[Baustelle] Mal kurz was persönliches

Wenn’s mir besser ginge, würde ich mehr Bilder machen. Wenn ich mehr Bilder machen würde, würd’s mir besser gehen.

Das hier ist ja in erster Linie ein Fotografie- und kein persönliches Blog. Was hier steht, soll Euch vor allem mal fotografisch interessieren können (das ist sowieso schon ein hohes Ziel 😉 ). Dass zur Fotografie aber mindestens eine Person gehört und die Bilder immer auch viel über diese Person (den Fotografen) erzählen, habe ich schon oft geschrieben. Zuletzt in aller Deutlichkeit hier, aus Turin. Wenn so ein Blog plötzlich ganz still wird, obwohl eben noch große Pläne geschmiedet wurden, dann erzählt das natürlich auch was von dieser Person.

Seit gestern habe ich Urlaub. Und den habe ich auch verdient. Irgendwie war’s ein bisschen viel in den letzten Monaten, selbst wenn es schwer fällt, genau zu sagen, warum. Es war ein bisschen viel von allem. Und auch wenn die Fotografie kondensierte Freizeit ist, Erholung pur, gibt es Anderes, das noch viel wichtiger ist. Und noch besser tut. Bewegung, Entspannung. Und Familie, vor allem die!

Seit Turin schlage ich mich mal wieder mit meinem Rücken rum. Hatte das Thema fast schon abgehakt aber das war wohl vorschnell. Schwimmen, Yoga, Massage, Walking, das alles hilft. Ein bisschen. Für die Fotografie fehlt dadurch aber Muße. Und für’s Bloggen fehlt einfach die Zeit.

[still hier] Baustelle-1

Das bedeutet natürlich nicht, dass ich nicht fotografiere. Aber das sind Bilder der Familie, Bilder aus dem Alltag. So wie hier, die Einladung auf das Fest für die Maurer, die ihren Teil meiner aktuellen Baustelle in Ostfildern unfallfrei abgeschlossen haben. Ein guter Grund zu feiern. Längst hat für diesen Zweck die NX 300 (über die ich hier immer noch mal schreiben will, schliesslich ergänzt sie schon seit ein paar Monaten meinen ‚Kamerafuhrpark‘) die DSLR verdrängt. Mit einem manuellen Objektiv (hier dem Pentax 2.0/55) macht die genau das, was ich mir wünsche. Bilder mit Atmosphäre.

Das Projekt „4 x 13 ist zweitausend 14“ schicke ich hiermit offiziell für dieses Quartal in eine Pause. Die Idee mit den Cinematographien ist daran nicht schuld, die behalte ich im Kopf, vielleicht kommt sogar noch die eine oder andere einzelne Aufnahme im Blog. Ich bin nicht ganz zufrieden mit der Qualität der gif-Bilder, da muss mir noch was einfallen aber ansonsten finde ich das nach wie vor eine sehr spannende Idee. Nein, der Grund für die Pause ist eher der, dass ich ein paar ‚Pflichten‘ abschütteln will. Fotografie ist ein Genuss und das soll sie auch bleiben. Ich will zur Zeit nicht fotografieren ‚müssen‘. Ich will aber trotzdem fotografieren 😉 .

Jetzt erst mal Urlaub zu Hause. Und Ihr so?

 

[10 Sekunden] Vor dem Kick

Wir waren unterwegs. Ich fotografiere viel dieser Tage und zeige wenig: Das letzte Wochenende zum Beispiel waren wir auf der Alb. Ein Wochenende mit Eltern und Kindern unserer Eltern-Kind-Initiative. Private Bilder. Und doch gab diese … Weiterlesen →

[4×13 ist zweitausend 14] Zehn Sekunden Sommerfrische

Ein Bild muss im buchstäblich ersten Augenblick funktionieren, wenn es dann sogar den ersten Sekunden oder schließlich noch einer echten Reflektion standhält, dann hat man alles richtig gemacht. Wie lange betrachtet man ein Bild im … Weiterlesen →

