[Bewegtbild] Leuchten

Seine Aktivitäten zu verlagern, das muss nicht bedeuten, sich einzuschränken. Die Pandemie durchkreuzt unsere Gewohnheiten und zwingt uns, Dinge zu hinterfragen. Feste und Fernreisen bekommenen ein rotes Fähnchen, das Fotografieren oder Zeichnen in Gruppen leider immer noch ein gelbes. Aber Grün bekommt grün, soviel steht fest.

Die Wildnis vor der Haustüre entdecken, ja, vielleicht ist das eskapistisch. Dort entfällt die Notwendigkeit sich mit den gesellschaftlichen Veränderungen zu befassen, die uns alle betreffen. Aber es tut gut, einfach los zu schlendern und irgendwo ins Unterholz abzubiegen. Sich Zeit zu geben, sich auf das Sehen zu konzentrieren und das Hier und Jetzt zu fotografieren. Den eigenen Radius neu entdecken und dabei etwas Neues ausprobieren.

Mit einigen solchen Annäherungsversuchen an die Naturfotografie im Gepäck, bin ich im August trotz der Pandemie auf Reisen gegangen. Und zwar vor allem des Tapetenwechsels wegen. Wir waren im Burgenland in Österreich. Und in diesem grünen, hügeligen Land habe ich einfach dort weitergemacht, wo ich zu Hause aufgehört hatte. Mit einem Unterschied: Mehr Zeit. Und so habe ich mich zusätzlich noch an ein zweites Experiment gewagt: einen Videobeitrag:

Unabhängig davon, ob diese Bilder etwas transportieren können (was ich hoffe) oder ob sie auf Dich keine Wirkung haben: Mein Anliegen ist es, über das Schöne zu berichten, das wir vor unseren Türen finden können. Das keine Reise braucht und kaum Vorbereitung. Auf das man sich nur einlassen muss. Mit Zeit und Offenheit. Fotografie ist kann ein schöner Katalysator dafür sein.

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Werner schrieb am 13.09.2020:

Hallo Stefan,

Das Experiment ist gelungen. Es ist spannend, dir „vor die Tür“ und deinen Gedanken zu folgen. Und ja: Das „Schöne und Gute“ liegt tatsächlich vor unseren Augen. Es braucht so wenig, um es zu erspüren. Da sind wir uns – auch wenn wir dabei unterschiedliche Ansätze verfolgen, im Grunde sehr ähnlich. Danke für diese Anregungen (auch der Tipp mit Simon Booth!).

Bleib gesund,

Werner

Stefan schrieb am 13.09.2020:

Lieber Werner,

was es braucht, hat Oliver mir kürzlich wunderbar unter ein Instagram-Posting getextet. Er schrieb: "Augen auf - wer mit offenem Herzen durch die Natur geht sieht viele Wunder." Wenn man das Wollen und Sollen fallen lassen kann, und sich einfach nur Zeit nimmt und versucht, im hier und jetzt zu sein, dann sieht man Dinge, die einem sonst verschlossen bleiben. Und das gilt natürlich über die Natur hinaus. Das gilt für alles, das uns umgibt. Alles, dem wir uns zuwenden, alles das und - alle die - wir lieben.
  
Ich danke Dir!

Bitte bleib auch Du gesund!
  
Steff

Conny schrieb am 06.10.2020:

Lieber Stefan, 

die Natur ist voller kleiner Wunder und die entstandenen Bilder zeigen sehr schön, dass man sie nur entdecken muss. Ich mag die Bilder, die so viel Ruhe und Schönheit ausstrahlen. Wo andere an einem unscheinbaren Busch vorbei hetzen, hat du hingeschaut und ein Motiv erspürt. Wenn ich mich einlasse auf das hier und jetzt, kommen die Motive von ganz allein. Dafür brauche ich aber die Ruhe da draussen. Es gibt nichts Schöneres und Wichtigeres für mich. Die Natur lehrt mich immer wieder Demut. 

Gerne ab und an mehr Videos, denn ich fand es interessant, deinen Ausführungen zu lauschen und mich darauf einzulassen, den Film in Ruhe zu schauen, also ein Stück weit mit dir im (bereits vergangenen hier und jetzt) zu verweilen. 

Liebe Grüße

Conny

Stefan schrieb am 06.10.2020:

Liebe Conny,

es gelingt mir nicht immer. Gerade jetzt am Wochenende war ich 2 Stunden hier im Wald. Bin durchs Unterholz geschlichen und habe es sehr genossen dort zu sein, wo sonst (fast) niemand ist (an den schönsten kleinen Lichtungen stand dann doch immer irgend ein Jägerstand :-/ und manchmal findet man ganz versteckt zehn, zwanzig Stöcke, die über einen umgefallenen Baum gelegt ein Indianertipi oder ein Räuberlager bilden :-). Nur zum Fotografieren habe ich nichts gefunden. Aber das war nicht schlimm. Ich muss ja nicht.
  
Ich danke auch Dir! Und bitte bleib gesund!
  
Steff