[Kambodscha 2007] Roadbook reloaded – Teil 4

In den Ream Nationalpark und zurück nach Phnom Penh.

Dienstag, 14. August 2007: Sihanoukville. Doch noch ein Strandurlaub

Statt an den Mekong zurückzukehren und die Süsswasserdelfine in Kratie zu suchen, sind wir weiter an der Küste entlanggefahren und nach Kampong Som (Sihanoukville) gekommen. Hier gibt es gleich 4 grosse Beaches mit der Lightversion des Thailändischen Strandlebens. Wir haben einen Bunggalow im Cloud 9 an einem Hügel am Ende des Serendipity Beach gefunden von wo aus wir aus der Hängematte die vorgelagerten Inseln betrachten können.

Sihanoukville selbst ist eine relativ chaotische Stadt, die dank des einzigen Hochseehafens Kambodschas sogar einige nennenswerte Industrie besitzt (unter anderem die Angkor-Brauerei). Das muss einen aber nicht kümmern, am Occheuteal/Serendipity Beach säumen kleine Restaurants und Guesthouses den Strand, Khmer machen hier nebenden Travellern Urlaub und die Uhren ticken gemütlich.

Urlaub also. Nach den vielen Städten und Stetten der letzten Wochen freuen wir und an wolkigem aber sonnenreichem Wetter, an (fast) weissem Sand, an badewannenwarmem Wasser und am relativen Nichtstun. Relativ deshalb, weil wir natürlich nicht wirklich nichts tun können. Gestern abend sind wir beispielsweise zum Essen quer durch die Stadt in das „Snake House“ gefahren. Der Besitzer, ein Russe, hat nicht nur ein James-Bond-Ambiente aus Terrarieren mit Giftschlangen und einem Krokodil geschaffen, in dessen Mitte man isst (auf Tischen, unter deren Glasplatte sich ebenfalls Schlangen räkeln), er hat damit (?) offenbar auch ein Vermögen verdient: 2 Hummer Geländewagen, ein Mercedes SEC und ein Chrysler 300 parkten im Hof des noch leeren Restaurants. Man könnte auf Gedanken kommen… Jedenfalls eine Deplaziertheit erster Güte in einem Land, in dem ein Moto normalerweise ganze Familien befördert. Das Essen war übrigens im Gegensatz zum Ambiente völlig belang- und geschmacksneutral.

Heute dann sind wir mit einer 8m-Nussschale auf die vorgelagerten Inseln rausgetuckert um zu baden (schön) und zu schnorcheln (nicht so spannend, da zu trüb – es ist eben doch schon Regenzeit). Nett an diesem Trip war der Umstand, dass wir draussen ein holländisches Pärchen „verloren“ haben. Zum Zeitpunkt der Rückfahrt tauchten sie nicht mehr auf. Der Bootsfahrer liess sich noch dazu überreden, sie nochmal zu suchen, gefunden hat er sie aber nicht. Na ja. Es war eine Insel, die ein rudimentäres Bambushüttenguesthouse besass. Sie werden also nicht in eine Robinsonade geraten sein.

Guesthouse:

Das Cloud 9 ist eine Ansammlung von aufgestelzten Holzbungalows, die links und rechts einer steilen Treppe in den Hang oberhalb des Serendipity Beach gebaut sind. Von dem großen Kreisverkehr mit den ‚Golden Lions‘ (den jeder der hier oft etwas ungehobelten und unwissenden Motofahrer kennen muss) geht es entweder Richtung Sokha Beach und dann irgend wann links den Berg hoch zum oberen Eingang (mit Moto erreichbar) oder direkt runter an den Occheuteal Beach und dann zu Fuss nach rechts – vielleicht 200-300m – am Strand entlang zum unteren Eingang (Rezeption, Restaurant). Das Cloud 9 wird von einem Australier und einer Deutschen geführt, die abends auch gerne mal mit Ihren Gästen anstoßen. Sehr entspannte Atmosphäre. Auf jeden Fall eine Empfehlung.

Bar/Restaurant:

Eden: Fast direkt rechts am ‚Hauptzugang‘ zum Serendipidity Beach. Unsere Stammbar für das letzte Bier am Abend. Leckeres Seafood-BBQ für wenige Dollar, nette Bedienung, erträgliche Musik. Nach unserem Empfinden der Hotspot am Beach…

Dienstag, 14. August 2007: Neue Forschungen zu Angkor

Der Spiegel hat in seiner Onlineausgabe neue faszinierende Forschungsberichte zur Stadt rund um die Tempel Angkors veröffentlicht.

