[un/Limited] Noch ein ’neues‘ Objektiv

Die Pentax KP ist eine kleine Kamera. Oder eine Kamera die zumindest klein wirkt und sich klein anfühlt. Jedenfalls macht sie sich besonders gut mit den kleinen Objektiven der Pentax Limited DA Serie.

Sonnensterne trotz abgerundeter Blendenlamellen. Pentax KP, HD DA 15 mm Limited @ Blende 11

Die DA (also APS-C) Limiteds gibt es mit den Brennweiten 15, 21, 35 (Makro), 40 und 70 mm. Das 35er habe ich schon sehr lange, es war die erste Festbrennweite, die ich mir vor etwa 10 Jahren mit meiner ersten DSLR gekauft habe. An der KP läuft es plötzlich zu Höchstform auf, während es an der K-5 ein bisschen zickig war. Das (extrem kleine) 40 mm hat sich dadurch für mich eigentlich erledigt. Auch das 70er ist momentan kein ‚dringliches‘ Thema für mich, weil ich für Portraits das lichtstarke und (bei offener Blende) wunderbar ’smoothe‘ 1.4/55 mm habe. Das 21er dagegen habe ich mir ja bereits mit der KP gekauft und mir damit endlich den Wunsch nach dem ‚guten alten‘ Blickwinkel eines 35 mm Objektivs (@Kleinbildfilm) erfüllt. Nun bin ich nochmal schwach geworden und habe mein drittes Limited gefunden: das 4.0/15 mm in der neueren ‚HD-Version‘ als junges gebrauchtes Glas.


Ein Abendspaziergang im Frost

Das 15 mm Limited steht im Ruf, bei ohnehin schon etwas weichen Rändern (Randunschärfe durch Bildfeldwölbung) auch noch gerne etwas dezentriert zu sein (Serienstreuung). In sofern war ich etwas beunruhigt, als ich festgestellt habe, dass mein Objektiv schon zwei Vorbesitzer hatte. Ausnahmsweise habe ich mich deswegen zu einem kleinen Test durchgerungen (der hier erklärt wird). Ergebnis: Alles gut. Abgehakt.

Aber warum habe ich es überhaupt gekauft? Mein 10-17 mm Fisheye Zoom bildet bei 17 mm ab wie ein 15 mm Objektiv. Die Fisheye-typische Verzeichnung ist bei dieser Brennweite schon sehr gering, nicht schlimmer als zum Beispiel beim 16-50 mm für Sony NEX / E. Mit einem Klick in Lightroom sind alle Linien gerade, ein weiteres Häkchen beseitigt die Farblängsfehler, also grüne und magentafarbige Ränder an starken Kontrastkanten. Wenn man Vergleichsaufnahmen des 15er Limited und des 10-17 mm Fisheye (nach dieser Entzerrung) ansieht (ja, auch das habe ich gemacht, siehe unten), sind die Unterschiede nicht groß.

Im Vergleich zum Fish ist das HD Limited kontrastreicher in der Mitte und schärfer an den Rändern und in den Ecken. Und gleichzeitig sind die Unterschiede selbst an 24 MP so gering, dass die geringe Größe, das Gewicht, und die edle Haptik schon als Argument gebraucht werden, um zu rechtfertigen, dass man beide Objektive hat. So nahe beieinander hätte ich die beiden nicht erwartet. Der 6-strahlige Blendenstern des Fishs gefällt mit tatsächlich sogar besser als der des HD Limited. Wobei das eine Geschmackssache ist und sich von Fall zu Fall ändern kann. Ein paar Bilder dazu (alle bei f11 aufgenommen, rechts ist das 15 mm Limited und links das 10-17 Fish, alle Ausschnitte 1:1):

Ein letzter – vielleicht der wichtigste – Punkt für mich ist aber die Tatsache, dass mir mit einem entzerrten Glas die Bildkomposition leichter fällt. Und dass für mich (!) die Festbrennweite oft zur konzentrierteren Auseinandersetzung mit dem Motiv führt. One lens a day.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hach Pentax. Welch tolle Linsen. Manchmal bereue ich meinen Umstieg. Pentax –> Nikon –> Panasonic –> Fuji… :-D

  2. Ach Quatsch! Fuji ist doch super. Die sind doch sehr ‚Limited‘-artig (nur ein bisschen teurer) ;-)

    Allerdings ist mir Dein Umstieg auf Fuji eher beiläufig aufgefallen. Viel geschrieben hast Du dazu noch nicht, oder? Eine X-pro?

  3. Xpro2 mit 23&50mm/f2 und dem UWW. Ich glaube mehr brauche ich nicht mehr. ?

  4. Ja bestimmt! Also, außer vielleicht dem 23er in 1.4 oder dem 56er statt des 50ers. Und dann gäb es da noch so ein wunderbares XF14 2.8 und das XF35 1.4 R soll ja so schlecht auch nicht sein :-D …

    Neee, Oli. Ich bin völlig bei Dir. Im Grunde ist mit 23 mm und 50 mm alles Wesentliche gesagt. Zumal mit einer Kamera, die – diesseits von Leica – wie kaum eine andere für das genüssliche Fotografieren im hier und jetzt steht. Aber das ist natürlich ein völlig unzulässiger Kommentar unter einem Artikel, der sich – auch wenn es nicht drüber steht – natürlich um die Freude am Neuen dreht. Also um’s G.A.S.

  5. Oh ja, das 15er … ist in meiner Wahrnehmung das umstrittenste Limited. Das Stichwort Bildfeldwölbung wird da schnell bemüht, wenn jemand die fehlende Randschärfe des 15ers kritisiert. Ich muss zugeben, ich wollte das 15er immer lieben (so wie alle Limiteds), ist mir aber nach mehreren Versuchen (ich glaube, ich hatte drei Exemplare?) einfach nicht geglückt. Vom Gehäuse her war es mir aber das Liebste der Limiteds. Geblieben ist bei mir auch nur noch das 21er von den DA(!) Limiteds, die Reportage-Brennweite für fast jede Gelegenheit. Passt prima zur KP! Viel Spaß weiterhin mit der Linse, Stefan!
    P.S. Hab jetzt erst mitbekommen, dass Du dir die KP gegönnt hast. Ich muss jetzt sofort mal wieder deinen Blog durchforsten, war lange nicht mehr hier.