Maremma 2012-14

[Maremma 2012] 5 vor 6 im Olivenhain

Den heutigen Beitrag könnte man (denke ich) gut einfach hochladen und wirken lassen. Mit dem Titel des Fotos ist eigentlich fast alles gesagt. Ich war von ‚unserer‘ Ölmühle einfach in kurzer Hose und Badelatschen losgestapft. Aus Wiese mit Olivenbäumen wurde schnell Maccia mit Olivenbäumen. Als es schließlich Brombeerengestrüpp mit Olivenbäumen wurde, musste ich aufgeben. Aber was heisst das schon, bei diesem Blick?

Mit dem Hochladen ist es mir heute aber zu wenig. Ich will auch mal zeigen, wie so ein Bild bei mir entsteht. Wahnsinnig viele Schritte sind es nicht aber vielleicht ist ja trotzdem ein bisschen interessant.

Vor Ort habe ich erst mal zwei Versionen des Bildes aufgenommen. Eine mit Fokus in die Ferne, eine mit den Olivenzweigen selbst als ‚Hauptsache‘. Die Entscheidung ist mir dort nicht leicht gefallen und zu Hause auch nicht. Entschieden habe ich mich letztlich doch für die ‚klassische‘ Variante, die den Blick in die Ferne leitet und nicht ’nur‘ die Stimmung vor Ort einfängt, wie es die andere Version vorrangig tut. Was man den beiden Bildern auch ansieht, ist dass ich (zugegebenermaßen) in diesem Fall vor allem auf die Schärfentiefe und den Bildschnitt geachtet habe. Die Belichtung ist deswegen nicht identisch. Das ist kein besonderes Ruhmesblatt aber dank RAW auch nicht so schlimm. Es vergrößert allerdings den Nachbearbeitungbedarf. Davon will ich eigentlich weg. Na ja. Was ich festgelegt habe ist also die Blende. Blende 8 reicht für die Tiefenstaffelung völlig. Bei weiter geöffneter Blende wäre mir vom jeweils unscharfen Bildteil zu wenig Struktur übriggeblieben. Ich wollte auf jeden Fall noch spürbar lassen, wo die Szene aufgenommen wurde. Dass Olivenbäume den Vordergrund bilden. Im ersten Bild (naher Fokus) hatte ich auch die Belichtung noch eine Stufe zurückgenommen, im zweiten dann nicht mehr. Mit zwei Verlaufsfiltern in Lightroom habe ich das später ein Stück weit wieder nachgeholt. Es wird der Lichtstimmung kurz nach Sonnenaufgang eher gerecht.

Damit sind wir auch schon in der Nachbearbeitung. Für die jpgs aus der Kamera verwende ich immer eine leichte Schattenaufhellung, die das hier gezeigte ‚Originalbild‘ auch recht deutlich beeinflusst. Im RAW gibt es das logischerweise nicht und das tut dem Bild schon sehr gut. Es wirkt kontrastreicher und ’schwerer‘. Mein Ziel war es , Details im etwas unruhigen unteren Bildteil zurückzunehmen (z.B. die Sichtbarkeit der Stromleitung) und den Blick in die Ferne zu ziehen.

Der erste Schritt dafür war der Weißabgleich. Ich habe ‚bewölkt‘ gewählt, um das warme Morgenlicht zu betonen. Dann kam bereits ein erster, leicht diagonal gelegter Verlaufsfilter, der im unteren Bildteil die Kontraste erhöht, um die dunklen Bildteile weiter abzudunkeln und nur noch die Spritzlichter des Olivenlaubs zu behalten. Ein zweiter Verlaufsfilter bringt dem oberen Himmel einen Blauton zurück und dunkelt Ihn leicht ab. Die warmen und hellen Töne der Flächen und Hügel am Horizont fangen jetzt den Blick ein. Eine Portion ‚Klarheit‘ liefert dort genug Details, um Ihn auch zu halten. Mehr ist es nicht. Keine globale Belichtungskorrektur, kein Beschnitt, kein Stempeln.

Natürlich kann man mit Blick auf die jpgs aus der Kamera sagen, ich hätte ‚betrogen‘. Aber ich behaupte mal, ich habe meine Erinnerung an meine zerkratzten Beine, an das Brüllen der Kühe im Tal und an das Morgenlicht am Ende meiner Fototour dieses Tages umgesetzt. Die jpg-Engine der Kamera interpretiert auch nur.

[Maremma 2012] Lensflare satt und reichlich Farbe

Die Maremma und ich, das war so: Nach einigen Tagen, die ich gebraucht hatte, um wirklich anzukommen und die Müdigkeit los zu werden habe ich plötzlich damit angefangen, morgens um fünf aufzustehen, die Kamera zu schnappen und loszulaufen oder irgendwohin zu fahren. Sonnenaufgänge einsammeln. Die totale Ruhe genießen, nur ein paar bellende Hunde und ein paar frühe alte Leute. Und es war kühl. Tagsüber wurden es dann über 35°C.

Ein paar dieser Bilder habe ich gestern schon gezeigt. Aber ich bin noch auf etwas (für mich) Überraschendes gestoßen. Neben der DSLR hatte ich immer auch das iPhone dabei. Und habe mit der App ‚Pro HDR‘ nebenher noch ein paar Gegenlichtaufnahmen gemacht, um sie per facebook nach Hause zu schicken. Dann wurde aber schnell klar, dass die einen ganz eigenen Charakter bekommen. Lensflare satt und reichlich Farbe! Was im iPhone so stark refelektiert, dass man gleich ein ganzes Raster aus Blendenflecken im Bild hat, weiss ich nicht. Und man könnte davon auch einfach genervt sein. War ich aber nicht. Und deswegen gibt es jetzt eine ganze Menge davon:

[Maremma 2012] Ach, Italien!

Draußen nistet sich der Winter immer entschiedener ein. Eine gute Zeit, um sich den Bildern des Sommers zuzuwenden. Die erste grobe Auswahl ist getroffen, nach und nach arbeite ich mich durch die Bilder. Viele haben … Weiterlesen →

[Maremma 2012] So sieht der Urlaub in Kinderfotos aus

Heute mal eine kleine Serie von Bildern, die nicht ich gemacht habe. Sondern unser ‚Großer‘. Mit vier. Mehr Italien geht nicht! 😉