[Pragfriedhof] Ist das Kunst oder kann das weg?

Ich gerate gerade wieder mal ins Experimentieren. Ich schreibe diesen Artikel handschriftlich auf einem kleinen iPad pro. Ein erstaunliches Gerät. Das iPad pro hat einen hervorragenden Monitor. Einen besseren habe ich persönlich noch nie gesehen. Nicht als Tablet und nicht einmal auf einem Schreibtisch. Die Farben und die Tonwerte passen ohne Kalibrierung. Und bei jedem Licht.

Die Benutzung mit dem Pencil ist endlich so intuitiv, wie ich mir das immer schon gewünscht habe. Dank der App „Stylus“ schreibe ich meine Gedenken in fast der gleichen Weise auf, wie ich das bisher nur in einem Notizbuch konnte. Von Hand eben. In meiner unverstellten Handschrift. Einfach so. Mit der App „Tayasui Sketches“ zeichne ich fast wie auf Papier, aquarelliere, skizziere, schmiere, markiere, egal. Das alles geht zum ersten Mal fast wie „echt“, fast wie mit Stiften, Pinseln und Papier. Das hat mich auf dumme Gedanken gebracht.

Ich fotografiere nur wenig zur Zeit. Nach einem Grund dafür muss ich nicht lange suchen. Es ist keine „Sinnkrise“ oder „kreative Pause“, die mich davon abhielte, es  ist schlichtweg der Rest meines alltäglichen Lebens. Der Bauboom hat mich fest im Giff, die Familie verdient den Löwenanteil der übrigen Zeit. Das ist so und es ist gut so.

Der dumme Gedanke? Das Ding macht auch Fotos! Das iPad ist ein alltäglicher Begleiter, fast wie das iPhone. Es begleitet mich auf Baustellen, es begleitet mich in der U-Bahn, und jetzt ist es kurz vor elf und es liegt immer noch auf meinem Schoß. Klar, da spielt der Reiz des Neuen mit hinein aber das ändert wenig daran, dass man dieses Ding einfach besser finden muss als so ein mini Telefon (-display). Die Kamera des iPad nimmt Bilder in 12 MP auf. Sie verwendet ein Objektiv mit immerhin f 2.2 Lichtstärke. Die Aufnahmen sind wiedermal eine sichtbare Generation besser als bei meinem iPhone 6 .

Ja, ich weiss wie es aussieht, wenn Leute mit Tablets fotografieren. Bescheuert. Aber das ist die Aussensicht der Sache. Von „innen“ sieht es anders aus. Von „innen“ ist das iPad erst mal ein Sucher im Format der Mattscheibe einer Großformatkamera. Aber voll tageslichttauglich. Von „innen“ ist es eine Kamera mit eingebauter Entwicklung. Auf Wunsch auch im RAW-Format. Entwicklung mit einem Top-Monitor und schnellen Tools.
Ich habe begonnen, ganz bewusst auch mit dem iPad zu fotografieren. Ich werde dafür meine Kameras nicht aufgeben oder weglegen. Aber ich werde akzeptieren, dass das iPad mir neue Impulse gibt. Hier sind einige erste Bilder. Und nun könnt ihr schimpfen und öffentlich den Kopf schütteln. Ich hätte das vor kurzem noch getan.

PS: Natürlich kann das weg. Das ist der Aluminiumanteil des Daches eines Abbruchgebäudes, das ich gerade ‚wegräumen ‚ lasse um Platz für Wohnungen zu machen… 😉

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Warum nicht, lieber Stefan, bei dem Bokeh :-). Das Bild gefällt mir sehr, die ohne Bokeh wecken danach nicht so richtig mein Interesse ;-). Ja, sieht dämlich aus, hat aber durchaus die von dir genannten und noch mehr Vorteile. Auf einer unserer Harley-Touren hat ein Mitreisender alles mit dem iPad fotografiert und hatte eine gute Ausbeute an tollen Fotos. Einzig in wirklich lichtschwachen Situationen hatte er Probleme (ist auch schon 2 Jahre Entwicklung her). Die Bilder konnte er sofort sichten, sortieren, bearbeiten und versenden. Darum habe ich ihn beneidet. Er mich allerdings immer dann, wenn man lange Brennweiten brauchte…..
    Die Display-Größe ist natürlich ein Traum :-).

    Bei dir kommt noch dazu, dass so niemand merkt, dass du deinem Hobby nachgehst, sieht doch aus, als würdest du arbeiten ;-).

    LG, Conny

  2. Mein iPad (ohne Stift) verkommt leider zum Amazon Prime Player. Seit dem in der Firma OneNote von der Cloud getrennt wurde kann ich damit nicht mehr „arbeiten“. Also bleibt nur noch daddeln und binch-watching. Zu schade für das iPad Air2.

    Dein Aha-Erlebnis mit dem iPad ist meines mit meinem Wacom Bamboo das nun (endlich wieder) am MacBook funktioniert. Bei uns zieht gerade die Mode ein die grafischen Anteile der Präsentationen zu malen/sketchen. Na das kann ich auch… 🙂

    Eine neue Kamera macht uns nicht zu einem besseren Fotografen – aber das neue Tool regt unsere Neugierde an. Und diese Neugierde, der Spieltrieb, der ist es was uns lernen und reifen lässt. Und das bringt uns weiter. Also genieße dein iPad mit Stift (neid!!!) und verwöhne unsere Augen weiter mit tollen fotografierten und gemalten Bildern! Bitte!

  3. Ja , Oliver, OneNote könnte auch noch was für mich sein. Im Moment benutze ich Evernote. Wahnsinnig toll ist es nicht nicht. Tatsache ist, wie Du, Conny, richtig schreibst, dass man mit dem iPad sozusagen immer im Tarnmodus ist. Das Problem ist, dass das in alle Richtungen gilt. Geschäftspartner halten einen tendenziell für ein Spielkind, Passanten für geschäftig und im Privatleben mutiert das Tablet – wenn man nicht gut aufpasst – zum Killer für die Work-Life-Balance. Aber Spass macht so ein mächtiges Spielzeug halt doch. Man kommt ins Grübeln, wozu man eigentlich noch einen PC braucht. Und oft fragt man Sich eben auch nach dem Sinn der „echten“ Kamera…

    Ein Sinn, Conny, könnte die Aufrichtigkeit sein. Aufrichtigerweise muss man nämlich zugeben, dass das gelobte Bokeh von der App Tadaa stammt, nicht wirklich von iPad. Es ist nur so, dass man mit dem iPad (obwohl die App gar nicht an das iPad angepasst ist), endlich sehr sauber maskieren kann. So kann Tadaa endlich richtig glänzen! 🙂

  4. Tadaa kann Bokeh? Ich habe mich seinerzeit zu wenig mit der App beschäftigt und im Sommer, als ich es wollte, habe ich sie auf meinem iPad4 nicht mehr zum Laufen bekommen.
    Aber da ich eh sucherfixiert bin, sind diese Geräte niemals eine ernsthafte Konkurrenz für meine Kameras. Allersings liebe diese „Fertig-ist-Bild“-Apps wie Hipsta oder Shake it :-).
    Aber ich kann mich richtig mit dir mit freuen :-).

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