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Im grünen Bereich

[Lichtskizen und Schattenrisse] Cut!-1

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Thai-Chi-1

Die Wochen 21 und 22, zwei weitere Aufnahmen der Serie [Lichtskizzen und Schattenrisse]. Thai-Chi am Morgen. Ein Baum, der seinen letzten Sommer erlebt. Selbstkritik? Das Experiment erschöpft sich. Ich weiss nicht, ob ich die 13 voll mache oder ob ich in den letzten Wochen einfach zum Heimatfilm (unltd.) zurückkehre: Direkt, klar, ohne die Idee, das Diffuse und Unklare auch technisch in die Bilder zu fesseln. Ich möchte nicht sagen, dass das nicht klappt aber es taugt (mir) nicht als Selbstzweck.

Das war aber der Sinn der Sache bei [4 x 13 ist zweitausend 14]: auch mal eine Serie gegen die Wand zu fahren. Alles im grünen Bereich.

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Im engen Radius

Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss und es findet in definierten Radien statt. Wenn man einen Schreibtisch voller Arbeit hat und dazu eine Familie, mit der man möglichst viel seiner Freizeit verbringen will, wenn hinter jede Ecke noch eine Steuererklärung oder ein zu mähender Rasen lauert, dann spiegelt sich das zwangsläufig auch in den fotografischen Sujets. Vorletzte Woche hatte ich wieder ‚Blogger-Besuch‘ von Oli aus München (hier mal ungefragt ein Bild), dem es zur Zeit ganz ähnlich geht. Und auch im letzten Jahr hatte ich schon ähnliche Phasen. Die Bilder der Wochen 19 und 20 meiner Serie ‚Lichtskizzen und Schattenrisse‘ des Projekts [4 x 13 ist zweitausend 14] stehen dafür. Es ist Frühsommer, hier im Asemwald:

Lichtskizzen und Schattenrisse 19

Lichtskizzen und Schattenrisse 20

Was ich zur Zeit liebe, sind Fotos ‚contre jour‚, Gegenlichtaufnahmen, bevorzugt mit alten Objektiven, die dann Ihre Schwächen gern nach Herzenslust ausleben dürfen. Dabei geht’s mir nicht nur um Silhouetten sondern vor allem um flache Kontraste, Lensflares, Überstrahlungen. Aber eben auch schöne, weiche Unschärfen, Lichtkanten und Bokehtupfen. Selbst einen Bild wie dem aus Woche 20 (dem keimenden Energiemais, der dieses Jahr wieder auf den Feldern dominiert), das nicht zu knapp bearbeitet ist und sowieso schon aus 3 (statt wie sonst in dieser Serie ’nur‘ 2) Einzelaufnahmen besteht, spürt man (finde ich) noch das alte Glas. In diesem Fall kam das Pentax 2.0/55mm zum Einsatz. Genauso gern verwende ich aber inzwischen das Cosina 2.8/24, das mir (mit reichlich Schwächen in der Abbildungsleistung) den (von mir) begehrten 35-Millimeter-Bildwinkel vom Kleinbild verschafft (life is thirtyfive). Das oben schon verlinkte Bild von Oliver und das aus Woche 19 (die Schaukel) sind damit entstanden.

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Mind the gap

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Mind the gap-1

NX300 mit Pentax 2.0/55, Doppelbelichtung / Montage.

Eine Lücke. Die Hecke hat eine, damit man die Skulptur dahinter gut sehen kann. Eine Struktur farbiger Metallstelen. Aber was sieht man, wenn man selbst eine Lücke hat?

