[Below the waste] Was sich zu lesen lohnt

Ja, es gibt mich noch und ja, ich beschäftige mich täglich mit Fotografie. Dass ich seit einiger Zeit nur sporadisch poste, hat eine Vielzahl von Gründen. Manche lachen mich schon beim Frühstück an, manche sind türkisblau und strahlend und schmecken nach mehr, manche locken mich jeden Morgen in den Wald oder zahlen meine Rechnungen, andere machen mir den Rücken schwer und die Hände und die Augen. Nein, ich habe nicht vor, diesen Blog ‚zum Altpapier zu geben‘ 😉

[below the waste] Lesen-1

Gerade, wenn der ‚öffentlichkeitstaugliche‘ Output des eigenen Tuns vorübergehend kleiner wird, findet man sich oft lesend. Also ich mich. Ich lese viel, wenn ich wenig fotografiere. Leider ist das gelesene meist flüchtiges Zeug. Nachrichten, Meldungen, hier ein Hype, dort ein Portfolio und viel, viel Werbung für Dinge, die einen auch nicht besser machen oder öfter zur Kamera greifen lassen. Viel Lesehäppchen aus dem Netz also. Aber das setzt sich auch im Printbereich fort. Fotomagazine neigen stark dazu, vollkommen überflüssig zu sein. Voll von Werbung von von ‚Tipps‘, die mich nicht die Bohne interessieren oder weiterbringen. Bedürfnisweckung, wohin man schaut. Eine Publikation hebt sich davon ab: Die Photonews.

Photonews ist anders. Die Zeitung kommt in einem ungewöhnlich großen Format und zu einem ungewöhnlich kleinen Preis in den Handel. Für 3 EUR erwarten einen jeden Monat um die gut 30 Seiten in DIN A3. Das knappe Viertel der Zeitung, das aus Werbung besteht, ist dabei manchmal nicht viel weniger interessant als die Artikel denn viele der Anzeigen werben für Ausstellungen und Galerien. Nicht für die neueste MultiMegapixel5-AchsStabiGPSvierKDings-Kamera. Das ist schon mal gut. Viel besser noch ist der engagierte und intelligente Journalismus, den man da lesen kann. Es geht um Fotografie. Um Kunst, um Journalismus, Dokumentation, Publikation. Sachlich und ziemlich unaufgeregt. Technikthemen sind selten, die Inhalte haben Vorfahrt. Das Heft ist ordentlich textlastig (es trägt den Namen ‚Zeitung‘ zu Recht) und dennoch durchgängig vierfarbig und hochwertig bebildert. Ich lese es seit einigen Monaten regelmäßig und ich muss sagen, dass der Reiz, den die üblichen ‚klassischen‘ Fotomagazine auf mich ausüben (noch mal) drastisch eingebrochen ist. Besser als ‚Photonews‘ sind nur noch Bücher.

Lest Ihr noch Fotomagazine?

 

 

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hach die Fotozeitschriften.
    Ich hatte lange die Photographie. Aber neben ein paar wirklich guten Foto-Stories einfach zu viel (gesponserte) Werbung – äh Technikberichte.
    Jetzt probiere ich mal für 12 Monate die Docma.

    Die Photonews hatte ich auch ein paar mal gekauft – meist wenn ich im Zug unterwegs war, aber am Ende bleibt in meinem Leben zu wenig Zeit um sich hinzusetzen und den vielen Text ernsthaft zu leben. Und nach 23 Uhr fehlt mir die Konzentration für viel Text. Kleine nette Bilder sind da einfacher… 😉

    Freu‘ mich auf neue Bilder von dir, wenn das schöne Wetter dich nicht mehr so ablenkt… 😉

    lg, oli

  2. Hey Stefan,

    stark, danke für den Tipp!! Normalerweise lese ich keine Fotomagazine mehr, die Gründe sind so, wie Du sie auch beschreibst – die meisten Magazine haben wenig brauchbaren Inhalt und wenig neues und interessantes zu bieten. Über die neusten Kameratrends und technische Neuheiten kann man sich im Zweifelsfalle schließlich an jeder Ecke im Internet ausführlich informieren und die Tipps und Tests interessieren mich auch nicht die Bohne.

    Das, was mich in einem Magazin wirklich fasziniert und die Neugier weckt sind Vorstellungen toller Künstler und Serien, Hintergründe und vertiefende Artikel zu Druck und Veredelung, Ausstellungstipps und so weiter und so fort. Da bleibt nur noch wenig Material, vielleicht ab und an ein Blick in die Schwarzweiss oder die PhotoKlassik, das ein oder andere Magazin mit Spezialisierung auf Druck.

    Die Photonews werde ich mir noch einmal genauer ansehen, klingt sehr spannend und der Preis ist ja mehr als fair! Ich bin sehr gespannt!

    Greets, der Udo

  3. Hi Stefan, oh ja, ich liebe Print-Magazine, wobei ich irgendwann alle Abos gekündigt habe und dachte, die gibt es ja überall. Die Schwarzweiss ist kaum zu bekommen und wieder abonniert, die Photonews hole ich mir immer, wenn ich im Haus der Photographie bin. Fine Art Printer je nach Inhalt und so verfahre ich auch mit anderen Photo-Magazinen.
    Aufgefallen ist mir aber, dass diese im Supermarkt/Tanke/Buchshop nicht mehr so breit gefächert verfügbar sind, wie vor einem Jahr. Ein Indiz dafür, dass die Nachfrage rückläufig ist? Wäre schade…..

    LG, Conny

  4. Hi Stefan! Derzeit lese ich die Photographie sowie c’t Digitalfotografie. In erster Linie zur Entspannung, weniger weil ich denke, hier Informationen zu finden, die ich nicht auch online lesen könnte. Und da lob ich mir immer noch das haptische Erlebnis echten Papiers.

    Aber was anderes: ich habe mich wirklich gefreut, dass du mal wieder etwas auf deinem Blog geschrieben hast. Ich hab schon befürchtet, du hättest es drangegeben. Das wäre sehr schade gewesen, denn ich mag deine Art zu schreiben und gehe mit vielen Deiner Meinungen und Ansichten d’accord. Ich selbst versuche zumindest einmal im Monat etwas zu posten, aber eigentlich ist das Unsinn für einen privaten Blog. Es gibt sicher soviel wichtigere Dinge im Leben, aber was soll’s. Ich hoffe dennoch, dass uns das nächste Mal nicht so lange warten lässt 😉

    Ach und noch eins. Schade, dass wir seit Februar nicht mehr deinem Liebeslied lauschen dürfen. Die ersten Fotos fand ich klasse.

  5. Ja, ich lese. Viel. Und nicht nur „Foto“ – Aber wenn dann auch die Photonews. Und genau aus den Gründen, die du auch anführst.
    Aber ich greife gerne auch tatsächlich zu Büchern: Romanen, Erzählungen, Biografien. So richtig als Buch, auf Papier. Ja, tatsächlich. Tut (mir) immer wieder gut. Inspiriert, macht den Kopf voll und regt die Fantasie und das Hirn an. Kann ja nicht schaden. 🙂 Hilft auch beim Fotografieren.
    Lg,
    Werner

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