[Eine Idee machen] Märchenwald

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Ich dachte, ich liefere mal einen ‚proof of concept‘ zu meinem Artikel über Kreativität. Das geht dann am besten, wenn man seine Komfortzone verlässt (alter Hut). In meinem Fall bedeutet das zum Beispiel: Das Inszenieren von Fotos.

Meine erste Idee war eigentlich (ganz profan) ein Landschaftsbild unseres Dauerurlaubsziels Schwarzwald für die heimische Wohnzimmerwand. Dann habe ich begonnen, an der Idee zu Zupfen und zu ziehen, um zu sehen, was draus wird. Die erste Ecke an der ich zog war die Bildwirkung. Ich wollte eine große Tiefe durch eine besonders geringe Tiefenschärfe. Damit war als schon mal die Brenitzermethode gesetzt. Das Bild oben ist aus sagenhaften 130 Einzelaufnahmen zusammengesetzt (allerdings ist das nur ein Ausschnitt des gesamten Panoramas. Ich denke mal, so etwa 75 Bilder werden mindestens wirklich verwendet worden sein). Der zweite Gedanke war es, meine Süßen ins Bild zu nehmen und ein Bild über Angst und Mut draus zu machen. Als das ‚Personal‘ mir allerdings die Gefolgschaft verweigerte, blieb von dieser Idee nur die etwas abseitigere Hälfte übrig. ‚Märchenwald‘ wurde das Motiv.

Einen vorzeigbare Vorläufer zu diesem Bild gibt es auch und ich überlege sogar die beiden Bilder unmittelbar übereinander als Doppelbild auszubelichten. Der untere Teil sähe dann so aus:

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Die Bilder sind übrigens nur gestitched und beschnitten. Eine Nachbearbeitung hinsichtlich der Farben oder der Belichtung habe ich (noch) nicht vorgenommen. Das Ergebnis ist mir deshalb auch noch zu kalt und verträgt noch etwas Differenzierung. Die verwendete Kamera ist die Pentax K-5 mit dem in meinen Augen großartigen DA* 1.4/55. 

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Du solltest öfters Urlaub nach einem tiefgründigem Artikel machen. Scheint deiner Kreativität sehr gut zu tun (nicht das ich sagen will, dass du sonst keine oder eine schlechte Kreativität hättest – also sie wurde so noch noch noch viel besser als sonst…).

    Du hast ja schon mal aus dem Black Forrest tolle Bilder geliefert, er scheint also dir, deiner Seele und deiner Kreativität gut zu tun.

    Das Bild mit der Puppe finde ich etwas „schräg“ und erinnert mich irgendwie an „Es geschah am helllichten Tag“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Es_geschah_am_hellichten_Tag) – was mir als Vater dann doch irgendwie unheimlich ist.

    Die Variante mit der Hand ist auch sehr „spooky“ – aber macht unheimlich neugierig im positiven Sinne.

    Die Idee das als Panorama zu machen finde ich exzellent – nicht wegen einer möglichen noch genialeren Bildqualität sondern eher wegen der (zusätzlichen technischen) Herausforderung.

    Weiter so. Freu‘ mich auf mehr. Ich bin ja gerade eher faul.

  2. [Eine Idee besser machen] Die Nachbearbeitung

    Danke Oliver, für Deinen Kommentar! Ja, Gerd Fröbe hatte ich tatsächlich im Kopf, als ich die Sandmännchenpuppe und die Axt in der Szene platziert habe. Gestern Abend habe ich dann gleich noch eine leichte die Nachbearbeitung der Bilder gemacht. So harmonieren sie Farblich besser und können zusammen als ein Bild ausbelichtet werden. Wenn man es weiß, sieht man dass ich die Farben etwas wärmer gemacht habe. Die ohnehin scharfen Bildteile haben etwas Klarheit erhalten und die Wege in beiden Bildern etwas Helligkeit. Dazu noch eine ganz leichte Betonung der Axt. Mehr nicht. Gut? Ich bin ganz einverstanden damit.

    [Eine Idee -besser- machen] Märchenwald-1

  3. Ja, Froebe und Rühmann hatte ich sofort vor Augen (und die unliebsame Erinnerung an das Schauen des Filmes als Knirps – verstehe bis heute nicht, warum ich den damals gucken durfte 🙂 ) .
    Das ist eine ziemlich gute Idee: Damit meine ich das Thema und auch die technische Umsetzung (die ich für ziemlich gelungen halte). Mit der Brenitzermethode habe ich mich auch mal auseinandergesetzt Ist schon länger her und war auch nicht so erfolgreich. Vielleicht jetzt mal wieder was für meine Ideenkiste….
    Lg,
    Werner

  4. Interessant, was eine Hand, eine Puppe und eine Axt im Wald für gruselige Phantasien im Kopf entstehen lassen. Ein gutes Beispiel dafür, dass das Inszenieren von Fotos kein so großes Ding sein muss. 🙂 Kommt auf meinen Merkzettel :-D.

    Die Technik klingt ganz schön aufwändig, wirst du die Bilder jetzt noch übereinanderlegen? Ich kann an dieser Stelle deiner Vision nicht so ganz folgen und bin gespannt auf das Ergebnis :-).

    LG, Conny

  5. Danke Werner und danke Conny!

    So aufwändig ist es gar nicht. Ich habe nun doch noch ein Bild mit meiner Tochter an diesem Ort gemacht und da lief es schon sehr flüssig. Kamera auf den Kugelkopf, Belichtung einstellen (Blende fast offen), Entfernung einstellen und los geht’s. Bei einer Kamera, die die Daten halbwegs schnell wegschreibt ist das kein Problem. Und im Grunde reichen jpgs. Die Dateien werden ja sowieso riesig groß.

    Übereinander montieren werde ich nichts, Conny, gemeint habe ich tatsächlich, die Bilder auf gleich Breite zu bringen und als vertikales Diptychon zu verwenden. Ob es dazu noch kommt, weiß ich nun aber doch nicht. Ich empfinde diese Bilder zwar als stärker aber ins Wohnzimmer kommt vermutlich trotzdem die Version mit meine Tochter, der abgebrochenen Heugabel und dem Sandmännchen…

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