[Wasser] Hafenstadt

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Im Herbst hatte ich mich auf die Suche nach dem Wasser in Stuttgart gemacht. Gefunden hatte ich es in blauen Rohren, die mit leichten Anklängen an den Film Brazil durch die Innenstadt Stuttgarts verlegt wurden, um das Grundwasser in den Bauphase des Tiefbahnhofs abzuleiten.

Heute bin ich erneut auf die Suche gegangen. Auch Stuttgart ist eine Hafenstadt. Der Hafen ist nicht romantisch und schon gar nicht schick. An den meisten Stellen ist er nicht mal verfallen oder verlassen. Er ist einfach ein Industriestandort. Dort wird Schrott umgeschlagen, Bauschutt verladen, halbfertige Werkstücke oder Rohstoffe verschifft oder gelöscht. Vieles davon in Containern. Wie überall.

Und doch hat so ein Hafenbecken Ausstrahlung. Die Luft schmeckt ein bisschen nach Ferne. Zwischen Enten, Tauben und Krähen treiben sich auch ein paar Möwen herum. Und das Wasser. Selbst der trübe Neckar lässt mich Durchatmen. Auch zwischen Verladekränen und Müllsäcken, zwischen Rangiergleisen und Containerburgen. Erstaunlich. Ich kenne das, seit ich mal eine Saison regelmäßig dort Rudern war. Aber es überrascht mich trotzdem immer wieder.

Gefunden habe ich aber nicht nur Wasser. Gefunden habe ich an einem wechselhaften Tag auch Häuswände, die von Schrott und Schutt in Gemälde verwandelt wurden. Ich bin erst zwei mal dran vorbeigestolpert, bevor ich mein Geschenk entdeckt hatte.

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Coole Bilder, vor allem das erste ist interessant da man sich erstmal orientieren muss… toll gesehen!

    Grüße,
    Foto UNICO

  2. Ich mag deine An- und Einsichten aus Stuttgart sehr sehr gerne. Du hast einen „besonderen“ Blick. Auch hier wieder: Strukturen, Farben, Perspektiven. Wow!

    Lg,
    Werner

  3. Moin Stefan, das zweite Bild aus der Galerie hat es mir angetan, düstere Atmosphäre irgendwie. Toll ist das Blau der Müllsäcke in Verbindung mit dem Blau des Himmels. Manchmal sind es Kleinigkeiten , die ein Bild ausmachen. Aber auch die Strukturen mag ich. So untereinander gestellt, entfalten sie sich kraftvoll. Schön abstrakt wie sie sind, kämen sie bestimmt in ganz groß an einer Galeriewand so richtig zur Geltung.
    LG, Conny

  4. Und dabei hab ich das Hamburg-Bild doch extra für Dich gemacht ;-).

    Danke, Conny.

    PS: Das düstere ist eine Fisheye-Aufnahme, nur wenig entzerrt.

  5. Hallo Stefan,
    hättest du nicht gesagt, dass es sich bei der zweiten Serie um Wände handelt, hätten diese Bilder auch als abstrakte Gemälde durchgehen können. Die Bilder wirken auf mich wie eine Mischung aus Jackson Pollock und Mark Rothko.
    Viele Grüße,
    David

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