[Gear Acquisition Syndrome] Reise. Tasche.

Die Slingshot 160 von Cosyspeed war ein Geburtstagsgeschenk. Eine Fototasche, wie für mich gemacht. Ich wollte ein bisschen Praxis abwarten, bevor ich drüber berichte. Nun ist es so weit: Ich hab ja schon ein paar … Weiterlesen →

[Gear acquisition syndrome] Durchblick

[Gear acquisition syndrome] Durchblick-1
Hoodman Compact Hoodloupe CH32. Gummi und Glas gegen Reflexe und dunkle Monitore.

Ein bedeutender Strickfehler der kleinen spiegellosen Kameras ist das Fehlen eines Suchers. Speziell bei Samsung NX hat man zwar die Wahl zwischen Kameras mit und ohne einem solchen ‚eye level viewfinder‘, die Möglichkeit einen Sucher als Zubehör bei den kompakteren Modellen nachzurüsten, gibt es aber nicht. In den meisten Fällen stört das nicht weiter, vielleicht bemerkt man es nicht mal. Bis man dann im Urlaub auf den Monitor der Kamera starrt und schlichtweg nichts mehr darauf sieht. Ist mir passiert, letztes Jahr mit der NX 1000. Dann versucht man sein Glück mit dem Schatten einer Hand oder man hält einfach blindlings drauf. Spray and pray: Irgendeines der Bilder wird schon passen. Unbefriedigend.

Der Reiz der spiegellosen Kameras liegt für mich in Ihrer Größe und mehr noch in ihrem Gewicht. Elektronische Sucher zum Aufstecken machen die Kameras wieder sperriger, verbrauchen Strom und wiegen auch noch mehr als 100 Gramm. Ganz billig sind sie auch nicht. Bei Olympus geht der Spaß z.B. bei gut 150,- EUR los, das aktuelle Modell kostet etwa 300,- EUR. Fest eingebaute Sucher bedeuten dagegen meist, dass die Kamera von vornherein wieder in einem DSLR-artigen Design daherkommt. Auch hier: größer, schwerer und teurer.

Durch einen Zufall bin ich jetzt an eine Hoodloupe CH32 geraten. Ich glaube nicht, dass ich sonst auf die Idee gekommen wäre, so ein Ding zu kaufen. Die Hoodloupe setzt man – ganz ohne irgendwelche Magnete, Klettverschlüsse oder sonst was – auf den Monitor der Kamera auf und schaut dann durch das Okular. Das bedeutet, man muss die Lupe zusätzlich festhalten, was erstmal abschreckend klingt. In der Praxis ist das aber ziemlich schnuppe. Das Okular ist so groß, dass man es einfach mit dem Auge selbst fixiert. Die linke Hand bleibt trotzdem frei. Hoodman wirbt damit, die verwendete Optik bestehe aus ‚deutschem optischem Glas‘, was auch immer das konkret bedeutet. Jedenfalls ist das Okular mit +/- 3 Dioptrin einstellbar (verdreht sich leider sehr leicht, muss man häufig nachstellen).

An der Hoodloupe befindet sich eine dünne Schlaufe, mit der man sie sich an sonnigen Tagen einfach um den Hals hängen kann (ich denke, ich werde das Band eher am Rucksack fixieren oder die Lupe in eine Tasche stecken). Die kritisierten 100 Gramm bringt Hoodman allerdings auch auf die Waage. Das Modell CH32 kann man einfalten. Es passt dann etwas besser in kleine Taschen. Riesig ist der Effekt aber nicht und der Gummi scheint an den Faltstellen auch schmerzlich dünn zu sein. Mal sehen, wie dauerhaft das ist.

Der Blick in die Hoodloupe ist dann aber tatsächlich beeindruckend. Das Monitorbild ist pixelscharf, hell und klar zu sehen und die Größe des Sucherbildes übertrifft jede Kamera, die ich besitze (abgesehen mal vom Lichtschacht der 6×6, den kann man schwer vergleichen). Pralle Sonne verliert ihren Schrecken, ich möchte fast behaupten, das Ding macht irgendwie Spaß. Mal sehen, was davon bleibt, wenn man den Spieltrieb abzieht und die Routine addiert. Jedenfalls macht es mir jetzt noch Spaß…

Preislich ist so eine Lupe irgendwo im Bereich der Schmerzgrenze angesiedelt. Die nicht faltbare Variante liegt im Onlinehandel bei rund 110,- EUR, die faltbare muss man im Auktionshaus erwischen.