Ich habe eine. Keine große. Aber sie ist da. Ich hab’s ja auch schon ein paar Mal erwähnt. Die neue Serie ‚Lichtskizzen und Schattenrisse‘ ist sehr OK. Das Feedback passt auch. Aber mir ist sie vielleicht nicht neu genug: Obwohl ich mir eine neue Technik für die Serie überlegt hatte, gleicht nicht nur der Titel meiner 2012er Serie ‚Lichtpfützen und Schattenseen‘. Das Thema reizt mich und die Ergebnisse entsprechen der Planung aber vielleicht habe ich ja auch zu lange dran geplant. Keine Ahnung. Jedenfalls stecke ich in einer ambivalenten Situation: Einerseits habe ich mich an das regelmäßige Fotografieren sehr gewöhnt und geniesse es. Erholung. Jedesmal. Andererseits muss ich mich zur Zeit oft regelrecht aufraffen, loszugehen. Und habe wenig Zeit und Gelegenheit, an anderen Orten zu fotografieren als hier, also gleichzeitig im ‚Heimatfilm‘.

Vielleicht kann man sagen, dass eine Lücke auch hier den Blick auf eine Struktur freilegt: Bei mir ist das inhaltlich ganz offensichtlich die Dokumentation des dieses Ortes. Es hat mich hierher gespült und ich habe hier festgemacht. Heimatfilm. Ich hatte mir vorgenommen, den Kreis weiter zu stecken und trotzdem kreise ich meistens eher eng ums Zentrum.

Fotografisch / fototechnisch stecke ich wohl in einem Wettstreit zwischen bewusster Beobachtung und (meist eher etwas strenger) Bildkomposition auf der einen Seite und dem Interesse am Unbewussten und Beiläufigen auf der anderen. Wir sehen unsere Umwelt nicht mit der Präzision unserer Kameras. Aber diese Kameras sind eben das Instrument unserer Fotos. Ich frage mich manchmal, ob das nicht zu widersprüchlich ist, um es in gemeiname Bilder zu packen.

Und ein Amalgam gibt es auch, um die Lücke zu schließen. Das kennen viele. Neue Technik. Spielzeug. Mir haben verschiedene Umstände in den letzten Wochen gleich einen ganzen Haufen neue Technik beschert, die ich in den nächsten Wochen hier noch zeigen kann. Mind the gap: Sonst werden die Schubladen immer voller. Heute verrät schon mal die Bildunterschrift, dass mir eine NX300 ‚zugelaufen‘ ist. Sehr schönes Ding. Neue Technik ändert natürlich inhaltlich mal gar nichts aber Spaß macht sie halt schon. Und das gebe ich auch gerne zu. 😉

Das Foto oben ist wieder eine digitale Doppelbelichtung. Genauer gesagt die Montage eines total defokussierten Bildes, das die Farben und die Tonwerte bringt mit einem zweiten scharfen Bild, das die Details beisteuert.

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Wahlplakat

[Lichtskizzen und Schattenrisse] Wahlplakat-1

Das ist die interessantere Seite!

NX1000, 2.4/16 mm

[Lichtskizzen und Schattenrisse] (De)konstruktion

[Heimatfilm unltd.] Dekonstruktion

Leben ist Veränderung. In Stuttgart gibt es davon immer eine Extraportion. Die Innenstadt, die im zweiten Weltkrieg zu fast 70% zerstört wurde, befindet sich seit Jahrzehnten in stetigem Umbau. Derzeit entstehen mit dem ‚Milaneo‘ und dem ‚Geber‘ zwei riesige Einkaufszentren jenseits der beiden äussersten Enden der Königsstraße. Beide werden wohl noch in diesem Jahr ihre Pforten öffnen. Und nun entsteht ein weiteres Loch, diesmal mitten im Herzen der Stadt, einen Steinwurf vom Alten Schloss entfernt. Der Abriss hat begonnen. Heimatfilm ist auch, wenn wieder ein Stück Heimat verloren geht. Eine neue entsteht. Die meiner Kinder.

