[Heimatfilm unltd.] Wasser

Dass Stuttgart eine Stadt am Wasser ist, merkt man erst wenn man gräbt. Es gibt hier kaum Gewässer. Die Stadt liegt an einem weitgehend verrohrten Rinnsal namens Nesenbach. Es mündet in den Neckar. Der Neckar selbst, findet in der Stadt aber kaum statt. Und gleichzeitig sitzt die Stadt doch auf einem beachtlichen Vorkommen an Mineralwasser.

[Heimatfilm unltd.] Wasser-12

Meine Sommerreise ging an’s Wasser. Wir waren am Lac de Ste. Croix, einem türkisblauen Wunder in der Haute Provence, gespeist aus der großen und großartigen Verdonschlucht. Dick aufgetragen? Ja. Wasser macht mich durchatmen. Wasser ist etwas, das mir in Stuttgart wirklich fehlt. Der Gedanke daran macht mir Fernweh.

Wie also sieht Wasser hier in Stuttgart aus? Ich suche. Das erste was ich finde und zeige, ist Wasser in Rohren. In Bahnhofsnähe verlaufen die Trassen eines futuristischen Implantats im Stadtraum: Des sogenannten Grundwassermanagements für die Bahnhofsbaustelle. Stuttgart verändert sein Gesicht immer und immer wieder, seit ich hier lebe. Die Stadt liegt schön genug, um das auszuhalten ohne Ihre Identität zu verlieren. Die Veränderung ist tatsächlich ein Stück Identität. Dass ich an der Stelle, an der nun dieses verdrehte Haus steht, im Vorgängerbau mein Studium als Filmvorführer verdient habe, ist eine Randnotiz.

Und doch sind diese Konstruktionen nun fremd, lassen die Stadt größer und kühler Wirken. Ferner und weiter. Vielleicht ist das ja so, weil Wasser in den Rohren fließt… 😉

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(NX 1000, 2.4/16mm)

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schön, mal wieder was von Dir zu lesen und zu sehen (Dein Beitrag vom 20. September ist irgendwie an mir vorbei gegangen).

    Stuttgart und das Wasser. Das ist echt ein trauriges Thema. In anderen Städten pulsiert das Leben an den Flüssen und was haben wir? Den Neckarradweg. Der ist zwar toll, um zu laufen und zu radeln, aber viel vom Neckar hat man nicht.

    Führen die GWM-Rohre eigentlich auch in den Neckar?

  2. Hi Stefan, witzig, in einer Ausstellung in den Deichtorhallen sah ich gerade eine Serie, wo der Fotograf das Internet suchte (In Köpfen, Leitungen etc.) und du suchst das Wasser. Für mich als Kind von der Waterkant ist das Leben ohne Wasser in der Stadt schlicht undenkbar. Als Nordsee-Fan, ehemalige Bewohnerin von Hongkong-Island ist mir schon der Elbstrand zu wenig ;-).
    Gelungene Fotos, btw. LG, Conny

  3. Pingback: [Wasser] Hafenstadt | Stefan Senf – Motivprogramm

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