Mein Fazit: Ich freue mich, mit der Hoodloupe jetzt auch vor ungünstigen Lichtverhältnissen mit der ‚kleinen‘ Kamera keine Sorge mehr haben zu müssen. Da es sich also um etwas handelt, das ich nur gelegentlich einsetzen muss, macht es sogar Spaß. Seine Funktion erfüllt es in meinen Augen zu 100%. Ich finde das Ding aber saftig teuer, ein bisschen sperrig und weiß noch nicht so recht, was ich von der Materialqualität halten soll. Aber ganz klar: Für Samsung NX und andere Kompaktkameras oder Spiegellose ohne Sucheroption ist das eine geniale Lösung. Viel besser, als ich auf den ersten Blick erwartet hatte.

[Gear Acquisition Syndrome] A streetcam named desire

2.4/16 mm. Das war eine Lücke in meinem Objektivsortiment. Wenn man viel Gebautes und viel Landschaftliches fotografiert, stolpert man darüber immer wieder. Dieser Brennweitenbereich kostet aber bei Pentax (mit AF) so um die 580,- EUR … Weiterlesen →

[Gear Acquisition Syndrome] 35mm, 8,- €

Kann man Disziplin für 8,- EUR kaufen? Ja, kann man. Vor 10 Tagen habe ich ein Loblied auf die klassischen 35mm (24mm @ APS-C) angestimmt. Und ich habe lamentiert, dass die Brennweite heute meist nur … Weiterlesen →

[Gear Acquisition Syndrome] Altglascontainer

[angesetzt] Altglas-1

OK, kein Container. Ein Adapter. Ich habe lange damit gerungen, aus der NX 1000 eine ‚System‘-Kamera für mich zu machen. Dass die Kleine in jeder Hinsicht nicht unbedingt die Stabilste ist, habe ich gelernt. Heute erst, ist sie mir derart ‚eingefroren‘, dass selbst der Ausschalter unwirksam war. Nur ‚Akku-raus‘ konnte helfen. Auch überbelichtete Bilder mit dem bekannten, nochmals helleren Streifen hat sie wieder sporadisch produziert. Der ‚Service‘ hat mir dazu aus meiner Sicht bisher keine auch nur andeutungsweise zielführenden oder gar kundenorientierten Angebote gemacht. Stattdessen habe ich nach einigen Wochen ‚Hin-und-Her‚ zermürbt aufgegeben (vorerst, zumindest). Dennoch macht die kleine NX seltsamerweise sehr viel Spaß. Steckt immer in der Tasche, ohne zu belasten und macht trotzdem Bilder wie eine Große. Auch schon mit dem winzigen und leichten 20-50 mm-Objektiv.

Und genau diese 20 bis 50 mm waren es, die mich immer wieder um einen ‚Ergänzungskauf‘ herumschleichen ließen. Denn 20 bis 50 mm sind zwar praxistauglich, lassen aber trotzdem reichlich Raum für weitere Wünsche. Das 16er vielleicht. Oder das 2.0/30 mm. Aber dann kam es anders. Bei einem Großflächenmarkt hier in Stuttgart lag der Adapter von NX auf Pentax K (das ‚Original‘ von Samsung) für 77,- EUR in der Auslage. Das ist sehr preiswert und kommt fast an die (vermutlich nicht sustanziell schlechteren) Billigadapter aus China heran. Nach einiger Zeit konnte ich nicht mehr widerstehen, meine Pentaxobjektive am Sensor der NX zu erproben.

Der Adapter ist sehr gut verarbeitet. Alle ertastbaren Oberflächen scheinen aus Metall gefertigt zu sein, der Blendenring (der auch das Abblenden bei Objektiven erlaubt, die selbst keinen Blendenring mitbringen) läuft präzise, vielleicht sogar eher zu leichtgängig. Dass sich die Objektive problemlos auf unendlich fokussieren lassen, dass die Kamera keine Zicken macht und dass die Objektive fest und ohne Spiel adaptiert werden, sollte sich bei einem ‚Original‘ von selbst verstehen.

Mit angesetztem Adapter erlaubt die Kamera noch Zeitautomatik oder manuelle Belichtung. Die Fokussierung erfolgt ausschließlich manuell. Als Hilfsmittel bietet die Kamera durch Drücken der ‚OK-Taste‘ (leider ist das keiner anderen, besser erreichbaren Taste zuweisbar) eine 5fach, eine 8-fach Lupe oder einen Fokushilfsbalken an (mit dem zumindest ich nicht viel anfangen kann). In der Praxis verwende ich die manuelle Belichtungssteuerung (Belichtungsmesser auf ‚Spot‘ oder auf ‚Mitte‘) und die 8-fach Lupe. Ich schätze mein Bild (Standort) ab, drücke auf ‚OK‘, messe ein paar wichtige Helligkeiten an* und stelle auch gleich scharf, berühre kurz den Auslöser um die Lupe wieder zu verlassen, finalisiere den Bildausschnitt und klick.

