist das etwa so, wie als Zahnarzt noch niemals einen Zahn gezogen zu haben. Und für Fotografen – auch für Amateure – ist es ähnlich. Paris ist nicht weit weg. Mit dem TGV erreicht man es von Stuttgart in 3,5 Stunden. Wenn man früh genug bucht, ist es sogar nicht mal sehr teuer. Es war Zeit, diese Lücke zu schließen.

Reisefotografie ist ja eine erfreulich einfache Sache. Auf Reisen sind die Rezeptoren sowieso schon auf Anschlag aktiv, man müsste schon mit verbundenen Augen herumlaufen, um nicht ein Motiv nach dem anderen zu sehen. Trotzdem habe ich in den zwei Tagen nicht viel fotografiert. OK, früher wären 4 Filme an zwei Tagen viel gewesen, heute ist die entsprechende Bilderzahl wenig. Viele Bilder sind am langen Arm entstanden, Erinnerungsfotos mit meiner (wunderbaren!) Frau. Selfies, wie man es neuerdings nennen ‚muss‘. 😉 Im Hintergrund der Eiffelturm zur blauen Stunde oder Notre Dame, solche Sachen. Und dennoch ist die Reise einen Blogartikel wert. Denn so eine kurze Reise kann auch etwas ganz anderes schaffen: Sie kann die Handbremse lösen, den Rost abbürsten oder den Staub wegpusten. Wie man will. Sie macht Lust auf das Fotografieren. Auf das Fotografieren zu Hause. In der Stadt, die man kennt.

Die Wachheit des Reisens auch in der vertrauten Heimat aufleben zu lassen ist nicht immer einfach. Aber wenn man es schafft, dann kann man es für etwas nutzen, das man auf Reisen leider niemals schafft: Man kann dran bleiben. Und man kann Orte bewusst aufsuchen, statt sie nur zufällig zu finden.

Die Stadt hat mir Lust auf mehr Stadt gemacht. Lust darauf immer weiter meinen ‚Heimatfilm unltd.‘ drehen.  Den Radius auszuweiten. An der Achse und dem Mittelpunkt ändert das nichts.

[Wert und Wertigkeit] Cewe-Fotobücher im Vergleich

[Wert und Wertigkeit] CEWE-Vergleich-1

[Wert und Wertigkeit] CEWE-Vergleich-2

Ich habe mal wieder Bücher machen lassen. Ein Fotobuch aus dem Schwarzwald. Und da ich ohnehin mehrere Exemplare des Buches drucken lassen wollte, hat mich die Neugier gepackt. Wie fällt wohl der Unterschied zwischen teuer (Hardcover, Belichtung auf Fotopapier) und preiswert (Softcover, Druck auf Normalpapier) aus? Ich mach es kurz: Ich werde für den Eigenbedarf nie mehr gedruckte Bücher bestellen.

26 bedruckte Innenseiten kosten mit Softcover derzeit 21,95 EUR (A4 quer). Das selbe Buch auf Fotopapier belichtet kostet 32,95 EUR. Mehr als 50% Aufpreis also, in diesem Fall. Das gedruckte Buch kam zwei Tage früher und hatte also die Chance, nicht gleich im direkten Vergleich antreten zu müssen. Für sich genommen, kann es durchaus gefallen. Da ich schwarze Seitenhintergründe verwendet habe, kann ich über eine sehr schöne satte Tonung berichten. Die Bilder sind auch in den Schatten sehr schön durchgezeichnet und entsprechen farblich und tonal dem, was ich vom Bildschirm her erwartet hatte. Das Cover ist ein bisschen überhart in der Schärfe (obwohl ich eigentlich jede Optimierung ausgeschaltet hatte), wirkt aber frisch und hochwertig, etwa wie ein gut gemachtes Taschenbuch.

Als dann aber das Buch auf Fotopapier kam, war das ein Unterschied, der größer kaum sein könnte. Dass das Buch über die viel dickeren Seiten und den Hardcovereinband drei mal so dick ausfällt, hätte ich wissen können. Wenn es dann vor einem liegt, überrascht es dennoch. Und wie es vor einem liegt! Durch das andere Fertigungsverfahren blättert das Buch auf jeder Seite vollkommen flach auf. Kein Bundsteg. Ich weiß zwar nicht, wie oft das Papier diese Bewegung aushält, im Neuzustand ist es aber beeindruckend.

Was die Bildwiedergabe angeht, so gibt es zwei Erkenntnisse: Die gedruckte Version ist (bei normalem Betrachtungsabstand) gut. Wenn Bilder im Miniaturformat verwendet werden, wird allerdings das Druckraster sichtbar, einfach weil man näher ran geht und genauer hinsieht. Dieses Problem kennt das Buch auf Fotopapier nicht. Allerdings reproduziert es die Bilder ein kleinen Bisschen dunkler, was schnell mal zu mehr abgesoffenen Bildteilen führt, als geplant. Für ein CEWE-Buch auf Fotopapier ist es also besser, eine halbe Blende heller nachzubearbeiten oder die Schatten ein bisschen anzuheben (immer vorausgesetzt, die automatische Optimierung ist deaktiviert).

[Wert und Wertigkeit] CEWE-Vergleich-3

[Wert und Wertigkeit] CEWE-Vergleich-4

 

Mein Fazit stand schon in der Einleitung. Das Buch auf Fotopapier ist seinen Aufpreis wert. Punkt. Eine Gedruckte Version ist aus meiner Sicht nur interessanter, wenn es um größere Auflagen geht (Kosten). In diesem Fall sollte man darauf achten, keine zu kleinen Bilder abzusetzen, im Layout einen reichlichen Bundsteg einplanen und natürlich keine Bilder über zwei Seiten strecken.