[ND-gefiltert] Der Triberger Wasserfall, endlich weich und fliessend

4 Jahre. Seit vier Jahren bin ich jedes Jahr eine Woche am Triberger Wasserfall im Urlaub. Ein Bauernhof lockt uns in die Stille eines nahe gelegenen Hochtals. Und der Wasserfall lockt mich jedes Mal zum Bildermachen. Nur, dass die Bilder mir leider bisher selten besonders gefallen haben. Denn über Urlaubsbilder hinaus (die bekanntlich einen eigenen Wert haben, der von den Qualitäten des Bildes nicht zwingend abhängt) habe ich es noch nie geschafft, diesem Wasserfall etwas abzutrotzen.

[ND-gefiltert] Triberger Wasserfall-1

Diesmal sollte das anders werden. Diesmal habe ich mich endlich vorbereitet. Und so bin ich gestern also mit Stativ, Kabelauslöser und einem Satz Haida ND-Filtern (8-, 64- und 1000-fach) angetreten. Und mit Wanderstiefeln. Und morgens um viertel nach sechs, wenn noch keine Busladungen voll europäischer und asiatischer Touristen die leicht übererschlossenen Fallstufen belagern. Und was soll ich sagen: Ich finde das Ergebnis für eine Premiere (nach 4 Jahren 😉 ) ganz in Ordnung. Aus der Tourismusmaschine ist wieder ein ruhiger Ort geworden. Ein bisschen geheimnisvoll sogar.

[ND-gefiltert] Triberger Wasserfall-2

[ND-gefiltert] Triberger Wasserfall-3

Benutzt habe ich bei fast allen Bildern den Filter, der zu einer mit 64-fach verlängerten Belichtungszeit führt. Die Zeiten waren dann bei 5 bis 15 Sekunden, die Blende konnte ich beugungsfreundlich auf f 8 bis f 11 einstellen. Empfindlichkeit natürlich ISO 80. Mit dem ND-64-Filter wurde der Live-View (den ich an der K-5 sonst fast nie nutze) mein bester Freund. Im Gegensatz zum optischen Sucher (quasi schwarz) lieferte der nämlich ein wunderbares Sucherbild und ersparte mir neben dem ständigen Auf- und Abschrauben des Filters auch gleich noch die Verwendung der Spiegelvorauslösung, die sonst angeraten gewesen wäre.

Endlich bin ich mit dem Wasserfall versöhnt, der mich immer mit seiner Wucht und Vielgestaltigkeit fasziniert hat und der sich bisher immer dagegen gewehrt hat, das auch in Bildern noch zu zeigen. Und ein bisschen angestachelt bin ich jetzt auch, fotografisch noch mehr aus langen Zeiten zu machen.

 

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. wow, die Bilder übermitteln eine ganz besondere Stimmung. Haben was mystisches, geheimnisvolles. Toll!

    Ermuntert mich endlich auch mal meinen ND-Filter auszuprobieren.
    Dass im Live-View ein Bild gezeigt wird ist mehr als nur interessant. Bisher habe ich auch gedacht dass ich andauernd den Filter auf in abschrauben muss…

  2. Wer hat ihn nicht? Den ND Filter. Und wie oft dabei? Eigentlich nie.
    Leider.
    Denn du hast hier wunderbar bewiesen, dass man ihn doch sehr kreativ einsetzen kann. Natürlich kennt man den Effekt bei Wasser. Natürlich sind einem die technischen Grundlagen bekannt.
    Aber darüber hinaus muss man ja auch noch mit Stativ bewaffnet den richtigen Punkt finden, den richtigen Blickwinkel finden.
    Gerade dein erstes Bild gefällt mir aus diesem Grund sehr! Der Blick von „oben“, die Lens Flairs (Orbs?) in Kombination mit dem fließenden Wasser.
    Sehr meditativ!

    lg, oli

  3. Dein erstes Bild aus dieser Serie gefällt mir auch sehr gut. Es hebt sich wirklich von den vielen, vielen „Langzeitbelichtungs-Wasserfall-Aufnahmen“ ab.
    Auch der Text dazu läßt sich gut lesen 🙂

    Lg,
    Werner

  4. Danke Euch!

    @Werner: Allerdings kann ich nach dieser Aussage den Rest meiner Wasserfall-Ausbeute gleich wegschmeißen. 😀

    Nee, hab Dich gut verstanden. Und gleichzeitig ist es so, dass die Verwandlung des Wassers in ein seidenes Fließen unheimlich Spass gemacht hat. Deshalb werde ich in den nächsten Tagen – im [been to] Triberg – auch noch ein paar Bilder nachschieben!

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