[Souvenirs, Souvenirs 1] Frisch vom Fisch

Der Sommerurlaub hat mich dieses Jahr auf die Insel Krk in Kroatien verschlagen. Schon zu Hause hatte ich ständig Lust, das 10-17 Fisheye-Zoom an meiner Pentax zu verwenden. Nur kaum Zeit und Gelegenheit. Aber weil Urlaub ja Urlaub ist, hab ich das dann einfach dort gemacht. Überhaupt hatte ich mir für diesen Urlaub ein paar Dinge der eher spielerischen Art vorgenommen.

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Wenn man für einen Campingurlaub packt, besteht immer die leise Gefahr, dass die Achsen des Autos brechen. Und so war es ein ziemlicher Luxus, dass ich gleich zwei Kameras eingepackt hatte. Für die Pentax hatte ich das Fisheye, ein Tele und das 2.8/35 Limited Makro dabei, für die NX300 nur das 16-50 mm Kit-Zoom. Die NX war also für das Beiläufige und das Familiäre gedacht. Wenn die Fotografie Selbstzweck  war, kam dagegen meist das Fischauge dran.

Die Bilder hier bilden keine echte Reihe und ein klassischer Reisebericht wird das auch nicht. Der wäre recht kurz: Wir haben nicht viel anderes getan, als zu zelten, zu baden und uns die Zeit zu vertreiben. Einfach nur Entspannung. Und für mich hieß ‚Entspannung‘ eben, ein paar mal früh aufstehen oder mich abends mit der Kamera davonzustehlen.

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Naturgemäß sind Aufnahmen mit dem Fish eine polarisierende Angelegenheit. Ein einzelnes Bild findet noch fast jeder spannend oder lustig, beim fünften ploppen die ersten Fragezeichen über den Köpfen der Betrachter auf und irgendwann ab dem zehnten oder zwanzigsten Bild  sind die meisten Leute dann von all den gebogenen Linien nur noch genervt oder gelangweilt. Mich hat interessiert, ob man das umgehen kann. Ob man so eine Optik dennoch für die Landschaftsfotografie eines ganzen Urlaubs verwenden kann, ohne dass das Fotobuch am Ende keiner sehen will.

Das 10-17 hatte ich mir mal als ‚Ersatz‘ für ein klassisches, entzerrtes 10-20 mm Ultraweitwinkel zugelegt. Die Entzerrung erfolgt in Lightroom auf einen Knopfdruck und das Ergebnis ist in Ordnung. OK, mehr als ‚in Ordnung‘ ist es wirklich nicht. Die Ecken werden bei dieser Prozedur nämlich schon ziemlich matschig. Mein altes Sigma 10-20 war in den Ecken auch schwach aber ein mit Lightroom ‚entfischtes‘ Fisheye ist noch ein bisschen schwächer. Das ist oft kein Problem und hält mich nicht davon ab, gelegentlich trotzdem so vorzugehen. Himmel und Wolken vertragen diese grobe Behandlung gut und auch homogene Wand- und Bodenflächen wirken einfach nur ’schneller‘. Schwieriger wird es, wenn Details in den Bildecken liegen. Welche Möglichkeiten gibt es also sonst?

Unter den zahlreichen Möglichkeiten zur Entzerrung und perspektivischen ‚Feinjustage‘ von Bildern sticht für mich der jpg-Illuminator heraus. Mit dieser schlanken und kostenlosen Software gelingen Fisheye-Entzerrungen weit besser als direkt in Lightroom. Der Programmteil für die Entzerrung ist zwar im Menü versteckt, die Benutzung kann aber ganz spielerisch und ohne viel Vorwissen erfolgen. Allein schon die Möglichkeit, ein Bild beim Entzerren gleichzeitig in der Y-Achse zu strecken sorgt für viel natürlichere Proportionen im Bild. Der automatische Beschnitt nach der Entzerrung lässt sich abschalten und anschließend selbst festlegen. So kann man beispielsweise Löcher im Himmel akzeptieren und nachträglich auffüllen. Oder den ganzen horizontalen Blickwinkel für ein flaches Panorama nutzen. Besonders hilfreich ist auch die ‚Panini-Projektion‘. Dabei werden nur die senkrechten Linien gerade ausgerichtet, die horizontalen bleiben gebogen. Oder die ‚Panorama-Projektion‘, die ungefähr das Gegenteil bewirkt.

Egal, welche Methode man wählt, die Ergebnisse sind durchweg besser als direkt in Lightroom. Die Ecken einer mit jpg-Illuminator entzerrten Fischaugenaufnahme sehen nicht schlechter aus, als die Ecken einer Aufnahme mit einem einfachen Ultraweitwinkel (wie zum Beispiel dem Sigma 10-20). Die Möglichkeiten, die man mit den Fish hat, sind aber ungleich größer. Von daher würde ich hoffen, man kann auch eine ganze Galerie von diesen Bildern ansehen, ohne Kopfweh zu bekommen.

(alle Aufnahmen: Pentax K-5 mit Pentax DA 10-17 mm Fisheye Zoom)

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Stefan!

    Schön mal wieder was von dir zu lesen! Und mit Deinem Artikel zum Fisheye Zoom schreibst Du mir aus der Seele. Ich finde das Objektiv grandios. Sicher nicht von der Abbildungsleistung, aber von seiner Vielseitigkeit, immer wieder eine echte Herausforderung.

    Ja, es verliert beim „Entfischen“ ordentlich an Auflösung an den Seiten, aber (a) muss man nicht immer 100% korrigieren und (b) kann man immer noch ein wenig croppen, der Weitwinkel ist halt enorm. Ich habe es eigentlich auch zuletzt im Urlaub verwendet – mit viel Muße, die braucht es halt. Oh weh, das ist auch schon wieder fast ein Jahr her. Darf ich verlinken? http://ishootpef.blogspot.de/2015/10/nmz-fisheye-algarve.html
    Auf jeden Fall hat mich Dein Post motiviert, es bald wieder mit auf Reisen zu nehmen, dann in die Berge nach Vorarlberg.

    Ich freue mich immer wieder, was von dir im Netz zu lesen. Bis zum nächsten Mal! (und verkauf ja nicht Deine Pentax ;-))
    Dirk

  2. Danke, Dirk! Und keine Sorge, ich verspüre nicht den geringsten Drang, von Pentax wegzugehen. Ich gehe nicht davon aus, dass sich meine Fotografie grundlegend ändern würde, wenn ich stattdessen etwas anderes verwenden würde…

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