Und hier die Originalquelle, das Greater Angkor Project.

Donnerstag, 16. August 2007: Ream Nationalpark, Tag 20

Nun haben wir doch noch einen Regenwald gefunden, in dem wir uns vom Monsun erwischen lassen konnten. Ein Taifun an der Küste von Vietnam zeigte auch hier seine Kraft.

Der Himmel wurde schwarz und trieb uns aus dem badewannenwarmen Wasser der Bucht im Ream Nationalpark.

Schon in der Nacht vor dem Trip hat es geschüttet, trotzdem sind wir am Morgen zu einer Bootsfahrt durch die Mangroven des Parks aufgebrochen. Schon bei der Bootstour zu den Inseln zwei Tage zuvor konnten wir einen sehr sehr grossen Seeadler bei der Jagd beobachten. Die Fahrt heute hat uns in ein Gebiet mit vielen Greif- und grossen Wasservögeln gebracht. Das langsame Flussschiff liess uns entspannt durch die Natur gleiten, bevor wir zu einem kurzen Trekking in den Regenwald aufbrachen. Dann kam – wie gesagt – der Monsun. Es gibt hier keinen Weg, trocken zu bleiben, wenn der Himmel die Pforten öffnet. Nach 2 Minuten ist es einem dann schon egal und man tritt beherzt und gleichmütig in das nächste Schlammloch…

Insgesamt war die kleine Rundtour (Rommy Tours, 15 USD) ein lohnender und intensiver Ausklang unserer Nationalparkbesuche hier. Zwei Tage später ging es langsam zurück nach Phnom Penh, hauptsächlich um uns noch mit dem unvermeidlichen Plunder einzudecken, der einen später an die Reise erinnern soll 😉

Restaurant:

Holy Cow‚, Ekareach Street, Telefon 012 478 510: Ein leckeres, stilvolles und sehr empfehlenswertes Restaurant auf halbem (na ja, dreiviertel) Weg in das ‚Stadtzentrum‘ von Sihanoukville.

Sonntag, 19. August 2007: Shopover in Phnom Penh

Wie es ist, wenn in Phnom Penh jemand über die Strasse Deinen Namen ruft. Die Abreise.

Wir waren kaum dem Tuktukfahrer entkommen, der uns vom Busbahnhof geradewegs wieder in das Superstarhotel bringen wollte, obwohl wir mehr als einmal erklärt hatten, dass wir ins Cozyna an der Riverfront möchten, als plötzlich ein herzliches „Steyfaaan“ über die Strasse flog und Shina (sprich: Sina) herüberrannte, unser tuktukfahrender Fremdenführer von vor 3 Wochen. Damit war der letzte Tag geritzt. Kein nerviges Tuktuksuchen, keine Preisverhandlungen, stattdessen das sichere Gefühl, dass schon alles klappen wird.

Heute also haben wir eine Einkaufstour durch die Stadt unternommen, in 4 1/2 Stunden später ging dann unser Flieger nach Hongkong und nach Hause. 11 Grad und Dauerregen erwarteten uns. Deutscher Sommer 2007. Wir freuten uns trotzdem, obwohl es auch schwer fiel zu gehen.

Fahrer und Fremdenführer:

Shina: cheypathshina[at]yahoo.com. Sehr sehr nett, spricht gut englisch und kennt sich aus. Zahlt Ihn gut, er ist ein Guter 😉

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Jetzt habe ich wieder Fernweh nach SOA. Aber wahrscheinlich gehts in 2013 mal wieder hin 🙂
    Toller Bericht insgesamt.

  2. Na dann! Mission erfüllt. Meine nächste Reise in diese Richtung liegt in unbestimmter Ferne. Das bringt’s erst wieder, wenn die Kinder auch was davon haben. Bis dahin muss das Träumen reichen. Also mach gute Fotos. 😉

    Danke für’s Feedback!

  3. Wow! Das hat richtig Spaß, gemacht, sich durch die Roadbooks zu lesen und in Fernweh zu schwelgen. Danke für die schönen Bilder und Geschichten.

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