*Noch häufiger – v.a. bei Serien in einem relativ begrenzten ‚Setting‘ – messe ich das Licht nur ein Mal am Anfang, messe v.a. den Hautton in Lichtern und Schatten, finde dann zu ‚meiner‘ Blende, Zeit und Empfindlichkeit und kümmere mich danach kaum noch drum. Das Ergebnis sind sehr atmosphärische Serien, die aber (in Grenzen) auch von und mit Überstrahlungen oder Unterbelichtungen leben. So habe ich an den letzten Wochenenden gleich drei Familienfeiern fotografiert und bin mit der ‚Ausbeute‘ sehr zufrieden.

Meine ‚Entdeckung‘ an diesem Adapter ist das alte SMC Pentax 2.0/55. Ein Brot-und-Butter-Glas aus den 70er Jahren, das aber eine wunderbare Präzision und Weichheit in die Bilder bringt (ja, in dieser Kombination!). Die altmodische Konstruktion erlaubt ein sehr angenehmes Fokussieren mit langen Drehwegen (das manuelle Fokussieren mit dem 2.8/35 Limited ist im direkten Vergleich eine Qual: Der Bereich von ‚0,5 m‘ bis ‚Unendlich‘ spielt sich dort auf ca. 5 mm Drehweg ab. Beim 2.0/55 ist es eine 3/4 Umdrehung des Fokusrings!).

Ich fotografiere mit der NX bislang nur jpgs. Das hat mich in Verbindung mit dem Adapter eine spannende Erfahrung machen lassen (die mir in dieser Deutlichkeit bei meinem Pentax-System nie begegnet ist): Schärfe und Schärfe sind zweierlei. Während das von der Samsung ‚erkannte‘ 20-50 mm Objektiv offensichtlich von der Kameraelektronik mit reichlich Kontrast, Klarheit und Schärfung unterstützt wird, liefert das ‚unerkannte‘ Altglas schon im jpg sahnige, natürliche und dennoch scharfe Bilder, die kaum noch Nacharbeit brauchen. Besser geht’s kaum. Zusammen mit der manuellen Bedienung wird daraus ein ganz besonderes Fotografiergefühl. Ausgerechnet die billige Taschenknipse macht den Weg dafür frei.

Die Konzentration auf das Wesentliche, auf das Licht und die Stimmung leben auf, wenn man mit den Automatiken auch gleich mal die eigenen Automatismen über Bord wirft.

[Gear acquisition syndrome] Ich mag keine Displayfolien

Ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, ein schönes brillantes Kamera- oder Handydisplay mit einem Blasen werfenden, an den Ecken abfleddernden und bald verschlissenen Plastikfetzen zu bekleben. Displays sind viel stabiler als ihr Ruf … Weiterlesen →

[Gear acquisition syndrome] Hä? Ne Brille?

Jepp. Das wird ein ganz kleiner Artikel. Er handelt von einem Teil, das ich gar nicht als Zubehörteil gekauft habe und das auch kein Zubehörteil ist. Und natürlich ist es auch völlig unbrauchbar als Zubehör. … Weiterlesen →

[Gear acquisition syndrome] klein, stark, schwarz.

Wie viel kompakte Qualität bekommt man heute für kleines Geld? Ich hatte ja kürzlich meine GX10 verkauft. Ein solides Stück Kamera, gut in Schuss, erwachsen in der Bedienung, ein guter Gefährte auf meinem bisherigen Weg … Weiterlesen →

[Gear acquisition syndrome] Blitzfernauslöser PT-04 NE

Heute habe ich ein kleines Technikschnipselchen, auf dessen breitere Anwendung ich mich schon sehr freue. Es gibt ja Entscheidungen, die schiebt man ewig vor sich her. Ich wollte schon lange lernen, manuell und entfesselt zu … Weiterlesen →

[Gear acquisition syndrome] Sunsniper ‚The Pro‘ Steel and Bear

Tja, heute mal wieder was zum Thema ‚G.A.S.‘. Wer kennt nicht den Verdruss mit den herstellerseitig gelieferten Kameragurten. Um den Hals hängen ist schon mal ziemlich doof. Zum ersten mag ich es nicht, wenn mir … Weiterlesen →