Eine Randnotiz: Es bleibt dabei, ‚[Heimatfilm unltd.]‘ bleibt ‚mein‘ Thema. Bei ‚[Lichtskizzen und Schattenrisse]‘ verschmilzt dieser Inhalt mit einem Konzept, das offenbar auch noch direkt aus der Serie ‚[Lichtpfützen und Schattenseen]‘ abstammt. Fällt mir nichts mehr ein? Momentan ist beruflich gut was los und das hier ist (m)ein Hobby. Es geht hier also ruhiger zu, das merkt man an der etwas reduzierten Frequenz. Gleichzeitig zwingt mich das, mich auch fotografisch (mehr) mit dem zu befassen, was mich auch wirklich alltäglich betrifft, was mir begegnet und was so ‚vorbeirauscht‘. Und genau da begenen sich die zwei Themen. Also. Jede Zeit hat ihre Bilder. Für mich sind’s nun noch mal diese ‚blurries’*.

*(c) donlunzo16 😉

 

[4 x 13 ist zweitausend 14] Lichtskizzen und Schattenrisse

[4 x 13 ist zweitausend 14] Lichtskizzen und Schattenrisse-2

Zwei Serien begenen sich. Ich interessiere mich immer noch für das Unbestimmte und Flüchtige aus meiner 2012er-iPhone-Serie. Was mich daran gestört hat, war die ‚Abhängigkeit‘ von einigen Apps, denen ich zwar rückblickend vielleicht wirklich etwas ‚Eigenes‘ abgerungen habe, die aber trotzdem einfach ’seltsame‘ Werkzeuge für mich geblieben sind. Seither suche ich nach einem anderen Weg, Licht und Schatten skizzenhaft einzufangen. Wie ein Vorübergehender. Linien zu erhalten und sonst nur noch Details zu sehen, wenn überhaupt. Eben das was uns im Kopf bleibt, wenn wir passiv schlendern. Was Architekturen ausmacht,  Stadträume und Landschaften. Und den ‚Heimatfilm‘.

Ein neuer Versuch. Eine Doppelbelichtung.

Aufgenommen mit der NX 1000 und dem SMC Pentax 1:2/55.

[Ein alter Karton Neues] Überraschungsgast

Nach 3 mal 4 Wochen mit drei ganz besonderen Kameras, war ich mir nicht sicher, wie ich die dreizehnte Woche und damit den Abschluss meines ersten Quartals bestreiten soll. Der Zufall kam mir zur Hilfe. Seit ein paar Monaten hab ich einen ungebetenen Gast im Garten. Er hat einen Bau mit zwei (mehr als) armdicken Eingängen angelegt, schleppt mir Maiskolben vom benachbarten Feld in den Garten und hinterlässt Losung, die nach Hund aussieht aber allerlei Eicheln und dergleichen enthält. Ich war ratlos.

[Ein alter Karton Neues] Überraschungsgast-2

Ich wollte aber zumindest wissen, wer da wohnt und habe deshalb eine Wildkamera angeschafft. Die ‚BolyGuard SG55VB‘ von Naumann. Wildkameras sind ein von uns Fotografen (nicht ganz zu unrecht) weitgehend ignorierter Bereich der Fototechnik. Die Kisten beherbergen in der Regel irgendein Kameramodul auf Smartphoneniveau, massenweise Batterien (in diesem Fall 8 Stück in der Größe AA), 20 LEDs im Infrarotbereich, einen Bewegungsmelder und ein Gehäuse in Tarnfarben. Die ‚Bolyguard‘ gibt es in sehr ähnlicher Form auch von Dörr, was dann zumindest ein bisschen nach Fotografie klingt. Letztlich sind das aber immer irgendwelche Kistchen aus China, die es – wie ich inzwischen weiß – auch gerne mal bei den großen Lebensmitteldiscountern gibt. Sie dienen meist dazu, irgendwelche Futterstellen im Wald zu überwachen und laufen deshalb eher unter ‚Jagdzubehör‘ als unter ‚Kamera‘. Weiterlesen →